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  • Texas: Kirchenmassaker von 2017 - Richter gibt US-Luftwaffe Hauptschuld

Richter gibt US-Luftwaffe Hauptschuld für Kirchenmassaker von Texas 2017

  • 2017 erschoss ein Ex-Soldat der US-Luftwaffe in Texas 25 Menschen in einer Kirche.
  • Einem Richterurteil zufolge trägt die Luftwaffe die Verantwortung für das Massaker.
  • Vorstrafen des Täters wurden nicht in Datenbanken eingetragen – so kam er dennoch an Schusswaffen.
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Austin. Die US-Luftwaffe ist nach einem Richterurteil zum größten Teil für ein 2017 von einem Ex-Soldaten verübtes Massaker in einer Kirche in Texas verantwortlich.

Denn die Teilstreitkraft habe es damals versäumt, Angaben zu dessen Vorstrafen in eine Datenbank einzugeben, schrieb Bezirksrichter Xavier Rodriguez in San Antonio in einer am Mittwoch unterzeichneten Begründung. Wäre diese Formalie erfüllt worden, hätte der Schütze keine Waffen kaufen können. Damit liege die Schuld für die Toten und Verletzten in der Baptistenkirche in Sutherland Springs zu „60 Prozent“ bei der Luftwaffe.

Ex-Soldat Devin Kelley eröffnete im November 2017 dort während eines Gottesdiensts das Feuer auf Besucher, die Behörden sprachen von 26 Toten, zumal eines der 25 Opfer schwanger war. Kelley starb an einer offenbar selbst zugefügten Schusswunde, nachdem er von zwei Männern angeschossen und gejagt wurde, die die Schüsse in der Kirche gehört hatten. Die Bluttat gilt als das schlimmste Schusswaffenmassaker in Texas' Geschichte.

Fast fünf Jahre diente Kelley in der Luftwaffe, ehe er 2014 wegen schlechten Betragens entlassen wurde. Zuvor war er wegen schwerer Körperverletzung seiner Ex-Frau und seines Stiefsohns verurteilt worden - dem Kind hatte er den Gerichtsakten zufolge den Schädel zertrümmert.

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Die US-Luftwaffe hat eingeräumt, dass ein Eintrag des Schuldspruchs wegen häuslicher Gewalt in die FBI-Datenbank Kelley am Kauf von Waffen bei einem lizenzierten Händler gehindert hätte. Auch eine Schutzweste hätte er dann nicht besitzen dürfen.

Die Klage gegen die US-Bundesregierung hatten Hinterbliebene der Opfer eingereicht. Richter Rodriguez ordnete später ein Verfahren an, bei dem eine Zahlung von Schadenersatz an die Familien geprüft werden sollte.

RND/AP

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