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Nach Aussage zu Mohammed-Karikaturen: Iran protestiert gegen Macrons Haltung

  • Der diplomatische Konflikt um Mohammed-Karikaturen weitet sich aus.
  • Nach der Türkei und Pakistan hat nun auch der Iran gegen die Haltung des französischen Präsidenten protestiert.
  • Macron hatte auf einer Gedenkzeremonie für den ermordeten Lehrer Samuel Paty die Veröffentlichung der Karikaturen verteidigt.
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Teheran. Der Iran stimmt in die islamische Kritik an der Reaktion Frankreichs auf den Mord eines jungen Muslims an einem französischen Lehrer ein.

Das Außenministerium habe einen französischen Diplomaten einbestellt und dagegen protestiert, dass Präsident Emmanuel Macron die Veröffentlichung von Karikaturen des Propheten Mohammed verteidigt hat, meldete das iranische Staatsfernsehen am Dienstag.

Es sei unklug und bedauerlich, dass Frankreich unter dem Vorwand der Meinungsfreiheit Hass auf den Islam zulasse.

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Gedenkzeremonie für ermordeten Geschichtslehrer in Paris
1:07 min
Der 47-jährige Samuel Paty war am Freitag Ermittlern zufolge von einem 18-Jährigen in einem Pariser Vorort attackiert und getötet worden.  © Reuters

Eine mächtige Klerikergesellschaft in der iranischen Pilgerstadt Ghom verlangte Sanktionen gegen Frankreich. Die Zeitung „Watan-e-Emrus“ brachte auf ihrer Titelseite eine Karikatur, die Macron als Teufel darstellt.

Boykottaufrufe gegen Frankreich

Ein 18-Jähriger tschetschenischer Herkunft hatte Mitte Oktober in Frankreich einen Lehrer enthauptet, der Mohammed-Karikaturen im Unterricht gezeigt hatte, als er das Thema Meinungsfreiheit besprach. Macron verteidigte die Unterrichtsmethode und stufte den Mord als Terroranschlag ein.

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Während in Frankreich Zehntausende zum Gedenken an den 47-jährigen Lehrer auf die Straße gegangen sind, wurden in der islamischen Welt Boykottaufrufe gegen französische Waren laut. Im Irak, der Türkei und im Gazastreifen gab es Proteste. Das pakistanische Parlament verurteilte die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen.

Frankreich betrachtet Satire über Religion als Teil der Meinungsfreiheit, viele Muslime dagegen halten alles, was sie als Angriff auf ihren Propheten empfinden, für ein schweres Vergehen. Frankreich reagiert auf das Thema besonders sensibel, weil islamistische Fanatiker 2015 die Redaktion des Satiremagazins „Charlie Hebdo“ überfallen und zwölf Menschen getötet hatten, nachdem das Blatt Mohammed-Karikaturen gebracht hatte.

RND/AP

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