• Startseite
  • Politik
  • Syriens Machthaber Assad hat Corona: Opposition spricht von „Propaganda“

Opposition: Bericht über Assads Corona-Infektion ist „Propaganda“

  • Die Opposition in Syrien bezeichnet Berichte über die Corona-Infektion Präsidents Baschar al-Assad und seiner Frau Asma als Propaganda.
  • Assad wolle damit die Sympathie des Volkes gewinnen.
  • Auch die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte geht davon aus, dass die Nachricht von Missständen im Land ablenken soll.
Anzeige
Anzeige

Damaskus. Syriens Opposition hat Angaben über eine Corona-Infektion von Präsident Baschar al-Assad und seiner Frau Asma als „reine Propaganda“ bezeichnet. Der Chef der Oppositionsvertreter im Verfassungsausschuss, Hadi al-Bahra, sprach am Dienstag von einem Ablenkungsmanöver.

Assad wolle „die Sympathie des Volks gewinnen und die Leute mit einer erfundenen Geschichte beschäftigen“, sagte Al-Bahra der Nachrichtenagentur dpa. Damit wolle er von „harten Lebensbedingungen wegen der schlechten Wirtschaftslage und Korruption“ ablenken.

Video
Die Akteure im Syrien-Konflikt
3:37 min
Mit ihrem Abzug aus Nordsyrien sorgen die USA für Chaos im Nahen Osten.
Anzeige

Das syrische Präsidialamt hatte am Montag mitgeteilt, dass der 55 Jahre alte Assad und seine Frau positiv getestet wurden. Das Paar werde nach „leichten Symptomen“ zwei bis drei Wochen in Quarantäne begeben. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtete am Dienstag ebenfalls, die Nachricht solle „ablenken“ von extremer Armut und wirtschaftlichem Kollaps.

Wirtschaft seit 2010 um 60 Prozent geschrumpft

Nach zehn Jahren Krieg ist das Land wirtschaftlich am Boden. Seit 2010 ist die Wirtschaft laut Weltbank um mehr als 60 Prozent geschrumpft. Ein US-Dollar, der vor dem Krieg für rund 50 syrische Pfund gehandelt wurde, kostete im Januar offiziell 1250 und auf dem Schwarzmarkt mehr als 3000 Pfund. Wegen begrenzter staatlicher Mittel können wichtige Verbrauchsgüter wie Brot und Benzin nicht ausreichend subventioniert werden. Vielen Familien fehlt es am Nötigsten.

Syriens Verbündeter Russland stellte unterdessen ärztliche Hilfe für die Assads in Aussicht. Präsident Wladimir Putin würde eine solche Bitte sicher „sofort“ prüfen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax. Syrien hat den russischen Impfstoff Sputnik V bereits zugelassen. In dem Bürgerkriegsland wurden rund 16 000 Corona-Infektionen gemeldet.

RND/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen