• Startseite
  • Politik
  • Stephan Ernst vor Gericht: Lübcke konnte sich körperlich nicht wehren

Stephan Ernst vor Gericht: Lübcke konnte sich körperlich nicht wehren

  • Im Prozess zum Fall Walter Lübcke ist der Hauptangeklagte Stephan Ernst in einer Erklärung auf Fragen der Familie des Ermordeten eingegangen.
  • Er erklärte, der CDU-Politiker habe keine Chance gehabt, sich körperlich zu wehren.
  • Neue Details zum Tatverlauf lieferte er aber kaum.
Anzeige
Anzeige

Frankfurt/Main. In den letzten Momenten vor dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hatte der CDU-Politiker nach Angaben des mutmaßlichen Täters Stephan Ernst keine Chance, sich körperlich zu wehren. Ernst ging in seiner Erklärung am Donnerstag vor dem Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt auf Fragen der Familie Lübcke ein.

Dabei bekräftigte er, dass auch der wegen Beihilfe angeklagte Markus H. auf der Terrasse von Lübckes Wohnhaus dabei gewesen sei. „H. war etwas früher auf der Terrasse als ich, und als ich auf Herrn Lübcke zuging, sah er H. an“, sagte Ernst, der seine niedergeschriebenen Angabe immer wieder mit Schniefen und Schluchzen unterbrach.

Video
Geständnis von Stephan E.: "Ich habe geschossen."
2:40 min
Vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main ließ der Angeklagte über seinen Anwalt verlesen: "Ich habe geschossen."  © Reuters
Weiterlesen nach der Anzeige
Anzeige

Neue Details zum Tatverlauf gab es dabei kaum. Die Angaben entsprachen der Einlassung Ernsts vor Gericht. Vor der Polizei hatte Ernst unterschiedliche Angaben zum Tatverlauf gemacht.

Urteil erst im nächsten Jahr

Die Witwe und die beiden Söhne des CDU-Politikers treten in dem Prozess vor dem Oberlandesgericht Frankfurt als Nebenkläger auf. In ihrer Zeugenaussage hatte Irmgard Braun-Lübcke eindringlich an Ernst appelliert, die noch offenen Fragen der Familie zu beantworten und vor allem Auskunft über die letzten Momente im Leben Lübckes zu geben.

Der 47 Jahre alte Deutsche Stephan Ernst ist wegen Mordes angeklagt. Er soll Lübcke im Juni 2019 auf der Terrasse von dessen Wohnhaus erschossen haben. Außerdem ist Ernsts ehemaliger Arbeitskollege Markus H. wegen Beihilfe angeklagt. Er soll Ernst politisch beeinflusst haben. Die Bundesanwaltschaft geht von einem rechtsextremistischen Tatmotiv aus.

Mit einem Urteil ist wohl erst im kommenden Jahr zu rechnen. “Dieser Prozess wird nicht im Dezember zu Ende gehen”, schätzte der Vorsitzende Richter Thomas Sagebiel den weiteren Verlauf des Verfahrens ein. Nach den Erklärungen des mutmaßlichen Täters zu Fragen der Familie Lübcke habe der Senat viele Fragen und wolle den Angeklagten mit Ungereimtheiten konfrontieren, so der Richter. Er warf dem 47 Jahre alten Deutschen vor, immer wieder “situativ angepasste” Aussagen zu machen.

RND/dpa

“Staat, Sex, Amen”
Der neue Gesellschaftspodcast mit Imre Grimm und Kristian Teetz
  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen