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Trauer um Wolfgang Clement: “Er hat unserem Land große Dienste erwiesen”

  • Der langjährige SPD-Politiker Wolfgang Clement ist am Sonntag nach schwerer Krankheit verstorben.
  • Zahlreiche Spitzenpolitiker würdigen ihn – etwa als “Kämpfer für die soziale Marktwirtschaft”, “echten Nordrhein-Westfalen” und “großen Patrioten".
  • Kanzlerin Merkel sagt: “Er hat unserem Land große und bleibende Dienste erwiesen”.
1:32 min
Der frühere Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit und ehemalige Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Wolfgang Clement, ist in der Nacht zum Sonntag im Alter von 80 Jahren in Bonn gestorben.  © Reuters
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Berlin. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und zahlreiche Spitzenpolitiker haben das Lebenswerk des verstorbenen ehemaligen NRW-Ministerpräsidenten und Bundeswirtschaftsministers Wolfgang Clement gewürdigt. “In allen seinen Ämtern, und insbesondere als Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit und als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, hat sich Ihr Mann über alle Parteigrenzen hinweg bleibende Verdienste erworben”, schrieb Steinmeier am Sonntag an die Witwe Karin Clement.

Mit eigenständigen und auch unbequemen Standpunkten habe sich der ehemalige SPD-Politiker dafür eingesetzt, Deutschland zukunftsfähig zu machen. “Bis zuletzt war Ihr Mann ein Kämpfer für die soziale Marktwirtschaft”, heißt es in Steinmeiers Kondolenzschreiben. Clement saß von 2002 bis 2005 im Kabinett von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD). Zuvor war er Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen. Am Sonntag starb er im Alter von 80 Jahren in Bonn im Kreis der Familie.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) würdigte ihn als entscheidend für die Agenda 2010. “Wolfgang Clement hat viel dazu beigetragen, notwendigen wirtschaftlichen Strukturwandel und die Belange der arbeitenden Menschen miteinander in Einklang zu bringen”, ließ Merkel am Sonntag über Regierungssprecher Steffen Seibert per Twitter mitteilen.

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Clement habe Deutschland “große und bleibende Dienste erwiesen”, er sei entscheidend an einer der wichtigsten und schwierigsten Aufgaben beteiligt gewesen: “den Sozialreformen der Agenda 2010, die uns den Weg aus der hohen Arbeitslosigkeit wies.” Ihr Mitgefühl gelte seiner Frau, seinen Töchtern und Enkeln.

Auch CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer würdigte Clement. Der streitbare Sozialdemokrat habe Deutschland entscheidend geprägt. Dafür gebühre ihm Dank.

Laschet: “Verliere einen liebenswerten Menschen”

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Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) ehrte Clement als “prägende Figur Nordrhein-Westfalens und Deutschlands”. Clement sei während seiner Zeit als Politiker ebenso ein streitbarer Charakter wie ein moderner Macher der Hartz-Reformen gewesen, so Laschet laut Mitteilung vom Sonntag.

“Wolfgang Clement war ein echter Nordrhein-Westfale, der durch harte Arbeit und Disziplin in der Politik und anschließend auch in der Wirtschaft erfolgreich war”, sagte Laschet. Als Wirtschaftsminister im Kabinett von Gerhard Schröder (SPD) habe er auch gegen Widerstände die wichtigen Hartz-Reformen durchgesetzt, “die in Deutschland zu anhaltendem wirtschaftlichen Aufschwung und sinkenden Arbeitslosenzahlen bis heute führten”. Clement sei somit “prägend an der langanhaltenden guten Wirtschaftslage in Deutschland beteiligt” gewesen.

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Nordrhein-Westfalen habe einen modernen Gestalter und pragmatischen Lenker verloren, der das Land langfristig geprägt habe. “Persönlich verliere ich einen liebenswerten Menschen, der immer für Rat zur Verfügung stand. Noch vor wenigen Wochen konnten wir in Bonn seinen 80. Geburtstag feiern, noch vor wenigen Tagen war er bei der Feier zum Gründungstag des Landes Nordrhein-Westfalen in Köln dabei”, teilte Laschet mit. Er werde dem Land und auch ihm persönlich fehlen. “Viele Menschen in Nordrhein-Westfalen und in Deutschland sind seiner Frau Karin, seinen Kindern und der ganzen Familie im Gebet und in Gedanken verbunden.”

Altmaier: Clement war “großer Patriot”

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) bezeichnete Clement als “großen Patrioten”. Clement sei es nicht um Ideologie, sondern um Arbeitsplätze und Menschen gegangen, erklärte Altmaier auf Twitter. Als Wirtschafts- und Arbeitsminister habe er zum Gelingen notwendiger Reformen beigetragen.

Die SPD in NRW nannte Clement einen einflussreichen und zugleich streitbaren Sozialdemokraten. “Das Verhältnis Wolfgang Clements zu seiner Partei war kein einfaches”, teilten Landeschef Sebastian Hartmann und Generalsekretärin Nadja Lüders am Sonntag gemeinsam mit. “Sein Bruch mit der SPD im Jahr 2008 hat dies deutlich vor Augen geführt.”

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Aber: “Sein langjähriges Engagement für die Sozialdemokratie und das Land Nordrhein-Westfalen werden wir trotz aller Widersprüche in ehrenvollem Gedenken halten”, so die SPD-Politiker.

RND/dpa

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