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Polizei warnt nach Mord von Idar-Oberstein vor Radikalisierung der Corona-Leugner

  • Die Gewerkschaft der Polizei warnt nach dem Tankstellenmord in Idar-Oberstein davor, dass sich Menschen aus der Szene der Corona-Leugner radikalisieren.
  • Sicherheitsbehörden müssten radikale Kräfte stärker in den Blick nehmen.
  • „Sei es von links, rechts oder aus der ‚Querdenker‘-Szene“.
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Idar-Oberstein. Nach der Bluttat von Idar-Oberstein hat die Polizeigewerkschaft GdP vor einer Radikalisierung der Coronaleugner-Szene gewarnt. „Wir nehmen seit letztem Jahr eine Radikalisierung von Corona-Gegnern wahr. Insbesondere im Zusammenhang von Demonstrationen im ‚Querdenker‘-Milieu“, sagte der GdP-Vize Jörg Radek den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Diese schwere Straftat sei jedoch bislang ein Einzelfall. Bei Demonstrationen gebe es immer mehr Angriffe auf Medienschaffende und Übergriffe gegen Polizistinnen und Polizisten.

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Polizeigewerkschaft: Tat in Idar-Oberstein sei kaum in Worte zu fassen

Radek erklärt: „Es ist wichtig, dass die Sicherheitsbehörden radikale Kräfte in den Blick nehmen. Sei es von links, rechts oder aus der ‚Querdenker‘-Szene“, so Radek. Die Tat in Idar-Oberstein sei kaum in Worte zu fassen. „Da erschießt offenbar ein Gegner der Corona-Maßnahmen einen Kassierer in einer Tankstelle, nur weil er ihn zum Tragen der Maske ermahnt hat.“

Die Polizei hat nach eigenen Angaben einen 49-jährigen Deutschen wegen dringenden Mordverdachts in Untersuchungshaft genommen. Der Mann soll am Samstagabend einen 20-jährigen Mitarbeiter einer Tankstelle erschossen haben. Den Angaben zufolge war er zunächst am früheren Abend ohne Schutzmaske in der Tankstelle, um dort einzukaufen. Der Mitarbeiter habe ihn auf die Hygienevorschriften hingewiesen, woraufhin der Mann die Tankstelle verlassen habe.

Am späteren Abend sei er mit Maske zurückgekehrt. An der Kasse habe der Mann seine Maske heruntergezogen und mit einem Revolver auf den 20-jährigen Studenten geschossen. Am Sonntagmorgen habe sich der Mann gestellt. Er sei polizeilich bisher nicht in Erscheinung getreten. Nach den bisherigen Vernehmungen habe der Tatverdächtige aus Ärger über die Zurückweisung bei seinem ersten Besuch in der Tankstelle und der Aufforderung des Kassierers, eine Mund-Nasen-Bedeckung anzulegen, gehandelt. Auch habe er angegeben, die Corona-Schutzmaßnahmen abzulehnen.

RND/Reuters

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