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FBI-Direktor warnt vor neuen Krawallen – nach Sturm auf Kapitol schon 100 Festnahmen

  • Nach dem Sturm auf das Kapitol haben die Behörden schon 100 Verdächtige gefasst.
  • Mehr als 200 Verdächtige seien identifiziert, sagt der FBI-Direktor.
  • Er warnt zudem vor neuen Krawallen.
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Washington. Nach dem Sturm auf das Kapitol haben die Strafverfolger mehr als 200 Verdächtige identifiziert - etwa 100 von ihnen seien schon festgenommen worden. Das sagte der FBI-Direktor Christopher Wray am Donnerstag in einem Briefing vor den anstehenden Feiern zur Amtseinführung von Joe Biden in Washington.

Gerichtet an jene Randalierer, die noch auf freiem Fuß sind, sagte Wray: „Wir wissen, wer Sie sind, und FBI-Agenten werden Sie finden.“

Gleichzeitig warnte der FBI-Direktor vor weiteren Unruhen im Zusammenhang mit dem Machtwechsel. Die Ermittler beobachteten viele bedenkliche Gespräche im Internet über geplante gewalttätige Aktionen im Umfeld der Feiern, sagte er.

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Washington verwandelt sich in eine Festung
0:52 min
15.000 Nationalgardisten sollen vor der Vereidigung von Joe Biden Umsturzversuche durch Trump-Anhänger verhindern.  © Reuters

Joe Biden soll am Donnerstag offiziell und feierlich in sein Amt eingeführt werden. Auch in den einzelnen Bundesstaaten drohen Ausschreitungen an diesem Tag.

Unter den festgenommenen Verdächtigen finden sich auch Randalierer, die wegen ihres Erscheinungsbilds besonders aufgefallen waren, als sie sich im Kapitol bewegten - etwa der Mann, der mit einem Hoodie auftrat, auf dem ein „Suschwitz“-Schriftzug zu lesen war.

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Auch ist ein Mann festgenommen worden, der dort mit einer Konföderierten-Flagge gesichtet wurde. Er und sein Sohn seien im Staat Delaware in Gewahrsam genommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit. Ausfindig gemacht wurde der Flaggenträger mithilfe eines Fotos, das ihn am vergangenen Mittwoch im Kongresssitz in Washington zeigte.

Den Angaben zufolge waren er und sein Sohn über ein zertrümmertes Fenster in das Senatsgebäude eingedrungen. Vater und Sohn wird illegales und gewaltsames Betreten eines gesperrten Gebäudes, ungebührliches Verhalten auf dem Grundstück des Kapitols sowie Entwürdigung von Eigentum der Regierung zur Last gelegt.

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Gerichtsakten zufolge hatte ein Kollege des Sohnes dem FBI gesagt, dass sich dieser damit gebrüstet habe, mit seinem Vater im Kapitol gewesen zu sein. In der Kriegsflagge der Konföderierten, die im Amerikanischen Bürgerkrieg (1861 bis 1865) der Südstaaten gegen die Nordstaaten kämpfte, sehen viele ein Symbol für Sklaverei und Rassismus.

Zur Sicherung der Amtseinführung des gewählten US-Präsidenten Joe Biden sind bereits rund 26.000 Nationalgardisten nach Washington beordert worden. Die Mitglieder der Nationalgarde aus allen 50 US-Staaten und dem Hauptstadtbezirk District of Columbia seien in der Stadt stationiert oder noch dorthin unterwegs, teilten Behördenvertreter am Donnerstag mit. Sie hatten zunächst erklärt, dass bis zu 20.000 Kräfte nötig sein würden. Doch sei deren Zahl wegen weiterer Bitten der Polizei angewachsen.

Ihre Missionen können eine unterschiedliche Dauer haben, doch hätten Pentagonmitarbeiter die Befugnis, die Nationalgardisten für bis zu 30 Tage für die Vereidigung Bidens und deren Sicherung angesichts erwarteter Proteste anzufordern. Einige der Kräfte sind bewaffnet, vor allem jene mit Einsatzgebiet nahe dem US-Kapitol.

Nach dem Sturm von Anhängern von Präsident Donald Trump auf den Kongresssitz am vergangenen Mittwoch werden Sicherheitsvorkehrungen für Bidens Amtseinführung verstärkt.

RND/AP/pach

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