• Startseite
  • Politik
  • Thailand: Corona-Zahlen schnellen hoch – Hotspots sind Gefängnisse

Corona-Zahlen in Thailand schnellen hoch – in Indien sinken sie leicht

  • Thailand galt lange Vorzeigestaat in der Bekämpfung der Corona-Pandemie.
  • Doch nun steigen seit Wochen die Neuinfektionszahlen an.
  • Viele Ausbrüche gibt es in Gefängnissen.
Anzeige
Anzeige

Bangkok. Thailand hat am Montag die höchste Zahl an Corona-Neuinfektionen seit Beginn der Pandemie verzeichnet. Die Behörden meldeten mehr als 9600 neue Fälle innerhalb von 24 Stunden.

Jedoch wurden rund 70 Prozent der jüngsten Corona-Infektionen in Gefängnissen des südostasiatischen Landes registriert, speziell in der Hauptstadt Bangkok und im nördlichen Chiang Mai. Nur etwa 2800 Fälle wurden außerhalb von Haftanstalten gemeldet, die meisten davon in Bangkok.

Während das 70-Millionen-Einwohner-Land lange als Vorzeigestaat in der Bekämpfung des Virus galt, steigen die Zahlen seit Wochen rasant. Mehrmals hintereinander gab es Rekordwerte. Die Gesamtzahl der Infektionen liegt nun bei mehr als 111.000, zudem wurden insgesamt 614 Todesfälle in Verbindung mit Covid-19 registriert.

Anzeige

Thailand für Touristen gesperrt

Anzeige

Für Touristen ist das beliebte Urlaubsland weiterhin gesperrt. Viele Menschen hoffen aber auf eine baldige Wiederbelebung des wichtigen Tourismussektors. So hatte Phuket im März Pläne vorgelegt, wonach geimpfte Urlauber von Juli an quarantänefrei auf der Insel Urlaub machen dürfen. Derzeit wird diskutiert, ob und wie dies angesichts der steigenden Zahlen noch umgesetzt werden kann.

Der jüngste Ausbruch soll auf Nachtlokale in Bangkok zurückgehen. Bei vielen der Fälle handelt es sich um die besonders ansteckende britische Variante.

Anzeige

In Indien sinken die Zahlen

Erstmals seit knapp einem Monat gibt es in Indien weniger als 300.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus an einem Tag. Insgesamt waren es in den vergangenen 24 Stunden mehr als 281.000 neue Corona-Fälle und 4106 Tote im Zusammenhang mit Covid-19, wie Zahlen des indischen Gesundheitsministeriums am Montag zeigen.

Am Montag gab auch Shahid Jameel, ein bekannter indischer Virologe, seinen Rücktritt von einem Regierungsgremium bekannt, das ein Konsortium von Laboren bei der Entdeckung von Mutationen berät. Das Konsortium hatte die ansteckendere indische Virusvariante B.1.617 gefunden, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als besorgniserregend eingestuft hat.

Zuvor hatte Shahid Jameel mehrfach das Corona-Management der Regierung kritisiert. In einem Meinungsartikel in der „New York Times“ schrieb er vergangene Woche, dass Indien möglicherweise den Peak nicht richtig messen könne, weil zu wenig getestet werde.

Verbreitung in ländlichen Gebieten

Anzeige

Zurzeit verbreitet sich das Coronavirus zunehmend in ländlichen Gebieten, wo es wenig Testmöglichkeiten gibt und mehr als die Hälfte der mehr als 1,3 Milliarden Einwohnerinnen und Einwohner leben. So dürfte die Dunkelziffer entsprechend hoch sein.

In absoluten und offiziell erfassten Zahlen ist die größte Demokratie der Welt nach den USA am zweitmeisten von Corona betroffen. Seit Pandemiebeginn wurden in Indien rund 25 Millionen Infektionen und mehr als 274 000 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona registriert.

RND/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen