• Startseite
  • Politik
  • Syrien: Droht Ende der UN-Hilfe? EU-Kommissar warnt vor Katastrophe

Drohendes Ende der UN-Hilfe für Syrer: EU-Kommissar warnt vor Katastrophe

  • Wegen eines Streits im UN-Sicherheitsrat über die Offenhaltung eines Grenzübergangs in Syrien für Hilfslieferungen droht das Aus der UN-Hilfe für die Menschen dort.
  • Davor warnt nun der EU-Kommissar für Krisenmanagement.
  • „Eine Nicht-Erneuerung dieser Lebensader über Bab al-Hawa würde enorm dramatische Konsequenzen haben für Millionen von Menschen“, sagte Janez Lenarcic.
Anzeige
Anzeige

Istanbul. Kurz vor einem möglichen Aus der UN-Hilfe für Millionen Syrer hat der EU-Kommissar für Krisenmanagement vor einer Katastrophe für die Menschen gewarnt. Hintergrund ist ein Streit im UN-Sicherheitsrat über die Offenhaltung eines Grenzübergangs für Hilfslieferungen und den Einfluss der syrischen Führung auf deren Verteilung.

„Eine Nicht-Erneuerung dieser Lebensader über Bab al-Hawa würde enorm dramatische Konsequenzen haben für Millionen von Menschen“, sagte Janez Lenarcic am Donnerstag im türkischen und nahe der syrischen Grenze gelegenen Ort Reyhanli. „Dieser Übergang muss erhalten bleiben.“

Bab al-Hawa ist ein Grenzübergang im Nordwesten Syriens, über den täglich große Mengen Hilfslieferungen von der Türkei in das Bürgerkriegsland gelangen. 2014 wurde die UN-Mission ins Leben gerufen, am 10. Juli soll sie auslaufen.

Anzeige
Der Tag Was heute wichtig ist. Lesen Sie den RND-Newsletter "Der Tag".

Eine Verlängerung im Sicherheitsrat droht am Veto Russlands zu scheitern. Drei weitere Grenzübergänge wurden bereits auf Betreiben der russischen Führung geschlossen. Moskau argumentiert, die Lieferungen könnten auch über die syrische Hauptstadt Damaskus in Rebellengebiete gelangen.

Viele Experten lehnen diesen Vorschlag ab. Die Kontrolle über einen bedeutenden Teil der Hilfe würde die Position von Präsident Baschar al-Assad gegenüber politischen Gegnern deutlich stärken.

Rund vier Millionen Syrer leben nach UN-Schätzungen im Nordwesten Syriens. Die meisten sind Vertriebene, die in Lagern, halb fertigen Häusern und ähnlichen ärmlichen Unterkünften leben. Sie sind fast alle angewiesen auf humanitäre Hilfe, nicht zuletzt der Vereinten Nationen. Allein 1,3 Millionen Menschen erhalten Lebensmittel vom Welternährungsprogramm (WFP).

RND/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen