„Tatort“: Mordlust auf der Wohnzimmercouch

  • Der Deutschen liebste Krimiserie feiert heute Abend Jubiläum.
  • Seit 50 Jahren erfreuen sich Millionen Zuschauer jeden Sonntag an Mord, Totschlag und der anschließenden Verbrecherjagd.
  • Warum eigentlich?
Das tägliche Briefing
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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

was machen Sie heute Abend um 20.15 Uhr? Ich behalte an diesem Abend die guten und die schlechten Nachrichten aus dem echten Leben hier im RND-Newsroom im Blick, geschätzt zwischen acht und zwölf Millionen andere werden den Fernseher einschalten und den „Tatort“ schauen. Die Krimireihe war und ist ein Phänomen. Seit 50 Jahren gucken die Deutschen den Ermittlern zu, heute läuft Teil eins der Jubiläumsfolge.

„Warum schauen sich das immer noch so viele Leute an?“, fragt Matthias Schwarzer in seiner Videokolumne. Die Antwort hat viel mit lieb gewonnenen Gewohnheiten zu tun – und damit, dass die Mischung aus Altbewährtem und gewagten Fernsehexperimenten über die Jahrzehnte oft gestimmt hat.

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Video
50 Jahre „Tatort“: Warum ist die Krimireihe so erfolgreich?
5:00 min
Die ARD-Kultreihe „Tatort“ feiert ihr 50-jähriges Jubiläum – und ist aus der deutschen Fernsehlandschaft nicht mehr wegzudenken. Was macht die Serie so erfolgreich?  © RND

Kristian Teetz würdigt der Deutschen liebste Krimiserie als Brücke zwischen Fiktion und Wirklichkeit. „Was man da im ‚Tatort‘ sah, könnte auch im eigenen Leben passiert sein, ‚bei uns‘ in der Nachbarschaft“, schreibt er – gibt aber auch zu bedenken, dass Deutschland letztlich um einiges sicherer ist, als es uns die „Tatort“-Autoren 35-mal im Jahr weismachen wollen.

So ist die Krimireihe ein Spiegel des Idylls, in dem wir leben: Die Lust am sonntäglichen Mord und Totschlag wächst mit der kuscheligen Sicherheit, die die Deutschen in den vergangenen 50 Jahren genossen haben.

Und heute Abend? Zur Feier des halben Jahrhunderts schickt die ARD gleich zwei Teams auf Verbrecherjagd – Kommissare aus München und Dortmund. Klingt nach einem Bundesliga-Topspiel, könnte aber auch als Krimi gut funktionieren. Zumal die Ermittler es mit ziemlich brutalen Taten zu tun haben werden.

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„Einen düsteren Thriller“ hat Redakteurin Hannah Scheiwe vorab gesehen und zusammengefasst. Wer vor heute Abend nicht zu viel erfahren will, meidet ihren Text am besten. Und wer Spätdienst hat, kann sich später in der ARD-Mediathek bedienen.

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Zitat des Tages

Laut Tagesordnung hat die AfD gestern über Sozialpolitik diskutiert. RND-Korrespondent Jan Sternberg musste aber nicht zwischen den Zeilen lesen, um den wahren Konflikt zu finden: Wie rechts darf die Partei sein? Parteichef Jörg Meuthen hat den extremen Kräften in der Partei den Kampf angesagt. Warum das eine riskante Idee ist, beschreibt Sternberg in seinem Kommentar.

Leseempfehlungen

Glücklich ohne Kinder? Immer mehr Frauen verzichten auf Nachwuchs, rund jede fünfte Frau zwischen 45 und 49 Jahren bleibt kinderlos. Die Gründe dafür sind vielfältig. Doch viele von ihnen leiden deswegen unter Unverständnis und Vorurteilen innerhalb der Gesellschaft, schreibt Gitta Schröder.

Resistent im Alter: Erica Baird und Karen E. Wagner waren einst unter den ersten Frauen, die sich als Anwältinnen in großen New Yorker Firmen bewiesen haben. Doch als sie in den Ruhestand gingen, mussten sie feststellen, dass sie plötzlich nicht mehr so gefragt waren. Im RND-Interview mit Ben Kendal erklären sie, was wir von Älteren für die Pandemie lernen können – und wie wir ihnen helfen können.

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Immun in der Herde? Das Coronavirus hat Manaus, Neu-Delhi und Bergamo zu Infektionshotspots gemacht. Antikörperstudien und Inzidenzen legen jetzt nahe, dass es in den Städten bereits eine natürliche Durchseuchung gegeben haben könnte. Das bedeutet aber nicht, dass die Einwohner zukünftig immun gegen Sars-CoV-2 sind, analysiert Laura Beigel.

Die Termine des Tages

16. Sonntagsdemonstration in Belarus: Trotz Polizeigewalt reißen die Proteste gegen Lukaschenko seit mehr als drei Monaten nicht ab. Nach der von der EU nicht anerkannten Präsidentenwahl am 9. August ist das Land in einer beispiellosen innenpolitischen Krise. Fast täglich gibt es dort Aktionen, bei denen Lukaschenkos Rücktritt, ein Ende der Polizeigewalt, die Freilassung aller politischen Gefangenen und eine Neuwahl gefordert werden. Die Bewegung sieht die Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja als wahre Siegerin der Präsidentenwahl. Die 38-Jährige steuert die Demokratie­bewegung und die Proteste von ihrem Exil in der EU aus.

Volksabstimmung in der Schweiz: In dem Alpenstaat wird über die Haftung von Schweizer Unternehmen für Menschenrechts­verletzungen im Ausland abgestimmt. Initiatoren sind die Volksinitiativen „Für verantwortungsvolle Unternehmen – zum Schutz von Mensch und Umwelt“ und „Für ein Verbot der Finanzierung von Kriegsmaterial­produzenten“.

Abschluss des AfD-Bundesparteitags: Von 10 Uhr an geht es im Messe- und Kongresszentrum in Kalkar weiter. Es stehen einige parteiinterne Wahlen an.

Wer heute wichtig wird

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Die Wintersportsaison hat begonnen. Heute geht es unter anderem für Erik Lesser um Weltcuppunkte im Biathlon. © Quelle: Markku Ulander/Lehtikuva/dpa

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Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag,

Ihr Christian Palm

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