Söder: „Werden in den nächsten Tagen den Katastrophenfall ausrufen“

  • Bayerns Ministerpräsident Markus Söder warnt: „Die Lage scheint außer Kontrolle zu geraten. Wir sind in einer dramatischen Entwicklung.“
  • In den kommenden Tagen will er im Freistaat den Katastrophenfall ausgerufen.
  • Die am Mittwoch von Bund und Ländern gefassten Beschlüsse übernimmt die bayerische Regierung komplett.
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München. Das bayerische Kabinett hat nach der Einigung auf den einmonatigen begrenzten Teil-Lockdown in ganz Deutschland über die konkrete Umsetzung in Bayern beraten und die Corona-Verordnung des Landes erneut angepasst. „Wir werden in den nächsten Tagen sicherlich den Katastrophenfall ausrufen“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) im Anschluss daran in München.

Die Infektionszahlen hätten sich innerhalb von sieben Tagen um 50 Prozent erhöht, die Belegung der Intensivbetten habe sich in den vergangenen neun Tagen verdoppelt. In einigen Regionen drohten in den kommenden Tagen bereits Kapazitätsengpässe, erläuterte Söder. Durch die Ausrufung des Katastrophenfalls könne das Land die Verteilung der Intensivpatienten besser koordinieren.

„Die Lage scheint außer Kontrolle zu geraten“, betonte der Ministerpräsident. „Wir sind in einer dramatischen Entwicklung.“ Und: „Wenn wir nichts tun oder alles so lassen, dann wird es schlechter, dann wird es schlimmer, dann wird es steiler.“

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Söder: Bayern will Katastrophenfall ausrufen
1:20 min
Um die Gesundheitseinrichtungen und Behörden bei der Bekämpfung der Pandemie besser koordinieren zu können, will Bayern den Katastrophenfall ausrufen.  © Reuters

Die Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz vom Mittwoch hat die bayerische Regierung „eins zu eins übernommen“, sagte der CSU-Politiker. Außerdem appellierte er noch einmal: „Alle müssen aufwachen. Es ist wieder eine Gemeinschaftsaufgabe. Wenn sich nichts tut, würden wir bis Ende November 90.000 Neuinfektionen pro Tag haben.“

Merkel: „Maßnahmen sind geeignet, erforderlich und verhältnismäßig“

Bund und Länder hatten am Mittwoch erneut weitreichende Beschlüsse gefasst, um die Pandemie angesichts der zuletzt dramatisch steigenden Fallzahlen wieder einzudämmen.

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Vom 2. November an dürfen sich – vorerst bis Monatsende – in der Öffentlichkeit nur noch Angehörige zweier Haushalte treffen: maximal zehn Personen. Außerdem werden unter anderem Restaurants, Bars, Clubs, Diskotheken und Kneipen sowie Freizeiteinrichtungen, Fitnessstudios, Schwimm- und Spaßbäder geschlossen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat vor diesem Hintergrund am Donnerstagmorgen im Bundestag eine Regierungserklärung abgegeben. “Die Maßnahmen sind geeignet, erforderlich und verhältnismäßig”, sagte sie.

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Zweiter Lockdown: Bund gibt 10 Milliarden für Umsatzausfälle
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Restaurants, Kneipen, Kinos und andere kleine Betriebe müssen erneut vorübergehend schließen.  © dpa
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RND/tdi

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