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Tichanowskaja will mit internationaler Hilfe nach Belarus zurückkehren

  • Viele sehen Swetlana Tichanowskaja als die wahre Siegerin der belarussischen Präsidentenwahl im August.
  • Aus Furcht vor Repressionen hatte sie das Land in Richtung Litauen verlassen.
  • Nun will sie gern nach Belarus zurückkehren - mit internationaler Hilfe.
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Minsk. Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja will mit internationaler Hilfe in ihre Heimat zurückkehren. Der Fall des direkt nach seiner Einreise in Russland inhaftierten Kremlkritikers Alexej Nawalnys habe gezeigt, „dass es hierfür der Hilfe der Weltgemeinschaft bedarf“, schrieb Tichanowskaja am Dienstag auf ihrem Telegram-Kanal. Die 38-Jährige lebt derzeit im EU-Land Litauen und ist in ihrer Heimat zur Fahndung ausgeschrieben.

Zuvor hatte Tichanowskaja eigenen Angaben zufolge mit Vertretern der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) gesprochen. In ihrer Heimat seien seit ihrer Kandidatur bei der als gefälscht geltenden Präsidentenwahl im Sommer zwei Strafverfahren gegen sie eröffnet worden, schrieb sie. „Ich will sicher nach Belarus zurückkehren.“ Tichanowskajas Mann Sergej, der eigentlich bei der Präsidentenwahl hatte antreten wollen, sitzt seit Monaten in Haft. Sie selbst war auch aus Angst um ihre Kinder ins Ausland geflohen.

Viele sehen Tichanowskaja als wahre Gewinnerin

Tichanowskaja Anhänger sehen sie - und nicht den als „letzten Diktator Europas“ kritisierten Alexander Lukaschenko - als wahre Siegerin der Präsidentenwahl vom 9. August. Auch die EU erkennt Lukaschenko nicht mehr als Präsidenten an. Seit der Wahl kommt es immer wieder zu großen, friedlichen Protesten im Land, die Uniformierte mit Sturmhauben oft brutal niederschlagen. Es gab bislang mehr als 30.000 Festnahmen, Hunderte Verletzte und zahlreiche Tote.

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Der Deutsche Journalisten-Verband forderte unterdessen das Ende der systematischen Verfolgung kritischer Journalisten in Belarus. Seit Beginn der Proteste seien mehr als 470 Journalisten zeitweise in Haft genommen worden, hieß es in einer Mitteilung. „Das ist der brutale Versuch, kritische Berichterstattung zu unterbinden.“

RND/dpa

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