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Thüringer Politbeben: Grüne, SPD und Linke erleben Mitgliederzulauf

  • Die Parteien plagt seit Jahren ein Mitgliederschwund.
  • Das Politbeben von Thüringen könnte den Trend ändern.
  • Linke Parteien freuen sich über viele Aufnahmeanträge.
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Berlin. Nach dem Eklat bei der Ministerpräsidentenwahl in Thüringen wollen bundesweit mehr als Tausend Menschen Neumitglied einer Partei werden. Bei den Grünen wie den Linken gingen seit Mittwoch jeweils knapp 500 Anträge ein, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

Allein in der Landesgeschäftsstelle Thüringen seien 60 Papieranträge zum Beitritt zu den Linken eingegangen, sagte ein Sprecher. Aus welchen Bundesländern die Online-Anträge kamen, könne man nicht sagen.

Auch bei der SPD gab es in den vergangenen Tagen zahlreiche Anträge. Allein online haben seit Mittwoch 358 Menschen die Mitgliedschaft bei den Sozialdemokraten beantragt, sagte ein Sprecher. Die reale Zahl sei aber wohl höher, da etwa auch per Post noch Anträge eingehen würden. "Wir sind deutlich über dem Normalmaß."

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Bei der AfD gebe es wegen des langwierigen Aufnahmeprozederes keine genauen Zahlen zu Neuaufnahmen, teilte ein Sprecher mit. Auch wie viele Mitglieder seit Mittwoch ausgetreten seien, könne man nicht beziffern. "Es gibt aber eine deutliche Zunahme an Interessenbekundungen und den Wunsch, Mitgliedsanträge zugesendet zu bekommen."

CDU und FDP halten sich bedeckt

Eine Sprecherin der CDU konnte keine Auskunft über Austritte oder Eintritte in den vergangenen Tagen geben. Wie der Wahl-Eklat sich auf die Mitgliederzahlen der FDP auswirkte, war zunächst unklar. Eine entsprechende Anfrage blieb bis Freitagnachmittag unbeantwortet.

Am Mittwoch war der FDP-Thomas Kemmerich mit den Stimmen von FDP, CDU und auch der rechten AfD überraschend zum neuen Thüringer Ministerpräsidenten gewählt worden. Es war das erste Mal, dass die AfD einem Politiker ins Amt half. In Thüringen und im Bund löste die Wahl heftige Proteste und Diskussionen aus. Nach nur einem Tag kündete Kemmerich am Donnerstag an, sein Amt zur Verfügung stellen zu wollen.

RND/dpa


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