Südkorea meldet weiteren nordkoreanischen Raketentest

  • In Nordkorea regiert Machthaber Kim Jong Un und steht immer wieder wegen Menschenrechtsverletzungen des diktatorischen Regimes in der Kritik.
  • In dem Land gibt es weder freie Wahlen noch freie Meinungsäußerung, die Einwohner dürfen auch nicht ausreisen.
  • Hier finden Sie die neusten Nachrichten aus und über Nordkorea.
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Südkorea meldet weiteren nordkoreanischen Raketentest (27.01.2022)

Nordkorea hat am Donnerstag nach Angaben Südkoreas wieder einen Raketentest absolviert. Zwei Geschosse, vermutlich ballistische Raketen mit kurzer Reichweite, seien von der Ostküste des Landes ins Meer gefeuert worden, teilte der südkoreanische Generalstab mit. Es ist der sechste derartige Waffentest seit Anfang Januar. Erst am Dienstag hatte Nordkorea zwei mutmaßliche Marschflugkörper getestet.

Vergangene Woche hatte Pjöngjang angedeutet, auch Tests mit Atomwaffen und Langstreckenraketen wieder aufzunehmen, die die USA erreichen könnten. Diese Tests waren von Machthaber Kim Jong Un 2018 in einer Phase diplomatischer Kontakte mit Washington ausgesetzt worden.

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Analysten zufolge will Pjöngjang mit den Tests Druck auf US-Präsident Joe Biden ausüben, der Gespräche angeboten, aber keine Bereitschaft zur Lockerung von Sanktionen erkennen lassen hat, bevor Kim echte Abrüstungsschritte unternimmt. (AP)

Nordkorea droht mit Wiederaufnahme von Tests für Langstreckenraketen (20.01.2022)

Nordkorea hat den USA Feindseligkeiten vorgeworfen und mit der Wiederaufnahme aller ausgesetzten Aktionen gedroht. Eine Politbürositzung der Staatspartei habe die Anweisung gegeben, sämtliche vertrauensbildenden Maßnahmen zu prüfen, die Nordkorea auf eigene Initiative ergriffen habe, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Donnerstag. Das Gremium forderte Schritte, um „unsere physische Stärke zur Verteidigung der Würde, der souveränen Rechte und der Interessen unseres Staates (...) zu erhöhen“.

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hatte 2018 angekündigt, alle Tests von Atombomben und Langstreckenraketen auszusetzen. Anschließend kamen Treffen mit dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump zustande, die letztlich ergebnislos blieben, weil die USA sich weigerten, wichtige Sanktionen gegen Nordkorea aufzuheben, während Pjöngjang nur auf einen Teil seiner Atomwaffen verzichten wollte. Schon Ende 2019 erklärte Kim, er fühle sich an den Teststopp nicht mehr gebunden.

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Jetzt warf das Politbüro unter Leitung Kims den USA vor, ihre Feindseligkeiten hätten einen gefährlichen Punkt erreicht. Es verwies auf Militärmanöver der USA und Südkoreas und erklärte offensichtlich fälschlicherweise, Washington rüste Südkorea weiter mit strategischen Waffen aus, um Nordkorea unter Druck zu setzen.

Nordkorea hat seit Jahresanfang mehrfach Raketen getestet, allerdings keine Langstreckenwaffen, die auch die USA erreichen könnten. Experten schätzten, Nordkorea könne seine Waffentests dramatisch ausweiten, allerdings wohl erst nach dem Ende der Olympischen Winterspiele im Februar in Peking, die für seinen Hauptverbündeten China ein Prestigeprojekt sind. (AP)

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Südkorea: Nordkorea setzt Raketentests fort (17.01.2022)

Trotz neuer US-Sanktionen setzt Nordkorea seine Raketentests fort. Am Montag seien zwei Raketen vom Sunan-Flughafen in der Hauptstadt Pjöngjang nach Osten in Richtung des Meers abgefeuert worden, teilte der Generalstab der südkoreanischen Streitkräfte mit.

Dabei habe es sich vermutlich um ballistische Raketen von kurzer Reichweite gehandelt. UN-Resolutionen untersagen der selbst erklärten Atommacht Nordkorea die Erprobung ballistischer Raketen, die je nach Bauart auch einen Nuklearsprengkopf tragen können.

Zunächst war unklar, wie weit die Raketen flogen. Es war der vierte Raketentest des politisch isolierten Landes seit Jahresbeginn. Experten in Südkorea vermuten, das Nachbarland wolle militärische Stärke demonstrieren und seine Fähigkeit unter Beweis stellen, Raketen von verschiedenen Standorten und Plattformen abzufeuern.

Am Freitag hatte Nordkorea laut Angaben aus Pjöngjang zwei Raketen von einer mobilen Abschussrampe auf einem Zug in Richtung Meer abgefeuert. Der Test galt als Antwort auf neue Sanktionen der USA.

Am Mittwoch hatte das US-Finanzministerium Strafmaßnahmen gegen fünf Nordkoreaner beschlossen, denen es vorwarf, Güter für die Massenvernichtungs- und Raketenprogramme ihres Landes zu beschaffen. Zudem wollen die USA neue Sanktionen gegen Nordkorea durch die Vereinten Nationen durchsetzen.

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Bereits am 5. Januar und am Dienstag vergangener Woche hatte Nordkorea jeweils einen Raketentest unternommen - nach eigenen Angaben mit Hyperschall-Raketen. Bei solchen Waffen kann ein sogenannter Hyperschall-Gleitflugkörper von einer ballistischen Rakete aus starten. Hyperschall-Waffen lassen sich wegen ihrer hohen Geschwindigkeit und Manövrierfähigkeit nur schwer abfangen.

Nordkorea hat sich selbst zur Atommacht erklärt. Sein Status gilt wegen der Verhandlungen über sein Atomwaffenprogramm aber als unklar. Die Verhandlungen der USA mit Nordkorea kommen seit fast drei Jahren nicht mehr voran.

Nach langer Corona-Pause: Nordkorea schickt wieder Güterzug nach China – zur „Notfallversorgung“

Nordkorea hat Berichten zufolge nach langer Unterbrechung wegen der Corona-Pandemie wieder einen Güterzug über den Fluss Yalu nach China geschickt. Ein Güterzug aus der nordkoreanischen Stadt Sinuiju sei am Sonntagmorgen (Ortszeit) nach der Überfahrt auf der Sino-Koreanischen Freundschaftsbrücke in der chinesischen Grenzstadt Dandong eingetroffen, berichteten übereinstimmend südkoreanische und japanische Medien unter Berufung auf mehrere Quellen.

Es war bislang nicht bekannt, ob der Zug mit Gütern beladen oder leer war. Der Zug werde vermutlich am Montag wieder nach Nordkorea mit Gütern für die „Notfallversorgung“ zurückfahren, zitierte die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap einen Informanten. Es sei das erste Mal seit anderthalb Jahren, dass Nordkorea formal seine Landesgrenze zu China wieder geöffnet habe.

Die Ankunft des Zuges befeuerten in Südkorea Spekulationen, wonach Nordkorea und China ihren Handel über die Landesgrenze wieder aufnehmen könnten. Laut der japanischen Agentur Kyodo war aber nach wie vor unklar, ob der Handel schon bald wieder in vollem Umfang fortgesetzt werden könne.

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Nordkorea ist wegen seines Atomwaffenprogramms harten Sanktionen durch den UN-Sicherheitsrat unterworfen, die auch mit der Zustimmung der Vetomacht China verhängt wurden. Die Folgen der Corona-Pandemie setzten dem Land zusätzlich stark zu. Aus Furcht vor einer Einschleppung des Virus machte es seine Grenzen schon frühzeitig dicht, was sich stark auf den Handel mit China auswirkte. Die Zentralbank Südkoreas schätzt, dass unter anderem die Einfuhr von Konsumgütern ins Nachbarland praktisch zum Erliegen gekommen ist. Zudem leidet das Land unter einer Nahrungsmittelknappheit.

Allerdings berichtete der südkoreanische Geheimdienst Ende Oktober, dass die Zahl der Schiffe, die aus China Güter für lebensnotwendige Güter nach Nordkorea bringen, schon seit dem vergangenen Juli wieder zugenommen habe. Auch wird Nordkorea regelmäßig vorgeworfen, die Sanktionen unter anderem durch Öl- und Kohle-Umladungen von Schiff zu Schiff zu umgehen. (dpa)

Südkorea: Nordkorea hat erneut Waffentest unternommen (14.01.2022)

Nach neuen Sanktionen der USA in Verbindung mit seinem Raketenprogramm hat Nordkorea erneut einen Waffentest unternommen. Nordkorea habe am Freitag mindestens ein zunächst nicht identifiziertes Geschoss abgefeuert, teilte Südkoreas Generalstab mit. Das Geschoss sei in Richtung Osten geflogen. Wie weit es flog und wo es landete, war zunächst unklar.

Japans Verteidigungsministerium bestätigte den Start. Nach Berichten des japanischen Senders NHK vermutet das Ministerium, dass Nordkorea erneut einen Test mit einer ballistischen Rakete ausgeführt haben könnte. UN-Resolutionen verbieten der selbst erklärten Atommacht Nordkorea die Erprobung solcher Raketen, die einen Nuklearsprengkopf tragen können.

Am Mittwoch hatte das US-Finanzministerium unter anderem Sanktionen gegen fünf Nordkoreaner beschlossen, denen es vorwirft, Güter für die Massenvernichtungs- und Raketenprogramme ihres Landes zu beschaffen. Das Vermögen der betroffenen Personen in den USA oder unter Kontrolle von Amerikanern wird dadurch blockiert. Zudem wollen die USA neue Sanktionen gegen Nordkorea durch die Vereinten Nationen durchsetzen.

Nach Tests mit ballistischer Rakete: USA verhängen Sanktionen gegen Nordkoreaner (13.01.2022)

Als Reaktion auf die jüngsten Raketentests Nordkoreas erhöhen die USA den Druck auf die kommunistische Führung in Pjöngjang. Das US-Finanzministerium beschloss am Mittwoch (Ortszeit), Sanktionen gegen fünf Nordkoreaner zu verhängen, denen es vorwarf, Güter für Massenvernichtungs- und Raketenprogramme ihres Landes zu beschaffen. Das Vermögen der Personen und ihrer Organisationen in den USA oder unter Kontrolle von Amerikanern werde blockiert. Zudem wollen die USA neue Sanktionen gegen Nordkorea auf der Ebene der Vereinten Nationen durchsetzen.

Die USA würden neue UN-Sanktionen wegen der sechs Tests mit ballistischen Raketen vorschlagen, die Nordkorea seit September 2021 unternommen habe, schrieb die UN-Botschafterin der USA, Linda Thomas-Greenfield, auf Twitter. Sie warf Pjöngjang vor, mit den Raketenstarts gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats verstoßen zu haben. Nordkorea treibt seit Jahren vor allem die Entwicklung von Raketen voran, die mit Atomsprengköpfen ausgerüstet werden könnten. Es ist deswegen harten internationalen Sanktionen unterworfen.

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Nordkorea testet erneut ballistische Rakete
0:55 min
Wie das südkoreanische Verteidigungsministerium mitteilte, sei am Dienstag der Start einer ballistischen Rakete in Nordkorea festgestellt worden.  © Reuters

Die neuen Sanktionen der USA richten sich laut Ministerium gegen fünf Nordkoreaner, die in Russland oder China für die „Zweite Akademie für Naturwissenschaften“ Nordkoreas oder deren Unterorganisationen arbeiteten. Die Akademie stehe bereits seit 2010 wegen Unterstützung der Waffenprogramme des Landes auf der Sanktionsliste der USA.

Zusätzlich wurden den Angaben zufolge Sanktionen gegen einen weiteren Nordkoreaner sowie gegen einen russischen Staatsbürger und eine russische Firma verhängt. Sie hätten zur Weitergabe von Massenvernichtungswaffen durch Nordkorea beigetragen, hieß es.

Nordkorea hatte zuletzt am Dienstag eine Rakete getestet. Dabei wurde eigenen Angaben zufolge eine Hyperschall-Rakete erprobt. Bei solchen Waffen kann ein Hyperschall-Gleiter von einer ballistischen Rakete aus starten. Hyperschall-Waffen lassen sich wegen ihrer hohen Geschwindigkeit nur schwer abfangen. (dpa)

Nukleare „Kriegsabschreckung“: Nordkorea rüstet mit Hyperschallwaffe auf (12.01.2022)

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat persönlich den Raketenstart am Dienstag beobachtet und sich danach zufrieden gezeigt, dass die nukleare „Kriegsabschreckung“ gesteigert worden sei. Das meldete die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Mittwoch. Sie sprach vom erfolgreichen Test einer Hyperschallwaffe.

Das Geschoss habe mehrere Flugmanöver ausgeführt und dann 1000 Kilometer vom Startort entfernt ein Seeziel getroffen. Von KCNA veröffentlichte Fotos zeigten Kim, wie er in einem Raum mit ranghohen Offizieren und seiner Schwester Kim Yo Jong den Raketenstart beobachtet.

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Durch entmilitarisierte Zone: Südkoreaner überquert Grenze nach Nordkorea
0:45 min
Ein Südkoreaner hat die stark befestigte Grenze nach Nordkorea durchbrochen. Das passiert äußerst selten.  © Reuters

Es war der zweite Start einer mutmaßlich ballistischen Rakete - nach nordkoreanischen Angaben der zweite einer Hyperschallrakete - innerhalb einer Woche. Hyperschallwaffen fliegen mit mindestens fünffacher Schallgeschwindigkeit und können Luftabwehrsysteme deshalb vor große Probleme stellen.

Sie standen auf Kims Wunschliste für neue Waffen, die er vergangenes Jahr präsentierte: Er fordert damit unter anderem Langstreckenraketen mit Mehrfachsprengköpfen, Spionagesatelliten und von U-Booten zu startende Atomraketen. (AP)

Nordkorea sieht Fortschritte bei Entwicklung von Hyperschall-Rakete (12.01.2022)

Nordkorea hat nach eigenen Angaben weitere Fortschritte bei der Entwicklung von potenziell atomwaffenfähigen Hyperschall-Raketen erzielt. Machthaber Kim Jong Un habe am Dienstag den Test einer Hyperschall-Rakete durch die Akademie für Verteidigungswissenschaft verfolgt, berichteten die staatlich kontrollierten Medien am Mittwoch. Kim habe dabei den großen Erfolg bei der Entwicklung solcher Waffen gewürdigt.

Nach Ansicht von Beobachtern unterstrich der jüngste Test die Absicht des Landes, seine Waffensysteme modernisieren zu wollen. Es war das dritte Mal seit September, dass Nordkorea eigenen Angaben zufolge eine Hyperschall-Rakete getestet hat. Hyperschall-Waffen sind besonders schwer abzufangen, da sie mehr als die fünffache Schallgeschwindigkeit erreichen und manövrierfähig sind. Sogenannte Hyperschall-Gleiter können dabei von ballistischen Raketen aus starten. UN-Resolutionen verbieten Nordkorea die Erprobung ballistischer Raketen, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf tragen können.

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Südkorea und Japan hatten am Dienstag vom Test einer mutmaßlichen ballistischen Rakete durch Nordkorea gesprochen. Das südkoreanische Militär sprach dabei von möglichen technischen Verbesserungen im Vergleich zum nordkoreanischen Raketentest in der vergangenen Woche.

Beim jüngsten Test wurde nach den Berichten der nordkoreanischen Medien die „überlegene Manövrierfähigkeit des Hyperschall- Gleitflugkörpers durch den letzten Teststart noch augenfälliger“ nachgewiesen. Die Entwicklung solcher Waffen sei eine der „fünf Kernaufgaben“ des im vergangenen Jahr festgelegten Fünf-Jahresplans zum Ausbau der Verteidigungsfähigkeiten.

Die kommunistische Führung in Pjöngjang treibt seit Jahren vor allem die Entwicklung von Raketen voran, die mit Atomsprengköpfen ausgerüstet werden könnten. Es ist deswegen harten internationalen Sanktionen unterworfen. (dpa)

Nordkorea unternimmt neuen Raketentest - wohl mit verbotenem ballistischem Flugkörper (11.01.2022)

Die selbsterklärte Atommacht Nordkorea hat nach Angaben seiner Nachbarländer Südkorea und Japan offenbar erneut eine potenziell atomwaffenfähige Rakete getestet. Nordkorea habe am Dienstagmorgen (Ortszeit) im Landesinneren eine Rakete in Richtung offenes Meer abgefeuert, teilte der Generalstab des südkoreanischen Militärs mit. Dabei habe es sich möglicherweise um eine ballistische Rakete gehandelt. Wie weit der Flugkörper flog, war zunächst unklar. UN-Resolution untersagen Nordkorea Tests mit ballistischen Raketen, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf tragen können.

Auch Japan bestätigte den neuen Waffentest durch Nordkorea. Regierungsbeamte hätten von einer mutmaßlichen ballistischen Rakete gesprochen, berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo. Die Rakete stürzte demnach außerhalb Japans „exklusiver Wirtschaftszone“ ins Japanische Meer (koreanisch: Ostmeer). Nach Angaben des südkoreanischen Militärs sollte der jüngste Raketentest zusammen mit Behörden der USA noch genauer analysiert werden.

Das politisch weitgehend isolierte Nordkorea hatte bereits in der vergangenen Wochen einen erneuten Raketentest unternommen und später von einem erfolgreichen zweiten Test einer Hyperschall-Rakete innerhalb von vier Monaten gesprochen. Südkoreas Verteidigungsministerium bezweifelte jedoch die Angaben Nordkoreas, wonach die Rakete 700 Kilometer weit flog. Im Vergleich zum Raketenstart im September stelle der Test keinen technologischen Fortschritt dar. Mit Hyperschall werden Geschwindigkeiten oberhalb der fünffachen Schallgeschwindigkeit bezeichnet, also rund 6180 Kilometer pro Stunde. Auch Hyperschall-Raketen können potenziell eine Nuklearwaffe befördern.

Die USA und andere Länder des UN-Sicherheitsrats sahen den Raketentest Nordkoreas von vergangener Woche als Gefahr für die regionale Stabilität. Die Schritte der Autokratie in Pjöngjang „erhöhen das Risiko von Fehleinschätzungen und Eskalationen“, hieß es am Montag in einer gemeinsamen Stellungnahme der USA, Großbritanniens, Frankreichs, Irlands und Albaniens zusammen mit Japan.

Nordkorea hat nach Angaben des südkoreanischen Militärs erneut eine Rakete in Richtung offenes Meer abgefeuert. © Quelle: Ahn Young-Joon/AP/dpa

Pjöngjang treibt seit Jahren die Entwicklung von Raketen voran, die nicht nur Südkorea und Japan treffen, sondern auch Atomsprengköpfe bis in die USA tragen können. Das Land hat sich selbst zu einer Atommacht erklärt. Sein Status wird aber vor dem Hintergrund der Verhandlungen über sein umstrittenes Atomwaffenprogramm eher offen gehalten. Die Verhandlungen der USA mit Nordkorea kommen jedoch seit fast drei Jahren nicht mehr voran. (dpa)

Südkorea zweifelt an Nordkoreas Hyperschall-Rakete (07.01.2022)

Südkorea hat Zweifel an Angaben Nordkoreas zum jüngsten angeblichen Test einer Hyperschall-Rakete. Die Behauptungen Nordkoreas über die Fähigkeiten der Rakete einschließlich ihrer Reichweite und ihrer seitlichen Flugbewegungen „scheinen übertrieben zu sein“, teilte das südkoreanische Verteidigungsministerium am Freitag mit.

Das Ministerium kommt generell zu dem Schluss, dass das weitgehend abgeschottete Nachbarland noch nicht über die Technologie für einen Überschall-Flugkörper verfüge.

Nordkorea hatte zuvor von einem erfolgreichen zweiten Test einer Hyperschall-Rakete innerhalb von vier Monaten gesprochen. Beim jüngsten Test am Mittwoch habe die Rakete ein seitliches Manöver über 120 Kilometer ausgeführt und ein festgelegtes Ziel im Japanischen Meer (koreanisch: Ostmeer) in 700 Kilometer Entfernung getroffen. Laut Südkorea ergaben Analysen, dass die Rakete kürzer flog, bei einer Höhe von unter 50 Kilometern. Im Vergleich zum Raketenstart im September stelle der Test keinen technologischen Fortschritt dar.

Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap zitierte einen Beamten einer Verteidigungsbehörde mit den Worten, dass es sich bei der Rakete möglicherweise „um eine normale ballistische Rakete“ gehandelt habe. Davon waren auch Südkorea und Japan nach dem Raketenstart zunächst ausgegangen. Im September habe Nordkorea hingegen eine Waffe getestet, die eher einem Hyperschall-Gleitflugkörper geähnelt habe.

UN-Resolution untersagen Nordkorea Tests von Raketen, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf tragen können. Auch Hyperschall-Raketen können potenziell eine Nuklearwaffe befördern. Diese Waffen sind als besonders schwer abzufangen, da sie mehr als die fünffache Schallgeschwindigkeit erreichen können.

Nordkorea meldet Test von Hyperschall-Rakete

Einen Tag nach seinem Waffentest hat Nordkorea Details zu der Aktion genannt. Mit Erfolg sei eine Hyperschall-Rakete erprobt worden, hieß es in einer Mitteilung der amtlichen Nachrichtenagentur KCNA vom Donnerstag. Ziel sei eine Modernisierung des strategischen Waffensystems Nordkoreas. Über die Ergebnisse des Tests habe sich das Zentralkomitee der regierenden Arbeiterpartei sehr zufrieden gezeigt. Damit wäre es der zweite bekannte Test einer Hyperschall-Rakete seit einem ersten Versuch im September 2021. Ob der gleiche Raketentyp wie damals zum Einsatz kam, war zunächst unklar.

Der jüngste Test folgte auf eine Erklärung von Machthaber Kim Jong Un, Nordkorea werde seine militärischen Fähigkeiten weiter ausbauen. Zuletzt hatte das Land vor rund zwei Monaten einen Waffentest ausgeführt. Das Vorgehen werteten Beobachter als Zeichen, dass Pjöngjang lieber den Ausbau seines Raketenprogramms vorantreiben will und nicht an einer Rückkehr zu Gesprächen über eine atomare Abrüstung interessiert ist.

Die US-geführte Atomdiplomatie mit dem Ziel, das isolierte Land zur Aufgabe seines Nuklearwaffenarsenals zu bewegen, tritt schon seit 2019 auf der Stelle. Hintergrund sind Differenzen über internationale Sanktionen gegen Nordkorea. Zwar kamen von US-Regierungsvertretern immer wieder Signale der Hoffnung auf weitere Atomgespräche, doch haben sie klargestellt, dass die Strafmaßnahmen blieben, solange Nordkorea keine konkreten Abrüstungsschritte unternehme. Pjöngjang pocht darauf, dass die USA zunächst ihre Feindseligkeiten beenden müssten, ehe wieder verhandelt werden könne. (AP)

Nordkorea unternimmt neuen Raketentest - mit ballistischem Geschoss? (05.01.2022)

Die selbst erklärte Atommacht Nordkorea hat nach Angaben zweier Nachbarländer erneut eine Rakete zu Testzwecken abgefeuert. Bei dem Geschoss, das ins Meer stürzte, habe es sich offensichtlich um eine ballistische Rakete gehandelt, teilte der Generalstab des südkoreanischen Militärs am Mittwoch mit. Auch die japanische Regierung sprach von einer augenscheinlich ballistischen Rakete. UN-Resolutionen untersagen dem politisch weitgehend isolierten Nordkorea einen Test mit solchen Raketen, die je nach Bauart auch einen atomaren Sprengkopf tragen können.

Um welchen Raketentyp es sich genau handelte und wie weit sie flog, war zunächst unklar. Den Angaben des südkoreanischen Militärs zufolge wurde die Rakete am Morgen (Ortszeit) von einer landgestützten Plattform abgeschossen und flog in Richtung des Japanischen Meers (koreanisch: Ostmeer). In enger Zusammenarbeit mit den USA werde die Lage mit Blick auf mögliche weitere Raketentests durch Nordkorea genau beobachtet, hieß es.

Im vergangenen Jahr hatte Nordkorea eigenen Angaben zufolge unter anderem erfolgreich Marschflugkörper mit großer Reichweite getestet und von einem Zug aus Kurzstreckenraketen abgefeuert. Außerdem soll eine neu entwickelte Hyperschallrakete getestet worden sein. Raketen dieses Typs können wegen ihrer großen Geschwindigkeit nur schwer abgefangen werden. Zuletzt hatte Nordkorea im Oktober eine ballistische Rakete getestet, die nach damaligen Berichten der staatlichen Medien eine Rakete „neuen Typs“ war, die von einem untergetauchten U-Boot abgefeuert werden kann. Experten vermuteten, dass es sich um ein Modell mit geringer Reichweite handelte.

Nordkorea testet regelmäßig Raketen unterschiedlichen Typs. Die kommunistische Führung in Pjöngjang treibt dabei seit Jahren vor allem die Entwicklung von Raketen voran, die mit Atomsprengköpfen ausgerüstet werden können. Das Land ist deswegen harten internationalen Sanktionen unterworfen. Die Entwicklung umfasst auch Langstreckenraketen, die das Festland der USA erreichen könnten.

Nordkorea hat sich selbst zur Atommacht erklärt. Angesichts der Verhandlungen mit den USA über sein Nuklearwaffenprogramm ist der Status international aber eher unklar. Die Verhandlungen kommen seit fast drei Jahren nicht mehr voran. (dpa)

Nordkorea fordert von Soldaten bedingungslose Loyalität (30.12.2021)

Nordkorea hat seine 1,2 Millionen Soldaten zur bedingungslosen Loyalität zu Machthaber Kim Jong Un aufgerufen. Die Staatszeitung „Rodong Sinmun“ schrieb am Donnerstag in einem ausführlichen Leitartikel, die nordkoreanischen Kommandeure und Soldaten müssten zu einer „uneinnehmbaren Festung und kugelsicheren Mauer“ werden und Kim hingebungsvoll mit ihrem Leben verteidigen. Anlass war der zehnte Jahrestag von Kims Aufstieg zum Oberbefehlshaber der Streitkräfte.

In dem Leitartikel wurde der Aufbau eines modernisierten, fortschrittlichen Militärs gefordert, das als „zuverlässiger Beschützer unseres Staates und Volkes“ diene. Alle Truppen und das nordkoreanische Volk müssten die Führung Kims unterstützen, um ein starkes sozialistisches Land zu errichten. Nordkorea hat in der Vergangenheit ähnliche Appelle veröffentlicht, in denen die Menschen aufgefordert wurden, sich in schwierigen Zeiten hinter Kim zu stellen. Einige Experten sind der Meinung, dass Kim aufgrund der Corona-Pandemie, der UN-Sanktionen und seines eigenen Missmanagements die schwierigste Zeit seiner zehnjährigen Herrschaft erlebt.

Kim eröffnete am Montag eine Konferenz des Zentralkomitees der kommunistischen Arbeiterpartei über seine zehnjährige Amtszeit. In den ersten Sitzungstagen legte Kim nicht näher beschriebene Strategien für die Entwicklung des ländlichen Raums fest, während die Teilnehmer den Haushalt für das nächste Jahr und andere Themen diskutierten, wie die staatlichen Medien berichteten. In der Vergangenheit nutzte Kim diese Sitzungen, um seine Haltung zu den USA, Südkorea und dem Atomprogramm zu formulieren. Unklar war, wie lange die Konferenz dauert. Die letzte Plenarsitzung 2019 ging über vier Tage. (AP)

Nordkoreas Machthaber will ländliche Entwicklung vorantreiben (29.12.2021)

Inmitten der angespannten Versorgungslage in Nordkorea will Machthaber Kim Jong Un die ländliche Entwicklung vorantreiben. Wie die Staatsmedien am Mittwoch berichteten, legte Kim am zweiten Tag einer Plenarsitzung der herrschenden Arbeiterpartei am Dienstag in Pjöngjang mittel- und langfristige Strategien für die Entwicklung des ländlichen Raums vor. Kim habe dazu „wichtige revolutionäre Maßnahmen“ ergriffen.

Einzelheiten wurden zunächst nicht genannt. Die Beschäftigung mit der ländlichen Entwicklung bei dem Parteitreffen macht Beobachtern zufolge aber deutlich, wie dringlich das Thema für die kommunistische Führung des Landes ist. Ob Kim bei auch auf die Versorgungslage einging, war unklar. Der Machthaber hatte noch im Juni bei einer Sitzung des Zentralkomitees die Bevölkerung auf eine schlechtere Versorgung mit Nahrungsmitteln vorbereitet.

Kim wurde nach dem Tod seines Vaters Kim Jong Il vor zehn Jahren die Macht im Land übertragen, das wegen seines Atomwaffenprogramms international weitgehend isoliert ist. Nach einer mehrtägigen Staatstrauer wurde Kim Jong Un am 29. Dezember 2011 zum „obersten Führer der Partei, des Militärs und des Volks“ ausgerufen.

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Das Land ist nach Naturkatastrophen und aufgrund der eigenen Misswirtschaft seit vielen Jahren auf Nahrungsmittelhilfe von außen angewiesen. Auch setzte in den vergangenen zwei Jahren die Corona-Pandemie dem Land schwer zu. Nordkorea machte seine Grenzen wegen des Corona-Ausbruchs schon früh dicht, was sich stark auf den Außenhandel auswirkte.

Bei der jüngstes Parteisitzung, die am Montag begann, befassten sich die Teilnehmer den offiziellen Angaben zufolge am ersten Tag mit der Überprüfung der wichtigsten „Partei- und Staatspolitiken“ für 2021. Auch hätten sie über die Arbeit für das neue Jahr diskutiert. (dpa)

Nordkorea will bei Parteitreffen politische Strategie festlegen (28.12.2021)

Die selbst erklärte Atommacht Nordkorea will bei einem wichtigen Parteitreffen ihre politische Strategie in der nächsten Zukunft festlegen. Wie die Staatsmedien am Dienstag berichteten, wurde am Montag in Pjöngjang in Anwesenheit von Machthaber Kim Jong Un eine Plenarsitzung des Zentralkomitees der herrschenden Arbeiterpartei eröffnet. Zum einen solle „die Umsetzung der wichtigsten Partei- und Staatspolitiken für 2021″ geprüft werden. Zum anderen werde über „die strategischen und taktischen Politiken und praktischen Aufgaben“ diskutiert und entschieden, um die Entwicklung des sozialistischen Aufbaus auf „die nächste Stufe des Sieges“ zu führen.

Einzelheiten wurden zunächst nicht genannt. Auch war unklar, wie lange die Sitzung dauern soll. Das Zentralkomitee gehört zu den Führungsgremien der Partei, deren Chef Kim Jong Un ist. Kim wurde nach dem Tod seines Vaters Kim Jong Il vor zehn Jahren die Macht in dem weithin abgeschotteten Land übertragen.

Seither benutzte Kim wichtige Parteitreffen oft dazu, neue sicherheitspolitische Direktiven auszugeben und seine Position in den Beziehungen zu den USA und Südkorea zu erläutern. Bei einem Parteikongress im Januar dieses Jahres bezeichnete er die USA als „Hauptfeind“ und kündigte den Ausbau des Atomwaffenarsenals an. Nordkorea ist harten internationalen Sanktionen unterworfen und wirft den USA eine feindselige Politik vor.

Die Verhandlungen zwischen beiden Seiten über das Atomwaffenprogramm Nordkoreas kommen seit einem gescheiterten Treffen des früheren US-Präsidenten Donald Trump mit Kim im Februar 2019 in Hanoi nicht mehr voran. Auf die Dialogvorschläge der US-Regierung unter Präsident Joe Biden reagierte Pjöngjang bisher ablehnend. Das Land hat sich selbst zur Atommacht erklärt, sein Status in dieser Frage gilt aber international wegen der Verhandlungen weiter als unklar. (dpa)

Menschenrechtler: Nordkorea will öffentliche Hinrichtungen nach außen vertuschen (16.12.2021)

Die Regierung im weithin abgeschotteten Nordkorea will einer Menschenrechtsgruppe zufolge durch eine striktere Kontrolle verhindern, dass Informationen über öffentliche Hinrichtungen weiter nach außen dringen.

In Interviews mit 683 nordkoreanischen Flüchtlingen in Südkorea in den vergangenen sechs Jahren sei es gelungen, Orte in Nordkorea zu lokalisieren, „wo Menschen durch staatlich geschützte öffentliche Hinrichtungen getötet und vergraben wurden“, teilte die 2014 in Seoul gegründete Gruppe Transitional Justice Working Group am Donnerstag mit.

Die Resultate stellt sie in einem neuen Bericht ihres Projekts vor, das Menschenrechtsverstöße in Nordkorea dokumentieren soll.

Kim Jong Un sucht wohl strategische Orte

Durch die Auswertung von Satellitenbildern und Interviews sollte demnach untersucht werden, wie sich die staatliche Hinrichtungspraxis während der vergangenen zehn Jahre unter Machthaber Kim Jong Un geändert hat. Es scheine, als ob Nordkorea dazu in den vergangenen Jahren strategisch Orte ausgewählt habe, die weiter weg von der Grenze lägen.

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Zudem werde die Auswahl und Kontrolle des versammelten Publikums bei diesen Ereignissen verschärft, um zu verhindern, dass Informationen darüber ins Ausland durchsickerten.

Die Gruppe kommt zu dem Schluss, dass die Regierung als Antwort auf zunehmende internationale Kritik der Menschenrechtsfrage größere Aufmerksamkeit zuwende. „Das heißt jedoch nicht, dass sich die Menschenrechtslage in Nordkorea verbessert“, sagte der leitende Autor des Berichts, Park Ah Yeong.

27 Orte für Hinrichtungen dokumentiert

Den Angaben zufolge wurden 27 Orte dokumentiert, an denen durch staatliche Anordnung Menschen getötet worden waren. In 23 Fällen habe es sich um öffentliche Hinrichtungen gehandelt.

Sieben Personen seien dabei zum Tod verurteilt worden, weil sie sich eingeschmuggelte Videos aus Südkorea angeschaut oder verbreitet hätten. Es sei darauf geachtet worden, dass Zeugenaussagen auf der Basis von Gerüchten oder Spekulationen ausgeschlossen wurden, hieß es.

Nordkorea werden seit Jahren gravierende Verstöße gegen die Menschenrechte vorgeworfen. Das Land weist die Vorwürfe zurück. In dem Bericht einer UN-Kommission hieß es 2014, in Nordkorea würden als politisch unzuverlässig eingestufte Menschen systematisch ermordet oder als Arbeitssklaven missbraucht.

Im Konfliktfall mit Nordkorea: USA und Südkorea wollen Krisenpläne erneuern (02.12.2021)

Die USA und Südkorea wollen ihre militärischen Einsatzpläne für den Fall eines neuen Konflikts mit Nordkorea auf den neuesten Stand bringen. Mit der Aktualisierung der Krisenpläne antworten die Alliierten auf Fortschritte in der Entwicklung der Atomwaffen- und Raketenprogramme Nordkoreas.

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin warf Nordkorea am Donnerstag in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul vor, durch die Weiterentwicklung seiner Waffenprogramme die Sicherheit in der Region zunehmend zu destabilisieren. Er machte aber deutlich, dass Washington weiter zum Dialog mit Pjöngjang bereit ist.

Austin und sein südkoreanischer Amtskollege Suh Wook billigten im Rahmen regulärer Sicherheitsberatungen eine neue „strategische Planungsorientierung“. Die Anleitung soll die Grundlage für die neuen Einsatzpläne (OPLANs) der Allianz bilden. Einzelheiten wurden nicht genannt.

Die Einigung spiegele die „Veränderungen im strategischen Umfeld“, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung. Die Minister äußerten die Erwartung, dass beide Länder mit den neuen Krisenpläne eine größere abschreckende Wirkung auf „Bedrohungen durch die Volksrepublik“ (Nordkorea) erzielen „und nötigenfalls darauf reagieren“ können.

Die Entscheidung, die Einsatzpläne zu ändern, sei nicht wegen „akuter Bedrohungen“ getroffen worden, hatte zuvor das Magazin „Defense One“ einen US-Beamten zitiert, der mit Austin im Flugzeug nach Südkorea gereist ist. „Wir haben aber Fortschritte bei den nordkoreanischen Fähigkeiten wahrgenommen, insbesondere bei seinen Möglichkeiten, Raketen abzufeuern.“

US-Verteidigungsminister: Nordkoreas Waffenprogramme destabilisieren Region (02.12.2021)

Trotz der zunehmenden Bedrohung durch Nordkoreas Raketen- und Waffenprogramme sind die USA laut Verteidigungsminister Lloyd Austin weiter zum Dialog mit der isolierten Regierung in Pjöngjang bereit. „Wir rufen Nordkorea auf, in den Dialog zu treten“, sagte Austin am Donnerstag in Seoul nach Sicherheitsberatungen mit seinem südkoreanischen Amtskollegen Suh Wook. Er warf Nordkorea vor, durch die Weiterentwicklung seiner Waffenprogramme die Sicherheit in der Region immer mehr zu destabilisieren. Die Diplomatie bleibe der beste Ansatz im Umgang mit Pjöngjang, sagte Austin.

Nordkorea ist wegen seines Atomwaffenprogramms internationalen Sanktionen unterworfen. Die Verhandlungen der USA mit Nordkorea kommen seit mehr als zweieinhalb Jahren nicht mehr voran.

China und Russland fordern Lockerung der Sanktionen gegen Nordkorea (03.11.2021)

China und Russland haben den Weltsicherheitsrat zur Lockerung der Sanktionen gegen Nordkorea aufgefordert. In einem Resolutionsentwurf, der an die Ratsmitglieder verteilt wurde und der Nachrichtenagentur AP am Dienstag vorlag, wurde auf die wirtschaftlichen Probleme in Nordkorea hingewiesen. Sanktionen wie das Exportverbot für Fisch und Textilien oder die Begrenzung der Einfuhr von Ölprodukten schadeten der Zivilbevölkerung, hieß es.

Der UN-Sicherheitsrat verhängte die ersten Sanktionen gegen Nordkorea nach dem ersten Atomtest 2006. Seitdem wurden sie als Reaktion auf weitere Atomtests und einen Ausbau des Raketenprogramm immer weiter verschärft. China und Russland stellten bereits im Dezember 2019 einen ähnlichen Entwurf für eine Resolution vor. Das Papier stieß auf Widerstand westlicher Staaten und wurde nie förmlich zur Abstimmung gestellt.

Aus Diplomatenkreisen verlautete, dass der Entwurf es dieses Mal ähnlich schwer haben würde und verwiesen auf Nordkoreas anhaltende Verstöße gegen die Sanktionen. Zuletzt hatte Nordkorea am 19. Oktober eine neu entwickelte Rakete von einem U-Boot aus abgefeuert und damit die Sanktionen verletzt.

In dem chinesisch-russischen Entwurf wurden die jüngsten Raketentests mit keinem Wort erwähnt. Stattdessen wurde darauf hingewiesen, dass Nordkorea seit September 2017 keine Atomtests mehr durchgeführt habe, sich seit dem 21. April 2018 an ein Moratorium für weitere Atomtests und Test von Mittelstrecken- und Interkontinentalraketen halte und seitdem weitere Denuklearisierungsmaßnahmen ergriffen habe. (AP)

Nordkorea kämpft derzeit mit steigenden Warenpreisen und Engpässen in der Versorgung mit Medikamenten und anderen lebenswichtigen Gütern. Bisher hat das Land noch keine Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet, allerdings stellen Experten den Wahrheitsgehalt dieser Angabe in Frage.

Südkoreas Präsident bittet Papst um Nordkorea-Besuch (29.10.2021)

Südkoreas Präsident Moon Jae In hat Papst Franziskus gebeten, Nordkorea zu besuchen. „Wenn der Papst die Gelegenheit nutzt, Nordkorea zu besuchen, wird dies ein Impuls für Frieden auf der koreanischen Halbinsel sein“, sagte Moon laut Mitteilung des Präsidentenbüros am Freitag.

Demnach soll der Papst aufgeschlossen auf die Bitte reagiert haben. Er sei „bereit zu gehen“, wenn er eine Einladung von Nordkorea erhielte, sagte Papst Franziskus laut südkoreanischem Präsidentenamt.

Neben einem möglichen Nordkorea-Besuch des Pontifex tauschten sich die beiden auch über die Corona-Pandemie und den globalen Klimawandel aus. Präsident Moon befindet sich seit Donnerstag in Rom, wo er auch am G20-Gipfel teilnimmt.

Bereits 2018 hatte Moon bei einem Treffen mit Papst Franziskus die Botschaft überreicht, dass Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un das Oberhaupt der katholischen Kirche zu einem Staatsbesuch einladen wolle. Eine offizielle Einladung wurde allerdings bislang nicht ausgesprochen.

Die koreanische Halbinsel ist seit dem Koreakrieg (1950-53) in Nord und Süd geteilt. Bis heute haben die Regierungen in Seoul und Pjöngjang keinen Friedensvertrag unterzeichnet.

Nordkorea hat das Recht zur Religionsfreiheit in seiner Verfassung verankert, doch laut Menschenrechtsorganisationen verfolgt der Staat Christen und andere Gläubige vehement. Berichten von nordkoreanischen Flüchtlingen zufolge kann allein der Besitz einer Bibel zu mehrjährigen Strafen in einem politischen Gefangenenlager führen.

Geheimdienstler erklären schlankeres Erscheinungsbild von Kim Jong Un (28.10.2021)

Er wird immer dünner: Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hat nach Geheimdienstinformationen in jüngster Zeit etwa 20 Kilogramm an Gewicht verloren. Kim sei aber weiterhin gesund und versuche, angesichts zunehmender Wirtschaftsprobleme die öffentliche Loyalität zu seiner Person zu stärken, erklärte der südkoreanische Geheimdienst NIS Abgeordneten in Südkorea am Donnerstag.

Der Nachrichtendienst gab diese Einschätzung bei einem Parlamentsbriefing hinter verschlossenen Türen und erklärte, man habe unter anderem mit Hilfe von Techniken, die auf Künstlicher Intelligenz beruhen, und einer Videoanalyse den Zustand Kims untersucht, wie zwei Abgeordnete berichteten, die an der Unterredung teilnahmen.

Kim wirkte auf Fotos und Videos der Staatsmedien in den vergangenen Monaten sichtlich erschlankt. Das erregte auch außerhalb seines Herrschaftsgebiets große Aufmerksamkeit. Der 37-Jährige hat bislang keinen möglichen Nachfolger öffentlich in Stellung gebracht und einige Experten sind der Ansicht, eine Amtsunfähigkeit Kims könnte Chaos im verarmten, aber nuklear bewaffneten Nordkorea nach sich ziehen.

Langjährige Beobachter erklärten mit Blick auf das schlankere Erscheinungsbild Kims, der Machthaber habe keine offensichtlichen Gesundheitsprobleme. Der Gewichtsverlust sei vermutlich das Ergebnis von Bemühungen, seine Erscheinung zu verbessern. Kim habe seine regelmäßigen öffentlichen Aktivitäten beibehalten und in nordkoreanischen Videos hätten keine ungewöhnlichen Entwicklungen ausgemacht werden können.

Unbestätigte Gerüchte, die auch von einer Boulevardzeitung aufgegriffen wurden, besagten jedoch, dass bei jüngsten öffentlichen Auftritten ein Doppelgänger anstelle Kims aufgetreten sei. Dies verwarf der südkoreanische Nachrichtendienst als haltlos, wie der Abgeordnete Kim Byung Kee sagte. Er erklärte, der Geheimdienst habe mitgeteilt, dass Kims Gewicht von etwa 140 Kilogramm auf 120 Kilogramm gefallen sei. Kürzlich hatte der NIS erklärt, dass Kim etwa 1,70 Meter groß sei. (AP)

Südkoreas Präsident Moon will weiter auf Nordkorea zugehen (25.10.2021)

Auch nach den jüngsten Waffentests Nordkoreas will der südkoreanische Präsident Moon Jae In auf eine Annäherung zum Nachbarland hinarbeiten. Bis zum Ende seiner Amtszeit im Mai 2022 werde er sich für Frieden mit Pjöngjang einsetzen, sagte Moon am Montag in seiner letzten politischen Grundsatzrede vor dem Parlament in Seoul.

Moon hatte sich dreimal mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un getroffen und auch das erste Gipfeltreffen zwischen diesem und dem damaligen US-Präsidenten Donald Trump im Jahr 2018 mit vorangetrieben. Als die Gespräche zwischen Washington und Pjöngjang aber ergebnislos blieben, kamen auch seine Versuche einer Annäherung nicht mehr voran. Er habe seine Pläne nicht abschließen können, räumte Moon am Montag ein.

Der Präsident darf nach einer fünfjährigen Amtszeit nicht zur Wiederwahl antreten. Der Präsidentschaftskandidat seiner liberalen Partei, der ihm nachfolgen könnte, wirbt mit einer ähnlichen Nordkorea-Politik. Sollten die Konservativen die Wahl gewinnen, könnte das allerdings eine härtere Gangart gegenüber Pjöngjang nach sich ziehen.

US-Sonderbeauftragte für Nordkorea: Pjöngjang muss Provokationen unterlassen (24.10.2021)

Der amerikanische Sonderbeauftragte für Nordkorea hat die Regierung in Pjöngjang zur Rückkehr an den Verhandlungstisch aufgerufen. Sung Kim diskutierte am Sonntag in Seoul mit südkoreanischen Regierungsvertretern über die jüngsten Raketentests des kommunistischen Landes und erklärte nach dem Gespräch, Nordkorea müsse Provokationen unterlassen und stattdessen einen Dialog aufnehmen.

„Wir sind weiterhin bereit, uns ohne Vorbedingungen mit Nordkorea zu treffen, und wir haben deutlich gemacht, dass die Vereinigten Staaten keine feindlichen Absichten gegenüber Nordkorea hegen“, sagte er.

Am vergangenen Dienstag feuerte Nordkorea eine neu entwickelte ballistische Rakete von einem U-Boot aus ab; es war der fünfte Waffentest innerhalb weniger Wochen. Der Raketentest habe gegen mehrere Resolutionen des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen verstoßen und stelle eine Bedrohung für die Nachbarn Nordkoreas und die internationale Gemeinschaft dar, erklärte Kim.

Die Regierung von US-Präsident Joe Biden hat wiederholt erklärt, sie sei bereit, Nordkorea „überall und jederzeit“ ohne Vorbedingungen zu treffen. Nordkorea macht eine Rückkehr zu Gesprächen jedoch davon abhängig, dass die USA eine feindselige Politik gegenüber Pjöngjang aufgeben. Damit bezieht es sich offensichtlich auf die von den USA verhängten Sanktionen und die regelmäßigen Militärübungen von US-Soldaten und südkoreanischen Truppen. (AP)

Nordkorea: Reaktionen der USA und UN auf Raketenstart sind „unsinnig“ (21.10.2021)

Nordkoreas Test einer U-Boot-Rakete von Dienstag war nach eigenen Angaben nicht an die USA gerichtet. Ein Sprecher des Außenministeriums in Pjöngjang kritisierte die Reaktionen des UN-Sicherheitsrats und der USA auf den Raketentest als „unsinnig“. Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA am Donnerstag. Stattdessen handele es sich um einen „rechtmäßigen“ Plan zur Stärkung der Selbstverteidigung.

„Es ist eine klare Doppelmoral, dass die Vereinigten Staaten uns anprangern, weil wir dasselbe Waffensystem entwickelt und getestet haben, das sie bereits haben oder entwickeln“, wird der Außenministeriumssprecher von KCNA zitiert. Er zweifelte zudem die jüngste Aussage der US-Regierung an, dass man Nordkorea nicht feindselig eingestellt sei.

Nach den jüngsten Raketentest Pjöngjangs waren am Mittwoch Mitglieder des UN-Sicherheitsrats in New York hinter verschlossenen Türen zusammengekommen. „Der Raketenstart (...) ist Teil eines Musters von Provokationen durch Nordkorea“, teilten die UN-Botschafter der Ratsmitglieder Frankreich, Irland und Estland am Mittwoch mit. Sie forderten das Land auf, sich an die ihm auferlegten UN-Sanktionen zu halten. Ähnlich äußerten sich auch die Vertreter der USA und Großbritanniens. Eine gemeinsame Stellungnahme gab es aber zunächst nicht.

Nordkoreas Staatsführung ließ am Dienstag bereits zum achten Mal in diesem Jahr eine ballistische Rakete testen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtete, soll es sich beim jüngsten Flugkörper um eine U-Boot-gestützte ballistische Rakete „neuen Typs“ handeln, welche die „Verteidigungstechnologie des Landes auf ein hohes Niveau bringt und die Unterwassereinsatzfähigkeit unserer Marine verbessert“.

UN-Resolutionen untersagen Nordkorea den Test von ballistischen Raketen, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf tragen können.

Nordkorea bestätigt Test von U-Boot-Rakete (20.10.2021)

Bei dem von Nordkoreas Militär am Dienstag getesteten Flugkörper handelt es sich laut Angaben aus Pjöngjang um eine U-Boot-gestützte ballistische Rakete. Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA schrieb am Mittwoch von einer Rakete „neuen Typs“, welche die „Verteidigungstechnologie des Landes auf ein hohes Niveau bringt und die Unterwassereinsatzfähigkeit unserer Marine verbessert“.

Laut den von KCNA veröffentlichten Fotos handelt es sich um eine eher kleine Rakete mit mutmaßlich geringer Reichweite. Experten werten den Test daher nicht als bahnbrechenden Entwicklungsschritt für das nordkoreanische Raketenprogramm. Dies wird auch dadurch untermauert, dass nach bisherigen Erkenntnissen Machthaber Kim Jong Un dem Raketentest nicht beiwohnte.

UN-Resolutionen untersagen Nordkorea den Test von ballistischen Raketen, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf tragen können. Das Land, das wegen seines Atomwaffenprogramms internationalen Sanktionen unterworfen ist, hat in diesem Jahr bereits mindestens acht Raketen getestet, darunter nach eigenen Angaben eine sogenannte Hyperschallrakete.

Am Montag kamen in Washington Gesandte der Regierungen Südkoreas, Japans und der USA zusammen, um über das nordkoreanische Atomprogramm zu diskutieren. Der US-Gesandte Sung Kim verurteilte den jüngsten Einsatz einer „ballistischen Rakete“ und forderte Nordkorea auf, von weiteren Provokationen abzusehen und sich auf politische Gespräche einzulassen. Der UN-Sicherheitsrat berät Diplomaten zufolge am Mittwoch über den jüngsten Raketentest. Das mächtigste UN-Gremium will demnach am Nachmittag New Yorker Zeit auf Antrag der USA und Großbritanniens hinter verschlossenen Türen zusammenkommen. (dpa)

Erneut Raketentest in Nordkorea: Geschoss landet im Meer (19.10.2020)

Nordkorea hat am Dienstag eine Serie von Raketentests fortgesetzt. Eine aus dem abgeschotteten Land abgefeuerte Rakete sei im Meer gelandet, erklärten die südkoreanischen und japanischen Streitkräfte. Um welche Art von Geschoss es sich handelte, wurde nicht mitgeteilt.

Die japanische Küstenwache gab eine Sicherheitswarnung an Schiffe heraus, äußerte sich aber nicht dazu, wo genau die Rakete niederging. Das kommunistische Land hatte im September zum ersten Mal nach einer langen Pause wieder Raketen getestet. Zugleich zeigte sich Pjöngjang offen für einen neuen Dialog mit Seoul, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt seien.

Nur Stunden vor dem jüngsten Test hatten die USA ihr Angebot zur Wiederaufnahme der diplomatischen Gespräche über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm bekräftigt. Der Sonderbeauftragte von US-Präsident Joe Biden für Nordkorea, Sung Kim, soll in den kommenden Tagen in Seoul Gespräche mit den Verbündeten der USA über die Aussichten auf eine solche Wiederaufnahme der Gespräche mit der Regierung in Pjöngjang führen.

Die Atomverhandlungen zwischen Washington und Pjöngjang liegen seit mehr als zwei Jahren auf Eis. Hintergrund ist ein Streit über die Aufhebung der US-Sanktionen gegen Nordkorea und die Bedingungen Washingtons für einen solchen Schritt.

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hat angekündigt, seine atomare Abschreckung zu verstärken. Seine Regierung hat bisher die Angebote der US-Regierung Biden zur Wiederaufnahme des Dialogs abgelehnt. (AP)

UN-Ermittler warnt vor Hungersnot in Nordkorea (14.10.2021)

Im abgeschotteten Nordkorea drohen nach Einschätzung eines UN-Experten Kinder und ältere Menschen zu verhungern. Die Landwirtschaft in Nordkorea habe mit einer Reihe schwerer Probleme zu kämpfen, die die ohnehin große Not der Menschen dort noch verschärften, sagte Ermittler Tomás Ojea Quintana in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht an die UN-Vollversammlung.

Neben den internationalen Sanktionen setzt Nordkorea demnach ein Einbruch bei den Importen von Düngemitteln und anderen Agrarprodukten aus China zu. Dazu kämen noch ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest und die Folgen der strikten Corona-Beschränkungen im Land.

Vor der Pandemie hatten 40 Prozent der Nordkoreaner keinen gesicherten Zugang zu Nahrung. Jetzt seien es nach Zahlen der Welternährungsorganisation der UN noch deutlich mehr, sagte Ojea Quintana.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hatte am Montag seine Staatsbeamten dazu aufgerufen, die „düstere Lage“ und die „beispiellosen Schwierigkeiten“, denen sich das Land gegenübersehe, zu überwinden, und die Lebensbedingungen der Menschen abzusichern. (AP)

Kim Jong Un: USA und Südkorea „erhöhen die militärische Instabilität“ (12.10.2021)

Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un hält die USA und Südkorea für verantwortlich für die Destabilisierung der Halbinsel. Die Entwicklung von Waffen sei angesichts der feindseligen Politik der Vereinigten Staaten und der militärischen Aufrüstung in Südkorea eine Frage der Selbstverteidigung.

Das sagte Kim laut einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA bei einer Rede auf einer Messe für Verteidigungs­entwicklung am Dienstag. Die „uneingeschränkten und gefährlichen“ Bemühungen Südkoreas, das Militär zu stärken, „zerstören das militärische Gleichgewicht auf der koreanischen Halbinsel und erhöhen die militärische Instabilität und Gefahr“, sagte Kim vor einer Reihe von Waffen, darunter Nordkoreas größte Interkontinentalrakete, eine ballistische Interkontinentalrakete (ICBM) vom Typ Hwasong-16, wie Fotos in der Parteizeitung „Rodong Sinmun“ zeigten.

Nordkorea treibt auch sein Raketenprogramm weiter voran und hat Beobachtern zufolge mit dem Ausbau eines Kernreaktors zur Herstellung von Nuklearraketen begonnen. Nord- und Südkorea befinden sich in einem Rüstungswettlauf, bei dem beide Seiten zunehmend fortschrittliche ballistische Kurzstreckenraketen und andere Waffen testen.

Die Vereinigten Staaten haben erklärt, dass sie jederzeit zu diplomatischen Gesprächen mit Nordkorea bereit sind. Die Regierung in Pjöngjang lehnt das jedoch ab, solange die USA an Maßnahmen wie Sanktionen und militärischen Aktivitäten in Südkorea festhalten.

Die Beteuerungen der Vereinigten Staaten, sie hegten keine Feindseligkeit gegenüber Nordkorea, seien angesichts ihrer fortgesetzten „Fehleinschätzungen und Aktivitäten“ schwer zu glauben, sagte Kim, ohne näher darauf einzugehen. (RND/Reuters)

Medienberichte: Nordkorea hatte staatliches Drogenlabor aufgebaut (11.10.2021)

Nordkorea soll nach Angaben eines Überläufers jahrelang mit staatlich organisiertem Drogenhandel Devisen für die Herrscherfamilie Kim beschafft haben. Er sei der 1990er Jahre mit der Aufgabe betreut worden, „revolutionäre Gelder“ für den damaligen Machthaber Kim Jong Il zu beschaffen, sagte der Mann der BBC. Das bedeute Drogengelder. Der Mann, der unter dem Pseudonym Kim Kug Song erstmals in der Öffentlichkeit auftrat, soll jahrelang für den nordkoreanischen Geheimdienst gearbeitet haben und nun für den südkoreanischen Geheimdienst tätig sein.

„Nachdem ich mit der Aufgabe betreut worden war, habe ich drei Ausländer aus dem Ausland nach Nordkorea geholt, im Ausbildungszentrum des Verbindungsbüros 715 der Arbeiterpartei eine Produktionsbasis aufgebaut und Drogen hergestellt“, sagt der Mann, Dabei habe es sich um Methamphetamine, auch bekannt als Crystal Meth, gehandelt.

Kim Kug Song floh laut eigenen Angaben 2014 aus seinem Heimatland, weil er im Zuge von Säuberungsaktionen des aktuellen Machthabers Kim Jong Un Angst um sein Leben hatte. Seither lebe er in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul und arbeite beim dortigen Geheimdienst.

Seine Aussagen über staatlich betriebene Drogenlabore in Nordkorea können nicht unabhängig überprüft werden, doch sie decken sich mit den Angaben anderer nordkoreanischer Überläufer. Auch Thae Yong Ho, der einst in der nordkoreanischen Botschaft in London gedient hatte, sprach 2019 auf der Menschenrechtskonferenz Oslo Freedom Forum von staatlich gefördertem Drogenhandel Nordkoreas. (dpa)

Kim Jong Un sieht „düstere Lage“ der Wirtschaft (11.10.2021)

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat seine Staatsbeamten dazu aufgefordert, sich angesichts einer „düsteren Lage“ darauf zu konzentrieren, „die Lebensumstände der Bevölkerung“ zu verbessern. Das Land stehe zudem vor großen Aufgaben bei der Entwicklung der Staatswirtschaft und beim Erreichen der festgelegten Wirtschaftsziele, sagte Kim während einer Rede zum 76. Jahrestags der Gründung der Arbeiterpartei Koreas.

Wie die staatliche Nachrichtenagentur KCNA berichtet, wurde der Feiertag in Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang mit mehreren Kunstaufführungen und einem Feuerwerk begangen. Eine Militärparade soll allerdings nicht abgehalten worden sein.

Nordkoreas ohnehin durch Sanktionen angeschlagene Wirtschaft befindet sich seit der Corona-Pandemie in einem zunehmend desolaten Zustand. Das Land ist nach wie vor praktisch vollständig von der Außenwelt isoliert. Am Wochenende sollen zwei rumänische Botschaftsmitarbeiter Nordkorea verlassen haben, wie das Fachmedium NK News unter Berufung auf informierte Quellen berichtet. Damit sei die letzten diplomatische Vertretung eines Landes der Europäischen Union in Nordkorea geschlossen worden. (dpa)

Seoul und Pjöngjang öffnen wieder Kommunikationskanäle (04.10.2021)

Nach wochenlanger Unterbrechung haben Süd- und Nordkorea ihre direkten Kommunikationskanäle wieder geöffnet. Die Verbindung über die Telefon- und Faxleitungen sei wiederhergestellt, teilte das Vereinigungsministerium am Montag mit. Die Behörde äußerte die Hoffnung, dass beide Seiten die Kanäle zur Wiederaufnahme des Dialogs nutzen. Durch den Schritt sei „die Grundlage dafür geschaffen worden, die Beziehungen zwischen beiden Koreas wieder auf den richtigen Weg zu bringen“.

Beide Seiten unterhalten weder eine Botschaft noch ein Verbindungsbüro im jeweils anderen Land. Die grenzüberschreitenden Leitungen zwischen den Regierungen und Militärs bilden die Grundlage für die Verständigung, etwa bei Absprachen über Gespräche sowie über den Austausch von Personen und Gütern. Außerdem soll damit militärischen Zusammenstößen vorgebeugt werden.

Auf diesem von der nordkoreanischen Regierung zur Verfügung gestellten Foto spricht Kim Jong Un, Machthaber von Nordkorea, während einer Parlamentssitzung in Pjöngjang, Nordkorea. Nach wochenlanger Unterbrechung haben Süd- und Nordkorea ihre direkten Kommunikationskanäle wieder geöffnet. © Quelle: Uncredited/KCNA via KNS via AP/d

Auch Südkoreas Militär bestätigte, dass die Verbindungskanäle zur Gegenseite wieder für tägliche Routineanrufe benutzt würden. Eine Ausnahme sei jedoch ein von der Marine betriebener Kanal, der über ein internationales Kommunikationsnetz für Handelsschiffe genutzt wird.

Beide Staaten hatten ihre Leitungen zwischen den Regierungen und den Militärs bereits Ende Juli wieder geöffnet, nachdem sie Nordkorea im vergangenen Jahr aufgrund neuer Spannungen einseitig gekappt hatte. Doch nach nur zwei Wochen hatte das weithin abgeschottete Nordkorea die Verbindung aus Protest gegen gemeinsame Militärübungen Südkoreas und der USA wieder eingestellt.

Kim hatte Südkorea in der vergangenen Woche bei einer Parlamentssitzung in Pjöngjang seine Absicht mitgeteilt, die Kommunikation zu Südkorea wiederherzustellen. Ob Kim damit den direkten Weg zum Dialog mit Seoul sucht, war zunächst unklar. Der südkoreanischen Regierung warf er in Anspielung auf deren Kritik an nordkoreanischen Waffentests eine „Konfrontationshaltung“ vor.

Zuletzt hatte Pjöngjang unter bestimmten Bedingungen wieder Gespräche mit dem Nachbarn einschließlich eines neuen Gipfeltreffens in Aussicht gestellt. „Südkorea sollte positive Anstrengungen übernehmen, die Nord-Süd-Beziehungen auf den richtigen Kurs zu setzen“, hieß es am Montag in den Staatsmedien.

Nordkorea, das wegen seines Atomwaffenprogramms internationalen Sanktionen unterworfen ist, hatte im vergangenen Monat durch neue Raketentests für Unruhe gesorgt. Unter anderem hatte das Land nach eigenen Angaben eine sogenannte Hyperschallrakete getestet. Wegen ihrer großen Geschwindigkeit können Waffen dieser Art nur schwer abgefangen werden. Südkorea äußerte wegen des Tests sein Bedauern.

Auch hatte Nordkorea zwei Kurzstreckenraketen abgefeuert. Südkoreas Präsident Moon Jae In bezeichnete damals den Test als „Provokation“. UN-Resolutionen untersagen Nordkorea den Test von ballistischen Raketen, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf tragen können. (dpa)

Nordkorea droht dem UN-Sicherheitsrat (03.10.2021)

Nordkorea hat dem UN-Sicherheitsrat nach dessen Kritik am Raketenprogramm des Landes mit Vergeltung gedroht. Das ranghohe UN-Gremium sollte „besser daran denken, was für Konsequenzen es in Zukunft bringen“ werde, falls es Nordkoreas Souveränität anzutasten versuche, warnte Jo Chol Su, ein Top-Funktionär im Außenministerium in Pjöngjang, am Sonntag in einer von den Staatsmedien verbreiteten Mitteilung. Dem UN-Sicherheitsrat warf er überdies Doppelmoral vor, da er nicht in gleicher Weise ähnlichen Waffentests der USA und deren Verbündeten entgegentrete.

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„Mittel zur Abschreckung”: Nordkorea testet Langstrecken-Raketen
1:09 min
Nordkorea hat einem amtlichen Medienbericht zufolge am Wochenende Tests von Langstrecken-Marschflugkörpern durchgeführt.  © Reuters

Auch hatte Nordkorea zwei Kurzstreckenraketen abgefeuert. Südkoreas Präsident Moon Jae In bezeichnete damals den Test als „Provokation“. UN-Resolutionen untersagen Nordkorea den Test von ballistischen Raketen, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf tragen können.ssende Durchsetzung von Resolutionen des Gremiums, die Pjöngjang das Zünden ballistischer Raketen verbieten.

Erstmals seit einem halben Jahr hatte das kommunistisch geführte Land im September wieder Raketen erprobt, was die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel verschärfte. Erprobt wurden auch nuklearfähige Waffen, die Südkorea und Japan erreichen könnten. Zugleich zeigte sich Pjöngjang offen für einen neuen Dialog mit Seoul, sofern bestimmte Bedingungen erfüllt seien. Einige Experten vermuten, dass die kommunistische Führung mit der Offerte Südkorea letztlich dazu bringen will, sich für eine Lockerung der US-Strafmaßnahmen gegen Nordkorea einzusetzen.

US-Regierungsvertreter drängen Nordkorea zwar, ohne Vorbedingungen an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Doch knüpft Pjöngjang dies an eine Abkehr der Amerikaner von ihrer „feindseligen Politik“, womit offenbar die Sanktionen und regelmäßige Militärmanöver von USA und Südkorea gemeint sind. (AP)

Nordkorea vermeldet weiteren Test von Flugabwehrrakete (01.10.2021)

Nordkorea hat nach eigenen Angaben seine Tests neu entwickelter Raketen fortgesetzt. Beim jüngsten Test sei erfolgreich eine Flugabwehrrakete erprobt worden. Die Akademie für Verteidigungswissenschaft habe den Versuchsstart am Donnerstag unternommen, berichteten die staatlich kontrollierten Medien am Freitag. Der Test sei von „großer praktischer Bedeutung“ für die Entwicklung vielversprechender Flugabwehr-Raketensysteme. Es seien „neue Schlüsseltechnologien“ eingeführt worden, um Ziele in der Luft in größerer Entfernung genau zu treffen.

Unklar war, wie groß die Reichweite der erprobten Rakete war. Südkoreas Militär bestätigte den Test im abgeschotteten Nachbarland zunächst nicht. (dpa)

Kim kündigt Wiederaufnahme der Kommunikation mit Seoul an (30.09.2021)

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un beschuldigt Südkorea, eine „Konfrontationshaltung“ einzunehmen. Dennoch will er die Kommunikation zum Nachbarn wiederaufnehmen. Kims Schwester macht im abgeschotteten Nordkorea weiter Karriere.

Nordkorea feuerte neu entwickelte Hyperschallrakete ab (29.09.2021)

Nordkorea hat den Test einer neu entwickelten Hyperschall-Rakete gemeldet. Staatlichen Medien veröffentlichten am Mittwoch das Foto einer Rakete mit einer kegelförmigen Spitze, die sich in die Luft erhebt. Es handle sich um eine wichtige Ergänzung des strategischen Waffenarsenals, meldete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. Der südkoreanische Generalstab erklärte, nach seiner Einschätzung sei die Rakete noch in einem frühen Entwicklungsstadium.

Der Test am frühen Dienstagmorgen war Nordkoreas dritter Raketenstart in diesem Monat. KCNA berichtete, die Rakete habe bei ihrem ersten Flug die wichtigsten technischen Anforderungen erfüllt, darunter die Stabilität beim Start und die Manövrierfähigkeit. Auch die Treibstoffzelle sei stabil geblieben. Dies deutet daraufhin, dass die Rakete mit Flüssigtreibstoff arbeitet und jahrelang startbereit sein kann. Die Technologie für Raketen mit Flüssigtreibstoff ist aufwendig, weil sie anders als Feststoffraketen betankt und zum Startplatz transportiert werden müssen, wobei sie leichter von Spionagesatelliten entdeckt werden können.

Auf einem Treffen der Staatspartei im Januar hatte der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un Hyperschall-Gleitflugkörper, die von einer Rakete gestartet werden, als erstrebenswerte Entwicklung bezeichnet.

Der südkoreanische Generalstab erklärte, Nordkorea werde wohl noch eine beachtliche Zeit brauchen, bis der neue Raketentyp einsatzfähig sei. Der Nordkorea-Spezialist Kim Dong Yub von der Universität Seoul sagte, Nordkorea versuche offenbar, die Mobilität seiner Waffen zu erhöhen.

Die Berichte in den staatlichen Medien Nordkoreas erschienen einen Tag, nachdem das südkoreanische und das japanische Militär erklärt hatten, Nordkorea habe erneut eine Rakete getestet. Das Geschoss sei östlich des Landes im Meer niedergegangen.

Nordkorea hat in der vergangenen Woche angeboten, die Beziehungen zum Süden zu verbessern, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt würden. Die Regierung in Pjöngjang kehrte damit offenbar zu seinem Vorgehen zurück, Waffendemonstrationen mit Friedensangeboten zu verbinden, um Zugeständnisse aus dem Ausland zu erlangen. Die Verhandlungen über das nordkoreanische Atomprogramm stecken seit Februar 2019 in einer Sackgasse.

In einem separaten Bericht der KCNA hieß es, das Parlament des Nordens habe am Dienstag eine Sitzung eröffnet und innenpolitische Themen wie Wirtschaftspolitik und Jugendbildung erörtert; die Beratungen würden fortgesetzt. Einige Experten vermuteten, dass der Norden die Sitzung nutzen könnte, um die festgefahrene Nukleardiplomatie anzusprechen. In den staatlichen Medien wurden jedoch keine Aussagen gegenüber Washington und Seoul erwähnt. (AP)

Südkorea: Nordkorea feuert erneut Kurzstreckenrakete ab (28.09.2021)

Die selbst erklärte Atommacht Nordkorea hat nach Angaben des südkoreanischen Militärs eine Kurzstreckenrakete ins offene Meer abgefeuert. Die Rakete sei von der Provinz Chagang an der Grenze zu China abgeschossen worden und in Richtung Japanisches Meer (koreanisch: Ostmeer) geflogen, teilte der Generalstab in Südkorea am Dienstag mit. Unklar war demnach zunächst, wie weit sie flog und um welchen Raketentyp es sich handelte. Südkoreas Nationaler Sicherheitsrat äußerte sein Bedauern wegen des erneuten Raketentests durch das Nachbarland.

Die japanische Regierung, die den Raketenstart ebenfalls bestätigte, ging nach Berichten der Nachrichtenagentur Kyodo von einer ballistischen Rakete aus. UN-Resolutionen verbieten Nordkorea den Test solcher Raketen, die je nach Bauart auch einen Atomsprengkopf tragen könne. Das Land ist wegen seines Atomwaffenprogramms harten internationalen Sanktionen unterworfen.

Unterdessen betonte Nordkoreas UN-Botschafter Kim Song in New York am Montag (Ortszeit), sein Land habe das unbestreitbare Recht, Waffensysteme jeglicher Art zu entwickeln und zu testen. Den USA warf Kim bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung eine feindselige Politik gegen sein Land vor - was von Washington bestritten wird. Kim rief die USA auf, ihre gemeinsamen Militärmanöver mit Südkorea ein für alle Male einzustellen. Die Verhandlungen der USA mit Nordkorea über dessen Atomprogramm kommen seit mehr als zweieinhalb Jahren nicht mehr voran. (dpa)

Nordkorea nennt Vorschlag zu Kriegsende-Erklärung gute Idee (24.09.2021)

Nordkorea hat einem Vorstoß von Südkorea für die Wiederaufnahme von Friedensgesprächen keine grundsätzliche Absage erteilt, diesen aber als voreilig bezeichnet. Es mache keinen Sinn, einen offiziellen Schlussstrich unter den Korea-Krieg von 1950 bis ‚53 zu ziehen, solange noch all „die Dinge, die vielleicht die Saat eines Krieges zwischen den Beteiligten werden“, bestehen blieben, erklärte Kim Yo Jong, die einflussreiche Schwester von Machthaber Kim Jong Un, am Freitag. Zuerst müsse Südkorea seine feindliche Haltung aufgeben.

Es dürfe nicht weiter mit zweierlei Maß messen, indem Südkorea seine eigenen Handlungen rechtfertige, während es Nordkorea das Recht auf Selbstverteidigung abspreche. „Nur wenn eine solche Voraussetzung erfüllt ist, wäre es möglich, sich von Angesicht zu Angesicht zusammenzusetzen, die bedeutende Beendigung des Krieges zu erklären und die Frage der Nord-Süd-Beziehungen und die Zukunft der koreanischen Halbinsel zu diskutieren.“

Südkoreas Präsident Moon Jae In hatte am Dienstag in einer Ansprache vor den Vereinten Nationen einen Aufruf zur offiziellen Beendigung des Korea-Kriegs bekräftigt. Der Konflikt in den 1950er-Jahren wurde lediglich mit einem Waffenstillstandsabkommen beendet. Einen Friedensvertrag gibt es nicht. Formell gesehen befinden sich die beiden Nachbarn somit weiterhin im Kriegszustand. (Reuters)

Südkorea fordert von USA Wiederaufnahme der Gespräche mit Nordkorea (22.09.2021)

Südkoreas Präsident Moon Jae In hat vor den Vereinten Nationen einer rasche Wiederaufnahme der Gespräche mit Nordkorea gefordert. Sowohl der Dialog zwischen seinem Land und Nordkorea als auch der zwischen den USA und Nordkorea müsse so schnell wie möglich wieder aufgenommen werden, sagte Moon am Dienstag bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York. „Wenn die beiden Koreas und die umliegenden Länder zusammenarbeiten, wird Frieden fest etabliert werden.“

Südkorea werde immer bereitstehen, Nordkorea „in kooperativem Geist“ entgegenzukommen, sagte Moon. Nordkorea müsse sich auf die Veränderungen einer „neuen Ära der Gemeinschaft“ einstellen. Nach nordkoreanischen Raketentests hatte es zuletzt wieder neue Spannungen und Funkstille zwischen den beiden Ländern gegeben. (dpa)

Nordkorea warnt USA vor nuklearem Wettrüsten nach U-Boot-Abkommen (20.09.2021)

Nordkorea sieht durch den vergangene Woche vorgestellten Indopazifik-Sicherheitspakt zwischen den USA, Australien und Großbritannien den regionalen Frieden und die globalen Bemühungen zur Nichtverbreitung von Atomwaffen gefährdet. Die Entscheidung der USA, Australien technologisch beim Bau von nuklear betriebenen U-Booten zu unterstützen, sei unverantwortlich, erklärte das Außenministerium in Pjöngjang laut staatlichen Medien am Montag.

„Das sind äußerst unerwünschte und gefährliche Handlungen, die das strategische Gleichgewicht in der Asien-Pazifik-Region stören und eine Kette nuklearen Wettrüstens auslösen werden.“ Nordkorea werde die Hintergründe des Vorgehens der Amerikaner genau prüfen und „entsprechende Gegenmaßnahmen ergreifen, falls sie die Sicherheit unseres Landes auch nur geringfügig beeinträchtigen“.

Die US-Regierung hatte erklärt, es gehe bei dem Pakt darum, die regionale Sicherheit zu stärken. Nordkorea entgegnete, eine solche Haltung laufe darauf hinaus, dass jedes Land Nukleartechnologie verbreiten könne, wenn es in seinem Interesse sei. „Das zeigt, dass die USA der Hauptschuldige sind, der das internationale nukleare Nichtverbreitungssystem stürzt.“ Die Amerikaner gingen mit zweierlei Maß vor.

Neben Nordkorea und China hat der Pakt auch die Regierung in Paris erzürnt, weil durch das Bündnis dem französischen Reedereikonzern Naval Group ein 2016 von Australien erteilter Auftrag zum Bau einer neuen U-Boot-Flotte im Volumen von 40 Milliarden Dollar durch die Lappen geht. Frankreich hat deswegen seine Botschafter aus Washington und Canberra abgezogen. (Reuters)

IAEA-Chef: Nordkorea treibt Atomprogramm „mit Vollgas“ voran (20.09.2021)

Nordkoreas umstrittenes Nuklearprogramm läuft laut internationalen Atomwächtern auf Hochtouren. Dazu gehörten die Anreicherung von Uran und die Gewinnung von Plutonium, sagte der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, am Montag in Wien. „In der Demokratischen Volksrepublik Korea fährt das Atomprogramm mit Vollgas voran“, sagte Grossi zu Beginn des jährlichen Treffens der IAEA-Mitgliedstaaten. Damit verletze Pjöngjang klar mehrere UN-Resolutionen.

Die Inspektoren der IAEA haben keinen Zugang zu dem abgeschotteten Land, das bereits mehrere nukleare Testexplosionen zur Entwicklung von Atomwaffen durchgeführt hat. Die Wiener Atombehörde setzt jedoch Satelliten ein, um die Atomanlagen zu beobachten.

Im Vorfeld der IAEA-Konferenz hatte die IAEA über Anzeichen berichtet, wonach Nordkorea den Atomreaktor in seinem umstrittenen Nuklearzentrum Yongbyon wieder in Betrieb genommen hat. Der kleine Reaktor kann Plutonium zur Herstellung von Atombomben liefern. Auch mit angereichertem Uran können Atomsprengköpfe gebaut werden. Vor einer Woche hatte Nordkorea den erfolgreichen Test strategisch wichtiger Raketen gemeldet und angedeutet, dass die Lenkflugkörper auch für Atomsprengköpfe entwickelt wurden.

Pjöngjang treibt seit Jahren die Entwicklung von Raketen voran, die nicht nur Südkorea und Japan treffen, sondern auch Atomsprengköpfe bis in die USA tragen können. Nordkorea hat sich selbst zu einer Atommacht erklärt. Nach Schätzungen der amerikanischen Organisation Arms Control Association vom August 2020 lagern in Nordkorea 30 bis 40 Atomsprengköpfe.

Kims Schwester droht Südkorea nach Raketentest

Die einflussreiche Schwester des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un hat Südkorea nach einem Raketentest mit der „kompletten Vernichtung“ aller Beziehungen gedroht. In einer von den Staatsmedien verbreiteten Erklärung griff Kim Yo Jong am Mittwoch den südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In scharf an, der erklärt hatte, die neu entwickelte Rakete könne als Abschreckung gegenüber Nordkorea dienen. Nur wenige Stunden vor Südkorea hatte auch Nordkorea neue Raketen getestet.

Kim Yo Jong sagte, Nordkorea entwickle seine militärischen Fähigkeiten zum Zwecke der Selbstverteidigung und ohne auf ein bestimmtes Land abzuzielen. Auch Südkorea steigere seine militärischen Fähigkeiten. Wenn sich der südkoreanische Präsident an „Verleumdung und Herabsetzung“ beteilige, werde darauf mit Gegenmaßnahmen reagiert, erklärte sie und drohte mit der Vernichtung der Beziehungen der beiden Staaten. „Wir wollen das nicht.“

Die Raketentests unterstreichen die Rückkehr von Spannungen im Verhältnis beider Länder zu einem Zeitpunkt, an dem Gespräche über die Beendigung des nordkoreanischen Atomprogramms festgefahren sind.

Zunächst hatte Nordkorea am Mittwoch zwei Geschosse gestartet, wie das südkoreanische Militär mitteilte. Kurz darauf gab Südkorea bekannt, es habe erstmals eine Rakete von einem U-Boot aus gestartet.

Die Raketen aus Nordkorea legten nach Angaben Südkoreas eine 800 Kilometer lange und 60 Kilometer hohe Flugbahn zurück und schlugen in Gewässern zwischen Japan und der Koreanischen Halbinsel ein.

Südkorea teilte kurz darauf mit, es habe eine neu entwickelte Rakete von einem U-Boot der 3000-Tonnen-Klasse aus gestartet. Sie sei am geplanten Ziel eingeschlagen. Dass Südkorea solche Test öffentlich bekannt gibt, ist ungewöhnlich. Beobachter erklärten, möglicherweise reagiere Präsident Moon Jae In damit auf Kritik, er verhalte sich gegenüber Nordkorea zu nachgiebig.

Der nordkoreanische Test verstößt gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrates. Der japanische Ministerpräsident Yoshihide Suga kritisierte den Test als Gefahr für Frieden und Sicherheit seines Landes. Das sei absolut empörend. „Die japanische Regierung ist entschlossen, ihre Wachsamkeit und Überwachung weiter zu verstärken, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein“, sagte Suga.

Erst am Montag hatte Nordkorea mitgeteilt, es habe am Wochenende einen neuen Marschflugkörper zweimal getestet. Die strategische Waffe habe eine Reichweite von bis zu 1500 Kilometern. Damit könnte Nordkorea unter anderem Japan bedrohen. Es war der erste bekannte nordkoreanische Raketentest seit sechs Monaten. (AP)

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