Stiller Machtkampf in der Union, Lockdown im alten Rom

  • Nach außen hin ist es in der CDU sehr ruhig.
  • Deshalb werfen wir einen Blick in das Innere der suchenden Partei.
  • In Sachen Corona lohnt sich eine kleine Zeitreise in die Vergangenheit.
Das tägliche Briefing
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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

spüren Sie das Prickeln und die Hitze im Machtkampf um die Spitze der Union? Das Flirren im Rennen um CDU-Vorsitz und Kanzlerkandidatur? Wir auch nicht. Denn in der vergangenen Zeit ist es ruhig geworden um die Bewerber Laschet, Merz und Röttgen. Auch Markus Söder, mehr als ein Geheimfavorit für die Kanzlerkandidatur der Union, tritt eher leise auf.

Dass es so ruhig ist, bedeutet aber keineswegs Stillstand. RND-Chefautor Matthias Koch hat tief in die Union hineingehört und einiges in Erfahrung gebracht. Insider aus der CDU sagen: Armin Laschet hat den CDU-Bundesvorsitz schon so gut wie sicher. Der NRW-Regierungschef sammelte in den vergangenen Wochen still, leise und fleißig Verbündete – während Friedrich Merz auf offener Bühne Fehler machte.

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“Mission 2021”

Am Mittwoch wird Markus Söder in Berlin ein neues Buch über Laschet vorstellen. Der CSU-Chef hat offenbar ebenfalls Merz und Norbert Röttgen schon abgeschrieben.

Dass der Machtkampf in der Union eher im Verborgenen als auf der offenen Bühne stattfindet, hat auch mit den Corona-Abstandsregeln zu tun. Das Bierzelt, sonst der natürliche Redensraum jedes CSU-Chefs, steht aktuell nicht zur Verfügung. Gestern tagte die bayerische Regierungspartei virtuell. Markus Söder nutzte das für eine getragene, für bayerische Verhältnisse mehr als stille Rede.

Aus Sicht unserer Berliner Chefkorrespondentin Daniela Vates war es eine Rede, die das Potenzial hat, Söder im Rennen um die Kanzlerschaft zu positionieren. Losung: “Mission 2021”.

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Markus Söder (CSU), Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, sitzt beim virtuellen Parteitag vor seiner Rede in seinem Büro in der CSU-Landesleitung. Auf seinem Schreibtisch steht eine Tasse mit der Aufschrift “Winter is coming/Winter is here” und einem Motiv aus der Fernsehserie “Game of Thrones”. © Quelle: Sven Hoppe/dpa

Wie die Geschichte über unsere Leistung in der Corona-Pandemie urteilen wird, ist weiter ungewiss. Was wir aus früheren Seuchen lernen können, lässt sich aber ganz gut beschreiben.

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Lockdown im alten Rom

Die Menschheit hat nämlich schon vor Hunderten von Jahren gezeigt, wie kreativ sie im Kampf gegen Seuchen werden kann. Und schon die alten Römer reagierten mit einer Art Lockdown auf die Antoninische Pest. Vor 100 Jahren, diesmal grassierte die Spanische Grippe, wurden ganze Schulen in Quarantäne geschickt, Masken galten als Mittel gegen die Seuche. Auch damals waren diese Schritte umstritten. Aber in einigen Punkten hat die Menschheit dazugelernt, wie der historische Rückblick von Joachim Zießler zeigt.

Die aktuellen Zahlen aus Deutschland sind allerdings alles andere als beruhigend. Das RKI hat für den Freitag mehr als 2500 Neuinfektionen registriert – so viele wie seit Ende April nicht mehr. Unsere Einordnung der Daten lesen Sie hier.

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Zitat des Tages

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Unschöne Zitate aus an ihn gerichteten Drohungen präsentierte CSU-Chef Markus Söder gestern in seiner Parteitagsrede.

Unsere Interviewempfehlungen

Für immer jung? Isabelle Mansuy ist eine der profiliertesten Forscherinnen im Bereich Epigenetik. Der Titel ihres neuen Buches lautet: “Wir können unsere Gene steuern!” Im Interview sagt sie: Eine gesunde Lebensweise tut nicht nur uns selbst gut – sondern sogar unseren Nachfahren.

Süchtig nach Sex: Florian Winter ist sexsüchtig. Die ständige Suche nach sexueller Befriedigung hat sein Leben lange Zeit bestimmt. Im RND-Interview erzählt der Illustrator, wie ihn eine Selbsthilfegruppe gerettet hat und warum er seine Geschichte nun als Graphic Novel veröffentlicht.

Sehr familienfreundlich? Als Personalchef beim Softwareriesen SAP ist Cawa Younosi für 25.000 Mitarbeiter zuständig. Ein großes Anliegen ist ihm dabei vor allem die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Wie es darum bestellt ist und ob er selbst aktiv Vater sein kann, erzählt er im RND-Interview.

Termin des Tages

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Bundeskanzlerin Angela Merkel trifft die CDU-Kabinettsmitglieder. Im Mittelpunkt dürften die hohen Zahlen von Neuinfektionen mit dem Coronavirus stehen.

Wer heute wichtig wird

Nach der Vereidigung Lukaschenkos am vergangenen Mittwoch plant die Opposition, die Bürgerrechtlerin Swetlana Tichanowskaja symbolisch bei einer “Amtseinführung des Volkes” zur Präsidentin zu ernennen. Bei der Aktion werden Hunderttausende Menschen erwartet. © Quelle: Mindaugas Kulbis/AP/dpa

Jede Stunde neu: unsere News zum Hören

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in den Tag,

Aus dem RND-Newsroom: Ihr Christian Palm

PS: Gestern Morgen hat uns die Technik einen Streich gespielt, deshalb wurde “Der Tag” leider nicht an alle Abonnenten verschickt. Wir bitten, dies zu entschuldigen.

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