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Anleitung zu Terroranschlägen in Dresdner Telegram-Gruppe geteilt

Nach Drohungen gegen Sachsens Ministerpräsidenten Kretschmer auf Telegram durchsuchte die Polizei im Dezember in Dresden mehrere Objekte.

In der Dresdner Telegram-Gruppe Dresden Offlinevernetzung, in der die Ermordung des sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer geplant wurde, sollen auch konkrete Anleitungen für Terroranschläge ausgetauscht worden sein. Das belegen Audiochats sowie gespeicherte Chatverläufe, die ZDF-Frontal vorliegen. Unterstützung erhielt die Gruppe dabei von dem US‑amerikanischen rechtsextremen Netzwerk MZWNEWS, das vom Neonazi John de Nugent geleitet wird. De Nugent ist bekennender Holocaustleugner, auf seiner Website finden sich antisemitische Inhalte sowie Verschwörungstheorien zur Apollo‑11‑Mission und zuletzt vor allem zur Corona-Pandemie. Die Anfrage des ZDF, Stellung zu den Vorwürfen zu beziehen, postete de Nugent auf seinem Telegram-Kanal und schloss antisemitische Beschimpfungen an.

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Wie aus den Informationen aus den Chats hervorgeht, empfahl das Netzwerk den Mitgliedern der deutschen Gruppierung, militante Widerstandszellen zu bilden. Kleingruppen von höchstens 15 Personen sollten dann „anfangen, effektiv aufzuräumen“, hieß es in einem Telegram-Chat. In der Folge teilte sich die Gruppe Offlinevernetzung tatsächlich in weiteren Untergruppen in ganz Deutschland auf. Dabei beschränkte sich der Kontakt der Gruppen nicht nur auf einen Austausch auf Telegram: Auch reale Zusammenkünfte sind belegt.

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Morddrohung gegen Impfteam

Die Audiodateien bringen vor allem den Wortführer der Gruppe, Daniel G., in Bedrängnis. So kündigte er auf dem sozialen Netzwerk an, eine Zielvorrichtung auf seiner Waffe montieren lassen zu wollen. Außerdem erklärte G.: „Du kriegst hier die Typen, dieses Regime ohne friedliche Mittel, also ohne Gewalt, nicht mehr weg!“ G. ging offenbar davon aus, dass ein Impfteam zu ihm nach Hause kommen könnte, um ihn zu impfen. In diesem Falle drohte G., mit seinem Gewehr oder einer Armbrust durch die Tür zu schießen. G. schrieb im selben Chat: „Da fallen schon mal zweie um.“ G.s Anwalt bestreitet, dass ein Gruppenmitglied zu irgendeinem Punkt ernsthaft eine Straftat geplant oder überhaupt in Betracht gezogen habe.

Nachdem nach den ZDF-Veröffentlichungen im Dezember die Mordpläne gegen den sächsischen Ministerpräsidenten bekannt wurden, entdeckten Beamte des sächsischen Landeskriminalamts bei Razzien in Dresden eine geladene Pistole sowie weitere erlaubnisfreie Waffen und Schwarzpulver. Wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte, werde gegen sieben Verdächtige ermittelt. Den Personen wird „gemeinschaftliche Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat“ vorgeworfen.

RND/dre

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