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Tichanowskaja an Putin gerichtet: “Mischen Sie sich nicht ein”

In Belarus herrschen weiterhin chaotische Verhältnisse: Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja möchte, dass sich Russland-Präsident Wladimir Putin in ihrem Machtkampf mit Alexander Lukaschenko raushält.

In Belarus herrschen weiterhin chaotische Verhältnisse: Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja möchte, dass sich Russland-Präsident Wladimir Putin in ihrem Machtkampf mit Alexander Lukaschenko raushält.

Berlin/Minsk. Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja hat eindringlich an Kremlchef Wladimir Putin appelliert, sich aus dem Machtkampf in ihrem Land herauszuhalten. “Mischen Sie sich nicht ein”, sagte die Bürgerrechtlerin in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview des Deutschlandfunks. “Wir möchten selbst unsere Zukunft bestimmen.”

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Russland unterstützt den umstrittenen Staatschef Alexander Lukaschenko politisch und finanziell mit einem Milliardenkredit.

Dazu meinte Tichanowskaja an Putin gerichtet: “Geben Sie das Geld, das jetzt an das Regime geht, mit dem jetzt das belarussische Volk ermordet wird, in ihrem Land aus.” Oder Moskau solle Minsk unterstützen, wenn es Neuwahlen gegeben habe. “Wir sind seit langem Freunde und Nachbarn. Das bleiben wir”, sagte sie.

Die Staatspropaganda in Belarus unterstellt Lukaschenkos Gegnern, diese wollten sich angeblich von Nachbarland abwenden.

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Belarus: Oppositionsführerin Tichanowskaja in Berlin

Am Dienstag wurde Swetlana Tichanowskaja auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel empfangen.

Die Opposition sieht Tichanowskaja als wahre Siegerin der Präsidentenwahl Anfang August. Lukaschenko hatte sich aber nach 26 Jahren an der Macht mit 80,1 Prozent der Stimmen für eine sechste Amtszeit bestätigen lassen. Seither gibt es Proteste im Land.

Tichanowskaja hatte am Dienstag in Berlin Bundeskanzlerin Angela Merkel getroffen. Deutschland wie andere EU-Länder erkennt Lukaschenko nicht als Staatschef an. Die 38-Jährige hatte gesagt, dass sie auch mit Putin sprechen wolle. “Ich würde wahrscheinlich sehr emotional werden, da Putin Lukaschenko unterstützt”, sagte sie in dem Interview. “Ich würde ihn gern dazu bringen, dass er damit aufhört.”

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte der Agentur Interfax zufolge, ein Gespräch mit der Oppositionellen sei bislang aber nicht geplant.

Maas droht mit Sanktionen wegen Nawalny-Vergiftung

Unterdessen droht Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) mit Sanktionen gegen Russland, nachdem die internationale Chemiewaffen-Kontrollbehörde den Nervengift-Anschlag auf Kremlgegner Alexej Nawalny bestätigt hat. Ein derart schwerer Bruch des Völkerrechts könne nicht ohne Konsequenzen bleiben, betonte Maas am Mittwoch bei der Regierungsbefragung im Bundestag.

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Wenn Moskau nicht zur Aufklärung beitrage, seien “zielgerichtete und verhältnismäßige Sanktionen” gegen Verantwortliche auf russischer Seite unvermeidlich. “Russland täte gut daran, es nicht so weit kommen zu lassen.”

Tags zuvor hatte die Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) bestätigt, dass Nawalny mit einem chemischen Nervengift der Nowitschok-Gruppe vergiftet wurde. Über die daraus folgenden Konsequenzen will Maas in den kommenden Tagen mit den anderen EU-Staaten sprechen. Der Außenminister erklärte, Russland müsse selber ein Interesse an der vollständigen Aufklärung der Vorwürfe haben. Statt erhellender Sachverhalte kämen bisher jedoch eher “absurde Vorwürfe”.

RND/dpa

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