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Syrien: „Beispiellose“ Zahl an hungernden Kindern

  • Corona-Pandemie und die Folgen von zehn Jahren Bürgerkrieg: Die Preise für Lebensmittel sind in Syrien stark gestiegen.
  • Viele Familien müssen auf Mahlzeiten verzichten.
  • Laut UN-Angaben sind landesweit mehr als eine halbe Million Kinder unterernährt.
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Damaskus. Wegen explodierender Preise für Lebensmittel und den Folgen von zehn Jahren Bürgerkrieg steigt in Syrien die Zahl an hungernden und akut unterernährten Kindern. „Die Unterernährung bei Kindern unter fünf Jahren schießt in die Höhe“, teilte das International Rescue Committee (IRC) kürzlich mit.

Die Organisation Save the Children spricht von einer „beispiellosen“ Zahl an hungernden Kindern. Die Abteilung für Unterernährung im Krankenhaus Ibn Sina in der von Rebellen kontrollierten Provinz Idlib etwa nahm im Mai mehr als 370 neue Fälle auf, im vergangenen Jahr waren es mehr als 5000.

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Mehr als eine halbe Million Kinder unterernährt

In dem arabischen Land mit rund 20 Millionen Einwohnern ist die Ernährung nach Angaben des Welternährungsprogramms (WFP) bei 12,4 Millionen Menschen nicht gesichert. Anfang 2020 waren es 7,9 Millionen.

Nach UN-Angaben sind landesweit mehr als 500 000 Kinder unter fünf Jahren chronisch und 90 000 Kinder akut unterernährt. Das syrische Pfund hat massiv an Wert verloren und war im März gegenüber dem US-Dollar auf ein Rekordtief gefallen. Nach Jahren des Krieges ist Syriens Wirtschaft zusammengebrochen.

Wegen der stark gestiegenen Preise für Lebensmittel haben Familien oft keine andere Möglichkeit, als auf Mahlzeiten zu verzichten. Viele Kinder müssen arbeiten. Eltern verheiraten junge Mädchen auch immer wieder in Kinderehen, um die finanzielle Verantwortung an einen Bräutigam abzugeben oder um eine Mitgift zu erhalten.

RND/dpa

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