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  • Terror in Frankreich: Warum gibt es gerade hier so viele Anschläge?

Islamistische Terroranschläge: Warum immer wieder Frankreich?

  • Kein europäisches Land wurde in den vergangenen Jahren so oft Schauplatz von Terrorakten wie Frankreich.
  • Nun hat es innerhalb weniger Wochen erneut drei Anschläge gegeben.
  • Warum trifft es das Land immer wieder?
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Paris. Eine Minute Schweigen für Samuel Paty. Der Schulbeginn nach den Herbstferien begann in Frankreich am Montag mit einem Gedenken an den Lehrer, der vor zweieinhalb Wochen von einem Islamisten angegriffen und enthauptet wurde, nachdem er im Unterricht Karikaturen des Propheten Mohammed aus dem Satiremagazin „Charlie Hebdo“ gezeigt hatte.

„Wir werden nicht akzeptieren, dass die Schweigeminute nicht respektiert wird“, hatte Bildungsminister Jean-Michel Blanquer vorab gewarnt. Denn nach den Anschlägen gegen „Charlie Hebdo“ und einen jüdischen Supermarkt im Januar 2015 hatten muslimische Schüler das Gedenken an die Opfer verweigert.

Dieses Mal blieb es ruhig, doch die große Nervosität im Vorfeld zeigte, wie heikel das Thema ist. Zumal am vergangenen Donnerstag erneut drei Menschen bei einer islamistischen Terrorattacke in einer katholischen Kirche in Nizza getötet wurden. Der Täter, ein 21-jähriger Tunesier, war erst im Herbst über die italienische Insel Lampedusa nach Europa eingereist und hatte sich höchstens seit ein paar Tagen in Frankreich aufgehalten.

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Ende September verletzte ein 25-jähriger Mann aus Pakistan vor dem ehemaligen Gebäude von „Charlie Hebdo“ zwei Menschen mit einem Fleischerbeil schwer; zum Auftakt des Prozesses um die Anschläge von 2015 hatte die Satirezeitschrift erneut Mohammed-Karikaturen abgedruckt.

Drei Anschläge in nur wenigen Wochen

Drei Anschläge hat Frankreich innerhalb von wenigen Wochen erlebt. „Einmal mehr wurde unser Land von einer islamistischen Terrorattacke getroffen“, sagte Präsident Emmanuel Macron am Donnerstag in Nizza. „Aber wir werden nicht weichen.“ Die Anzahl der Soldaten der Antiterroroperation Sentinelle werde zur Überwachung von religiösen Stätten und Schulen von 3000 auf 7000 erhöht, der Kampf gegen Hassprediger und islamistische Propaganda im Internet verschärft.

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Seit 2015 sind insgesamt 270 Menschen in Frankreich bei islamistischen Attentaten getötet worden. Während diese in den meisten Fällen von Männern mit französischer Staatsbürgerschaft verübt wurden, von denen mehr als 8000 derzeit wegen Radikalisierung unter Beobachtung stehen, handelte es sich bei den Tätern der letzten drei Anschläge um Ausländer.

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Priester vor Kirche in Lyon durch Schüsse schwer verletzt
1:13 min
Bislang gebe es keine Hinweise auf einen islamistischen Anschlag, teilten die Behörden mit.  © Reuters
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„Strategie der tausend Nadelstiche“

Dem Experten für Terrorismus am Französischen Institut für internationale Beziehungen, Marc Hecker, zufolge nennen Terrororganisationen wie Al-Kaida und der selbst ernannte „Islamische Staat“ (IS) Frankreich explizit als Zielscheibe, denn es befinde sich laut deren Propaganda in einem „Krieg gegen den Islam“: Im Inneren äußere sich dieser „Krieg“ durch die gesetzlich verankerte Laizität, die Trennung von Staat und Religion, die „in der dschihadistischen Propaganda wie eine institutionalisierte Islamophobie dargestellt wird“, und im Äußeren durch die diplomatischen und militärischen Aktivitäten Frankreichs in muslimischen Ländern von Mali über Libyen bis Syrien.

Zuletzt empörte Macron viele Menschen in einigen muslimisch geprägten Ländern, indem er während der Trauerfeier für Paty bekräftigte, Frankreich werde nicht auf die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen verzichten.

Die „Strategie der tausend Nadelstiche“ des IS bestehe laut Hecker in einer Logik, dass viele kleine Attacken die Gesellschaften der „feindlichen Länder“ auszehre. Man wolle eine Reaktion der Behörden wie auch Gegenangriffe gegen Muslime oder deren Glaubensstätten provozieren, um eine Eskalationsspirale zu erreichen. Terrorakte, so der Experte, werden oft in Wellen verübt, auch aus Nachahmung, und gefördert durch die sozialen Netzwerke. Die jüngste Welle gehe wohl auf die Mohammed-Karikaturen in „Charlie Hebdo“ zurück.


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