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Thüringen: Linke-Chefin Hennig-Wellsow auf Listenplatz eins für Bundestagswahl

  • Linke-Chefin Susanne Hennig-Wellsow will in den Bundestag.
  • Und die Chancen stehen gut: Die Thüringer Delegierten haben sie auf einer Landesvertreterversammlung nun auf den ersten Listenplatz gewählt.
  • Ihre Rede kann als Plädoyer für eine Regierungsbeteiligung der Linken verstanden werden.
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Seebach. Mit 76,1 Prozent Zustimmung der Thüringer Delegierten ist die Chefin der Linken im Bund, Susanne Hennig-Wellsow, auf Platz eins der Landesliste ihrer Partei für die Bundestagswahl gewählt worden. Die 43-Jährige erhielt am Samstag bei einer Landesvertreterversammlung der Thüringer Linke in Seebach (Wartburgkreis) 89 Ja- und 20 Nein-Stimmen bei acht Enthaltungen. Insgesamt wurden 117 gültige Stimmen abgegeben.

In ihrer Bewerbungsrede hatte Hennig-Wellsow vor allem auf die sozialen Folgen der Corona-Pandemie aufmerksam gemacht. Sie bezeichnete die Pandemie als eine soziale Krise. Es habe sich gezeigt, dass Menschen mit wenig Geld und die in beengten Wohnverhältnissen lebten, ein höheres Sterberisiko hätten als andere, sagte Hennig-Wellsow. „Die alleinerziehende Mutter kann nicht mehr länger warten, möglicherweise ihr Gehalt erhöht zu bekommen.“

Zudem forderte sie unter anderem einen „radikalen Einstieg in die Bekämpfung des Klimawandels“. Andernfalls werde man das Klima nicht mehr retten können.

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„Nicht die Köpfe hängen lassen“

Hennig-Wellsow sagte, ihre Partei sei in keiner einfachen Situation. Dennoch sprach sie den Linke-Anhängern Mut zu. „Euphorie, Lust, Spaß ist das, was uns attraktiv macht. Nicht die Köpfe hängen lassen“, sagte sie.

Susanne Hennig-Wellsow war von 2013 bis 2021 Landes- und seit 2014 auch Fraktionsvorsitzende der Linke in Thüringen. Beide Ämter gab sie nach ihrem Wechsel an die Spitze der Linke-Bundespartei ab. Sie gehört aber weiter als Abgeordnete dem Thüringer Landtag an. Die Bundestagswahl ist am 26. September.

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Hennig-Wellsow mit Plädoyer für Regierungsbeteiligung

Hennig-Wellsows Rede konnte auch als Plädoyer für das Streben nach einer Regierungsbeteiligung gedeutet werden. „Wir müssen aufhören, von anderen zu fordern, was wir wollen und für richtig anerkennen“, sagte sie vor den rund 120 Delegierten. Dass die Linke dies könne, beweise sie in Thüringen. In Thüringen ist seit 2014 mit kurzer Unterbrechung der Linke-Politiker Bodo Ramelow Ministerpräsident.

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Der 65-Jährige sagte in Seebach, die Linke sei keine „ostdeutsche Regionalpartei“. „Wir sind eine gesamtdeutsche Partei, die von links definiert, wie wir Gesellschaftsentwicklungen haben und prägen wollen“, sagte Ramelow, der selbst gebürtiger Niedersachse ist.

Die Linke, führte Ramelow aus, bringe aber ostdeutsche Erfahrungen mit. Als Beispiel nannte er das DDR-Schulsystem, das als Vorbild für das finnische Schulsystem gegolten habe. In der Bundesrepublik aber schleppe man 16 rückschrittliche Schulsysteme mit sich herum, sagte Ramelow.

Es sei wichtig, dass die Linke eine starke Stimme im Bundestag habe. „Wenn wir eine Chance haben, links von dem, was sich gesellschaftliche Mitte nennt, links davon ein Bündnis zu bekommen“, müsse die Linke auch Themen durchsetzen.

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Auf Platz zwei der Linke-Landesliste wurde Ralph Lenkert mit 94 Prozent Zustimmung gewählt, gefolgt von Martina Renner auf Platz drei, die 62,4 Prozent der Stimmen erhielt. Listenplatz vier ist von Frank Tempel besetzt.

RND/dpa

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