Stephan B. – das ist über den Attentäter von Halle bekannt

  • Ein 27-Jähriger tötet in Halle zwei Menschen.
  • Die Bundesanwalt stuft die Tat als rechtsextremistisch und antisemitisch motiviert ein.
  • Wir haben die bisherigen Erkenntnisse zu Stephan B. zusammengetragen.
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Er hat seine Tat gefilmt und im Netz gestreamt sowie offenbar auch ein Dokument über seine Pläne vor der Tat ins Internet gestellt: Stephan B., der Attentäter von Halle. Nach Einschätzung der Bundesanwaltschaft ist das Bekennervideo eindeutig antisemitisch und rechtsextremistisch. „Er hat geplant, Menschen zu töten“, so ein Ermittler. Der mutmaßliche Täter aber war den Behörden zuvor offensichtlich nicht aufgefallen.

Einzelheiten über Stephan B. aus Sachsen-Anhalt gaben die Ermittler zunächst nicht offiziell bekannt. Nach den Worten seines Vaters aber soll er ein Eigenbrötler gewesen sein, der häufig vor dem Computer saß. Die „Bild“-Zeitung zitierte den Vater mit den Worten „Er war weder mit sich noch mit der Welt im Reinen, gab immer allen anderen die Schuld“. Der 27-Jährige habe kaum Freunde gehabt und stattdessen viel Zeit im Internet verbracht. „Der Junge war nur online.“

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Halle: Rechtsextremist wollte Massaker in Synagoge anrichten
1:17 min
In Halle sind zwei Menschen getötet worden.  © dpa
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Er war vor seinem Angriff auf die Synagoge nach Informationen der Deutschen Presseagentur (dpa) nicht mit anderen kriminellen Handlungen aufgefallen. Der 27-jährige Deutsche sei nicht polizeibekannt gewesen, hieß es in Sicherheitskreisen. Es habe intern eine bundesweite Abfrage bei Sicherheitsbehörden gegeben, niemand habe den Mann auf dem Schirm gehabt.

Der mutmaßliche Täter war gar nicht weit weg vom Tatort aufgewachsen. In Helbra, rund 30 Kilometer östlich von Halle. Die Mutter lebt noch in der Region – in Benndorf, dort soll auch Stephan B. zehn Jahre gewohnt haben, wie die „Leipziger Volkszeitung“ (LVZ) schreibt. Zuletzt lebte er aber in Halle.

Der Vater lebt nach wie vor in Helbra. Familie B. sei eine ruhige Familie, Stephan viel zu Hause gewesen, sagen Anwohner. Ohne Haare sehe er ja komisch aus, aber ein Nazi? Stephan? Das können sich die Nachbarn nicht vorstellen.

Ein Augenzeuge berichtet von den Vorfällen in Halle.  @ Quelle: imago images/epd/Sebastian Willnow/dpa/Montage RND
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Er soll ein Chemie-Studium angefangen und später abgebrochen haben. Später soll er als Umwelttechniker gearbeitet und offenbar sehr zurückgezogen gelebt haben.

Nach bisherigen Ermittlungen hatte der 27 Jahre alte Stephan B. am Mittwoch versucht, die Synagoge in Halle an der Saale während des jüdischen Jom-Kippur-Festes mit Waffengewalt zu stürmen. Er wird beschuldigt, danach zwei Unbeteiligte erschossen und mindestens zwei weitere Menschen verletzt zu haben. Nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft hatte er für seine im Internet dokumentierten Taten rechtsextremistische und antisemitische Motive.

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RND/LVZ/dpa/das