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Muslime in Frankreich verurteilen Terrorismus und Boykottaufrufe

Nach den Anschlägen in Frankreich haben Muslime in dem Land Terrorismus und Boykottaufrufe verurteilt.

Paris. Drei große Moscheen und mehrere muslimische Verbände haben nach den Anschlägen in Frankreich Terrorismus und Boykottaufrufe für französische Produkte verurteilt.

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„Da die Medien in Frankreich frei sind, kann kein politischer Anführer, auch nicht der Präsident der Republik, einem Medienunternehmen die Veröffentlichung oder Nichtveröffentlichung einer Zeichnung oder einer Karikatur vorschreiben“, hieß es in einer am Montag veröffentlichen Stellungnahme, die unter anderem von der Großen Pariser Moschee und der Versammlung der Muslime in Frankreich unterzeichnet wurde. Bei den Boykottaufrufen handele es sich um politische Manipulation.

Moscheen: Mitgefühl für Opfer von Terror

Man verurteile all diejenigen, die den Islam zu politischen Zwecken missbrauchten, um etwa Hass zu schüren. „Und wir sprechen allen Opfern des islamistischen Terrorismus unsere bedingungslose Unterstützung und unser tiefes Mitgefühl aus“, hieß es weiter. Es gebe Zeiten, in denen man sich mit seinem Land solidarisch zeigen müsse - Frankreich sei in den vergangenen Wochen ungerechtfertigten Angriffen ausgesetzt gewesen.

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Proteste gegen Macron und Frankreich dauern an

In Bangladesch sind Tausende Muslime gegen den französischen Staatspräsidenten Macron auf die Straße gegangen.

„Die überwältigende Mehrheit der Muslime in Frankreich ist sehr breit in die Gesellschaft integriert und hat die Absicht, ihre Religion (...) gemäß den Gesetzen der Republik in Gelassenheit zu leben.“ Man rufe daher die Jugend auf, sich nicht auf verschlungene Pfade führen zu lassen, die zu nichts anderem als zu Zerstörung und Selbstzerstörung führten. „Differenzen und Konflikte, wenn sie in einem demokratischen Raum entstehen, können nirgendwo anders als vor den Gerichten geschlichtet werden.“

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte nach der brutalen Ermordung eines Lehrers die Meinungsfreiheit und die Veröffentlichung von Karikaturen im Land verteidigt. Der Lehrer Samuel Paty hatte im Unterricht zum Thema Meinungsfreiheit Karikaturen des Propheten Mohammed gezeigt und wurde den Ermittlern zufolge deshalb von einem 18-Jährigen getötet.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat im Streit um die Karikaturen zum Boykott französischer Waren aufgerufen. Zahlreiche Muslime weltweit gingen zuletzt gegen Macron auf die Straße, es gab anti-französische Demonstrationen.

RND/dpa

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