• Startseite
  • Politik
  • Terroranschlag verhindert? Drei verdächtige Brüder in Hessen und Dänemark festgenommen

Anschlagspläne: Drei terrorverdächtige Brüder in Hessen und Dänemark festgenommen

  • In Hessen und Dänemark haben die Behörden drei syrische Brüder festgenommen und wahrscheinlich einen dschihadistischen Anschlag vereitelt.
  • Bestellte Zutaten zum Bombenbau wurden nicht gefunden, aber Schwarzpulver, Zündschnüre und eine IS-Flagge.
  • Die Generalstaatsanwaltschaft Naumburg und das BKA ermitteln.
|
Anzeige
Anzeige

Berlin. Sie bestellten Chemikalien, die zum Bombenbau geeignet sind. In einer Wohnung fand die Polizei Zündschnüre und eine IS-Flagge. Drei syrische Brüder im Alter von 33, 36 und 40 Jahren haben wahrscheinlich einen dschihadistischen Anschlag geplant. Am Wochenende wurden sie festgenommen.

Das Amtsgericht Dessau-Roßlau in Sachsen-Anhalt erließ Haftbefehl gegen die Männer. Vorgeworfen wird ihnen die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat, wie die Generalstaatsanwaltschaft Naumburg mitteilte. Konkret soll das Trio demnach im Januar am Ankauf mehrerer Kilogramm Chemikalien beteiligt gewesen sein, die zur Herstellung von Sprengsätzen dienen können. Bei der Durchsuchung einer Wohnung in Dessau-Roßlau, wo einer der Männer ansässig war, wurden unter anderem zehn Kilogramm Schwarzpulver und Zündschnüre gefunden.

Nach dpa-Informationen wurde einer der Beschuldigten im hessischen Dietzenbach festgesetzt, die anderen beiden in Dänemark. Dort wurden laut Staatsanwaltschaft auch die zuletzt angekauften Chemikalien gefunden. In die Ermittlungen hat sich auch das Bundeskriminalamt eingeschaltet.

Anzeige

Bei einem Bruder fand die Polizei nach dpa-Informationen das Bild der Fahne der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf dem Handy. Die Polizisten hätten zudem auf eine Koran-Ausgabe gefunden, in der bestimmte Stellen markiert gewesen seien, die auf eine extremistische Gesinnung schließen lassen könnten. Laut „Spiegel“ hing zudem eine selbst gemalte IS-Flagge in der Wohnung.

Anzeige

Die Eltern der Brüder leben dpa-Informationen zufolge in Dänemark. Die Familie soll sich mindestens seit 2005 in Europa aufhalten und bereits früher wegen extremistischer Gesinnung aufgefallen sein. Ein sogenannter Gefahrenabwehrvorgang dazu, der über mehrere Jahre lief, soll allerdings keine konkreten Hinweise auf terroristische Aktivitäten zutage gefördert haben. Über die Festnahme hatte zuerst der “Spiegel” berichtet.

Anzeige

Das Bundeskriminalamt war nun auf das Trio aufmerksam geworden, nachdem einer der Brüder in Polen jeweils fünf Kilogramm Aluminiumpulver und Schwefel zur Lieferung nach Dessau-Roßlaubestellt hatte. Der dort lebende Bruder hat sich nach dpa-Informationen auch in der Vergangenheit häufiger bei seiner Familie in Dänemark aufgehalten.

Wo der mutmaßliche Anschlag hätte stattfinden sollen, ist noch nicht bekannt. Die Brüder seien alle in Damaskus geboren, hieß es aus Sicherheitskreisen. Nach dpa-Informationen hatte es zu Beginn der Ermittlungen gegen die Brüder auch einen Hinweis zu ihren Aktivitäten aus dem Ausland gegeben.

Sachsen-Anhalts Innenminister Michael Richter dankte den Ermittlern, insbesondere vom Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt und der Polizeiinspektion Dessau-Roßlau. “Es wurde professionell, zügig und entschlossen mit den ebenfalls beteiligten Sicherheitsbehörden auf Bundes- und Landesebene sowie in Dänemark erfolgreich zusammengearbeitet”, erklärte er.

Weitere Festnahmen in Dänemark

Der dänische Geheimdienst PET teilte am Donnerstag mit, dass insgesamt sieben Menschen wegen Terrorverdachts in Untersuchungshaft genommen wurden. Sie seien bei einem großen Anti-Terror-Einsatz von Samstag bis Montag festgesetzt worden. Sie werden beschuldigt, einen oder mehrere Terrorangriffe geplant oder anderweitig an versuchten Terrortaten mitgewirkt zu haben. Den Angaben zufolge sollen sie Mittel für die Herstellung von Sprengstoff sowie Waffen angeschafft haben oder daran beteiligt gewesen zu sein.

Sechs weitere Personen sollten noch am Donnerstag in der Stadt Holbæk rund 50 Kilometer westlich von Kopenhagen einem Haftrichter vorgeführt werden. Sie sollen eine Verbindung zu dem Fall haben.

Anzeige

Darüber hinaus wurde nach PET-Angaben im selben Fall eine weitere Person in Deutschland festgenommen. Ob es sich um denselben Fall wie die zuvor bekanntgewordene Festnahme dreier Syrer in Deutschland oder Dänemark handelte, wollte eine PET-Sprecherin nicht bestätigen.

RND/jps/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen