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Zweite Booster-Impfung gegen Corona

Nach Stiko-Empfehlung für Omikron-Impfstoffe: Braucht es wieder Impfzentren?

Ein junger Mann wird mit einer Booster-Dosis eines Corona-Impfstoffs im Impfzentrum in der Schinkelhalle gegen das Coronavirus geimpft.

Ein junger Mann wird mit einer Booster-Dosis eines Corona-Impfstoffs im Impfzentrum in der Schinkelhalle gegen das Coronavirus geimpft.

Für Booster-Impfungen will die Ständige Impfkommission (Stiko) künftig den Einsatz der neuen, an Omikron angepassten Präparate empfehlen. Unverändert soll dagegen die Stiko-Empfehlung für den Empfängerkreis sein: Die erste Auffrischungs­impfung ist nach Einschätzung der Stiko für alle Menschen ab zwölf Jahren ratsam, eine zweite dann für alle über 60‑Jährigen, Risikopersonen mit Vorerkrankungen, Pflegeheim­bewohnende und medizinisches Personal. Das geht aus einer Stiko-Mitteilung vom Dienstag zu ihrem Beschlussentwurf hervor. Es handelt sich noch nicht um eine finale Empfehlung.

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Eine Zulassung für Europa hatte die EU-Kommission den neuen Impfstoffen gegen die Omikron-Varianten BA.1, BA.4 und BA.5 bereits in der vorigen Woche erteilt. Viele deutsche Ärzte orientieren sich bei ihren Empfehlungen jedoch vor allem am Votum des unabhängigen Expertengremiums.

Keine klaren Aussagen der Politik zu Impfzentren

Damit bleibt aus Sicht des Deutschen Landkreistages offen, ob es erneut eine breite Impfkampagne im Herbst und Winter geben wird und wie diese gegebenenfalls aussehen soll. „Dafür fehlen noch klare Aussagen der Politik zur Weiterführung vor allem der Impfzentren in diesem Winter“, sagte Reinhard Sager, Präsident des Landkreistages, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

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Er forderte Bund und Länder dazu auf, „zügig eine Entscheidung zu treffen und die Finanzierung zuzusagen, damit die Landkreise die erforderliche Impfinfrastruktur aufrechterhalten können“. Der Deutsche Landkreistag befürchtet, dass die Arztpraxen alleine eine große Impfaktion nicht stemmen können – dafür brauche es die Unterstützung durch die Impfzentren, so Sager.

Deutscher Hausärzteverband appelliert an Risikopatienten

Die Hausärztinnen und Hausärzte sind dagegen zuversichtlich, eine groß angelegte Impfkampagne auch ohne Hilfe der Impfzentren stemmen zu können: „Parallelstrukturen, wie sie mit Impfzentren geschaffen wurden, braucht es – insbesondere in Zeiten, in denen an Ressourcen und Geld gespart werden muss – definitiv nicht mehr“, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Markus Beier, dem RND.

Er appellierte besonders an ältere und vorerkrankte Patientinnen und Patienten, anstehende Impfungen nicht zu verzögern, sondern sich schon jetzt um einen ausreichenden Schutz zu kümmern. „Wer hier unsicher ist, kann sich vertrauensvoll an seine Hausarztpraxis wenden, um sich individuell beraten zu lassen“, empfiehlt Beier.

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Neues Infektionsschutzgesetzt soll vulnerable Gruppen schützen

Zuletzt hatte die Bundesregierung neue Maßnahmen ermöglicht, die insbesondere vulnerable Gruppen während des Corona-Winters schützen sollen: Ab dem 1. Oktober gilt das neue Infektionsschutzgesetz, nachdem der Bundesrat ihm am vergangenen Freitag zugestimmt hat. Der Beschluss sieht bei einer bestimmten Infektionslage unter anderem eine Maskenpflicht in Kliniken, Pflegeheimen, Arztpraxen sowie im Fernverkehr vor. Im Flugzeug hingegen müssen die Passagiere keine Maske mehr tragen. Es ist zudem den Ländern überlassen, ob sie eine Maskenpflicht in Innenräumen wie Geschäften, Restaurants oder im Nahverkehr wieder einführen. Die Regelung gilt bis zum 7. April 2023.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) lag die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstagvormittag bei 259,0 – sie ist somit im Vergleich zum Vortag (243,3) gestiegen. Seit Beginn der Pandemie erfasste das RKI 32.740.593 nachgewiesene Corona-Infektionen. Die tatsächlichen Zahlen dürften allerdings höher sein – denn nicht alle Infektionen mit Sars-CoV-2 werden vom RKI erfasst oder überhaupt erkannt.

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