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Kapitolpolizei: Zwei Sprengsätze hätten großen Schaden anrichten können

  • Vier Menschen sind im Zuge der Krawalle in Washington gestorben.
  • Möglicherweise hätte es noch mehr Tote gegeben, wären die gefundenen Rohrbomben detoniert.
  • Der Chef der Kapitolpolizei wehrt sich gegen Kritik.
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Washington. Bei zwei am Mittwoch in Washington gefundenen Rohrbomben handelte es sich nach Behördenangaben tatsächlich um gefährliche Sprengsätze. Sie hätten großen Schaden anrichten können, teilte die Kapitolpolizei am Donnerstag mit.

Die Sprengsätze seien entschärft und an die Bundespolizei FBI für weitere Ermittlungen übergeben worden. Am Mittwoch war zunächst unklar gewesen, ob es sich bei den verdächtigen Objekten nicht um Attrappen handelte. Einer der Sprengsätze war am Hauptquartier der Republikanischen Partei positioniert worden.

Nach den tödlichen Ausschreitungen am und im US-Kapitol in Washington hat die Polizei zudem das gewalttätige Verhalten der Demonstranten verurteilt. Die Belagerung des Kongressgebäudes am Mittwoch sei einem “kriminellen, randalierenden Verhalten” gleichgekommen, sagte der Chef der Kapitolpolizei, Steven Sund, am Donnerstag.

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Der Mob habe bei der Erstürmung des Gebäudes Metallstangen, chemische Reizstoffe und andere Waffen gegen die Einsatzkräfte verwendet. Die Protestler hätten Polizisten “aktiv attackiert” und seien entschlossen gewesen, unter großem Schaden in das Kapitol einzudringen.

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Im Zuge der Krawalle starben vier Menschen, unter ihnen eine Frau, die im Innern des Kapitols von der Polizei erschossen wurde. Ein Beamter habe im Gebäude seine Dienstwaffe gezückt und die Frau getroffen. “Sofort wurde medizinische Hilfe geleistet und die Frau ins Krankenhaus gebracht, wo sie später ihren Verletzungen erlag”, hieß es in einer Mitteilung der Einheit. Der Beamte sei – wie in solchen Fällen vorgeschrieben – bis auf Weiteres vom Dienst entbunden worden, der Vorfall werde untersucht.

Während der Ausschreitungen seien mehr als 50 Polizisten des Kapitols und Washingtons verletzt worden, mehrere für die Sicherheit des Kongresses arbeitende Einsatzkräfte seien mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gekommen, sagte Sund.

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Sund verteidigte die Polizei gegen Kritik, sie habe die Randale nicht aufgehalten. Seine Behörde habe einen „robusten Plan“ gehabt, um auf die erwarteten friedlichen Proteste zu reagieren. Aber das, was sich am Mittwoch zugetragen habe, sei kriminelles Verhalten gewesen.

RND/dpa/AP

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