Streit um den Kassenbon – wofür die GroKo Energie brauchte

  • Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will die Kassenbonpflicht kurz vor ihrer Einführung doch wieder streichen.
  • Tatsächlich ist die technische Umstellung und die Entwicklung von E-Bons jahrelang verschlafen worden.
  • Die Bundesregierung sollte kleinen Einzelhändlern helfen, kommentiert Daniela Vates.
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Berlin. Natürlich sind Kassenbons lästig. Brötchen für 1,20 Euro in der Bäckerei, eine Kaugummipackung am Kiosk – und dazu dann jedes Mal einen kleinen Zettel. In den meisten Fällen landet der im Papierkorb. Der Kunde kann darauf verzichten, der Verkäufer würde es gerne. Aber ab 2020 soll nun alles noch strenger werden. Der Kassenbon wird dann verpflichtend.

Nun ist dem Bundeswirtschaftsministerium aufgegangen, dass das vielleicht doch nicht so eine gute Idee ist. Minister Peter Altmaier würde die Regelung gerne doch wieder streichen. Klimaschutz und Bürokratieabbau führt er ins Feld.

Das fällt ihm wirklich reichlich früh ein, vier Jahre nachdem die Regelung beschlossen wurde – und kurz vor ihrem Inkrafttreten. Dabei lässt sich in jedem Fall eines feststellen: Die technische Umstellung der Kassen, die Entwicklung auch von papierfreien E-Bon-Lösungen wurde mindestens verschlafen, wenn nicht verschleppt.

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Das Problem der Einzelhändler

Dass neue Systeme insbesondere für kleine Einzelhändler ein Investitionsproblem werden können, ist nachvollziehbar. Es wäre sinnvoll, wenn die Regierung darüber nachdenken würde, ihnen unter die Arme zu greifen.

Altmaier und der neue SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans, der die Bons für ein ausgezeichnetes Mittel gegen Steuerhinterziehung hält, sollten aus ihren gegensätzlichen Positionen genug Energie generieren können. Über den Kassenbon für die GroKo sprechen wir dann ein anderes Mal.


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