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Nach Griechenland-Ägypten-Abkommen: Türkei sucht weiter nach Erdgas

  • Seit Wochen lässt Erdogan das östliche Mittelmeer nach Öl- und Gasvorkommen erforschen.
  • Auf Bitten von Bundeskanzlerin Merkel hin hatte er die umstrittene Suche vor Zypern vorübergehend eingestellt.
  • Ein neues Seeabkommen, das die Grenzen zwischen Ägypten und Griechenland festlegen soll, ist nun Auslöser für eine Wiederaufnahme der Aktionen.
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Ankara. Ein neues Seeabkommen zur Festlegung der Grenzen zwischen Ägypten und Griechenland ist in der Türkei auf Ablehnung gestoßen. Der Pakt sei “wertlos”, kritisierte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan am Freitag und erklärte, Ankara werde im östlichen Mittelmeer weiter Öl- und Gasvorkommen erforschen.

Das Abkommen zwischen Ägypten und Griechenland sei eine Reaktion auf einen Pakt, den die Türkei 2019 mit der libyschen Regierung in Tripolis geschlossen habe. Dieser werde weiterlaufen, versprach Erdogan nach einem Gebet in der seit Kurzem wieder als Moschee genutzten Hagia Sophia in Istanbul.

Das Abkommen zwischen Tripolis und Ankara hatte nicht nur in Ägypten und Griechenland, sondern auch in Zypern für Kritik gesorgt. Die drei sahen es als Verstoß gegen ihre wirtschaftlichen Anrechte im Mittelmeer.

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Erdogan lässt weiter nach Öl suchen

Zuletzt habe die Türkei ihre Suche nach Erdgas- und Erdöl in umstrittenen Gewässern mit Griechenland unterbrochen, nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel darum gebeten habe, sagte Erdogan. Er habe ihr gesagt, drei bis vier Wochen lang werde die Türkei damit aufhören, “wenn Sie Griechenland und den anderen vertrauen ... aber ich vertraue ihnen nicht und Sie werden sehen.”

Nach dem Abkommen zwischen Griechenland und Ägypten scheint mit der Unterbrechung nun Schluss zu sein. “Wir haben die Erkundungsaktivitäten sofort wieder aufgenommen”, sagte Erdogan und beauftragte das türkische Forschungsschiff “Barbaros Hayreddin”, das vor der Westküste Zyperns fährt.

RND/AP

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