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Stimmung in Betrieben so schlecht wie seit der Finanzkrise nicht mehr

  • Die deutsche Wirtschaft schlägt Alarm: Die Stimmung in den Unternehmen ist gekippt.
  • So düster wie seit der Finanzkrise nicht mehr bewerten Deutschlands Firmenlenker die Geschäftslage.
  • Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ruft die Bundesregierung zum Handeln auf.
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Berlin. Es ist ein deutliches Alarmsignal, das der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) mit seiner jüngsten Konjunkturumfrage aussendet. Viele Unternehmen rechnen mit einem Abschwung oder zumindest mit einer deutlichen Eintrübung der Konjunktur.

"Seit der weltweiten Finanzkrise vor zehn Jahren haben wir nicht mehr so pessimistische Rückmeldungen von den Unternehmen bekommen," sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer anlässlich der Vorstellung der Herbstumfrage des Spitzenverbandes unter 28.000 Unternehmen. "Gerade in der Industrie verschlechtern sich die Lage und die Erwartungen erheblich", so Schweitzer weiter. Die Abkühlung schlage inzwischen auch auf industrienahe Dienstleister und Großhändler durch.

Als Konsequenz korrigiert der DIHK die Wachstumsprognosen für das laufende und das kommende Jahr deutlich nach unten. Hatte der Verband im vergangenen Herbst noch ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 1,7 Prozent für 2019 vorhergesagt, geht er nun nur noch von einem Plus in der Größenordnung von 0,4 Prozent aus.

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Für das kommende Jahr rechnet der DIHK mit 0,5 Prozent Wirtschaftswachstum, wobei 0,4 Prozent auf sogenannte "Kalendereffekte" zurückzuführen sind. 2020 gibt es vier Arbeitstage mehr als im laufenden Jahr, wodurch das Bruttoinlandsprodukt steigt. Rechnet man diesen und andere Sonderfaktoren hinaus, bliebe unterm Strich nur noch eine Miniwachstum von 0,2 Prozent übrig. Würden Einzelhandel, Tourismus und Bauwirtschaft nicht auf stabile Geschäfte blicken, müsste die Prognose noch deutlich negativer ausfallen.

Auch so zeigt sich der DIHK deutlich pessimistischer als die Bundesregierung. Diese rechnet mit einem Wachstum von 0,5 Prozent im laufenden und 1,0 Prozent im kommenden Jahr.

Der Export wird von der Wachstumslokomotive zum Sorgenkind

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Vor allem das Auslandsgeschäft bereitet den Unternehmen Sorge. "In normalen Zeiten haben wir eigentlich ein durchschnittliches Exportwachstum von 5,5 Prozent", sagte Schweitzer. "Für 2020 rechnen wir bei den Ausfuhren im besten Fall mit einer Stagnation." Wachsender Protektionismus, eskalierende Handelskonflikte und der Brexit würden ihre Spuren hinterlassen. "Fast jedes zweite Exportunternehmen bezeichnet mittlerweile die schleppende internationale Nachfrage als Risiko für die künftige Geschäftsentwicklung", so Schweitzer.

Die trüben Aussicht sorgen dafür, dass die Unternehmen weniger investieren. Zum fünften Mal in Folge sind die Investitionsabsichten der Firmen gesunken. Wenn noch investiert wird, dann vor allem in die Bereiche Ersatzbedarf, Rationalisierung und Umweltschutz. In die Ausweitung von Kapazitäten hingegen investieren nur nur 26 Prozent der befragten Unternehmen. Vor allem mittelgroße und große Unternehmen treten auf die Investitionsbremse. Auch die Einstellungsabsichten der Firmen sind rückläufig. Gleichwohl sieht der DIHK den Fachkräftemangel nach wie vor als größtes Geschäftsrisiko an.

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Präsident Eric Schweitzer forderte die Bundesregierung auf, angesichts der "besorgniserregenden Lage" entschieden gegenzusteuern. "Unser Land muss ins Handeln kommen", forderte er. "Ich darf daran erinnern, dass die letzte Unternehmenssteuerreform mehr als 10 Jahre zurückliegt", so der Wirtschaftsvertreter. Er forderte einen "international wettbewerbsfähigen Unternehmensteuersatz von 25 Prozent" sowie die vollständige Abschaffung des Solidaritätszuschlages. Außerdem müsse Deutschland in die Modernisierung seiner Infrastruktur sowie in die Digitalisierung investieren. "Ärmel hochkrempeln und Handeln ist auch hier das Gebot der Stunde", sagte Schweitzer.