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AfD-Chef Chrupalla macht Geheimnis aus seiner Corona-Impfung

  • Sich als AfD-Parteichef von umstritten Äußerungen von umstrittenen Parteifreunden zu distanzieren, dazu sieht sich Tino Chrupalla.
  • Im ARD-„Sommerinterview” lobt er lieber die „wunderbare Arbeit” der AfD-Politiker Jens Maier und Siegbert Droese im Bundestag.
  • Ob er sich gegen das Coronavirus hat impfen lassen oder impfen lässt, wollte er im Gegensatz zu seiner Co-Vorsitzenden Alice Weidel nicht verraten.
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Berlin. AfD-Chef Tino Chrupalla hat sich nicht von umstrittenen Kandidaten seiner Partei für die Bundestagswahl distanziert. Chrupalla wurde am Sonntag im ARD-„Sommerinterview“ etwa gefragt, ob er sich von Jens Maier distanziere, der auf der sächsischen Landesliste hinter Chrupalla auf Platz zwei steht. Der AfD-Bundestagsabgeordnete Maier war vom Verfassungsschutz als Rechtsextremist eingestuft worden.

Daraufhin sagte Chrupalla: „Ich kann mich nur distanzieren von Äußerungen, die ich selbst getätigt habe.“ Er fange nicht an, sich permanent von Leuten zu distanzieren. Es gebe mehrere Strömungen in der Partei. Er müsse als Bundessprecher versuchen, diese zu vereinen. „Und das gelingt mir.“ Mit Blick auf die sächsische Landesliste sagte er: „Alle Personen haben ein lupenreines polizeiliches Führungszeugnis.“

Chrupalla bildet gemeinsam mit Alice Weidel das Spitzenduo der AfD für die Bundestagswahl. „Wir sprechen sicherlich von Meinungsäußerungen einiger, wo ich auch sage, die gehen nicht, die funktionieren nicht“, sagte er weiter. Darüber werde auch innerparteilich diskutiert.

Chrupalla: Menschen vergreifen sich auch mal verbal

Maier und Siegbert Droese - der auf der Landesliste auf Platz drei steht - hätten in den vergangenen vier Jahren im Bundestag eine „wunderbare Arbeit“ geleistet. „Das nehme ich zum Anlass. Und so bewerte ich auch Menschen. Und dass Menschen auch mal einen Fehler machen und sich auch mal vielleicht verbal vergreifen können, das passiert.“

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Chrupalla wurde auch zu dem wegen Äußerungen in einem Chat umstrittenen nordrhein-westfälischen AfD-Bundestagskandidaten Matthias Helferich gefragt und warum er gegen ein Parteiausschlussverfahren sei. Chrupalla sagte, der Bundesvorstand habe sich für harte „Parteiordnungsmaßnahmen“ wie eine Ämtersperre ausgesprochen.

Für einen Parteiausschluss von Helferich hatte sich nach Angaben aus Parteikreisen bei der Sitzung am vergangenen Montag im Bundesvorstand keine Mehrheit gefunden. Helferich war im Mai in NRW auf den aussichtsreichen siebten Platz der Landesliste für die Bundestagswahl gewählt worden. In einem Video, das er kurz vor der Sitzung des Bundesvorstands auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht hatte, ging Helferich auf die Vorwürfe ein. Er bestritt beispielsweise nicht, dass er sich in einem Chat als „freundliches Gesicht des NS“ bezeichnet hatte. Dieser Begriff sei jedoch lediglich eine Fremdzuschreibung von linken Bloggern gewesen, die er „persifliert“ habe, führte er in seinem Video aus.

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Impfstatus bleibt geheim

Ob sich jemand gegen das Coronavirus impfen lässt, sei eine private Sache, betont Chrupalla. Er selbst wollte im ARD-“Sommerinterview” nicht verraten, ob er sich impfen lässt. Alice Weidel hat unlängst verkündet, sich aktuell nicht gegen Corona impfen lassen zu wollen.

Chrupalla glaubt an ein „sehr gutes Abschneiden” seiner Partei bei der Bundestagswahl im September. „Deutschland braucht uns”, man werde wieder als starke Opposition in den Bundestag einziehen. Nach einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa steht die AfD bei 11 Prozent. Bei der Bundestagswahl 2017 kam die Partei 12,6 Prozent der Wählerstimmen. Dass die Ergebnisse der jüngsten Landtagswahlen schlechter ausgefallen sind als erwartet, wollte sich Chrupalla nicht anlasten lassen.

RND/fw mit Material der dpa

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