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Steinmeier zum Holocaust-Tag: Größte Gefahr ist das Vergessen

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. (Archivbild)

Berlin. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zum Internationalen Holocaust-Gedenktag an die Opfer der Shoah erinnert. „Die größte Gefahr für uns alle geht vom Vergessen aus“, sagte Steinmeier in einer Videobotschaft für die gemeinsame virtuelle Gedenkveranstaltung des World Jewish Congress und der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau am Mittwoch: „Wir müssen unsere Sinne wachhalten, Vorurteile und Verschwörungstheorien erkennen und ihnen mit Vernunft, Leidenschaft und Entschiedenheit entgegentreten.“

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Antisemitismus und Rassismus dürften „in unserer Mitte“ nicht geduldet werden, betonte Steinmeier nach einem vorab verbreiteten Redemanuskript: „Ein jeder von uns ist aufgerufen, jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger vor Bedrohungen, Beleidigungen und Gewalt zu schützen. Nicht in Zukunft, sondern hier und heute, in dem Land, in dem wir gemeinsam leben.“ Deutschland wolle aus der Vergangenheit lernen und die Zukunft schützen, fügte Steinmeier hinzu: „Wir wollen nicht vergessen, was geschehen ist. Und wir werden nicht vergessen, was geschehen kann.“

„Wir werden nicht zurückweichen“

Deswegen liege ihm auch in diesem Jahr daran, gemeinsam mit dem World Jewish Congress und des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau an die Opfer der Shoah zu erinnern. Auch wenn man das in diesen von der Corona-Pandemie bestimmten Tagen nur virtuell tun könne, sei das gemeinsame Gedenken nicht weniger wichtig. Steinmeier: „Wir tun es, um der Opfer zu gedenken, aber wir tun es auch für unsere, für eine gemeinsame Zukunft. Es ist eine Pflicht, aber auch eine Verantwortung. Wir übernehmen sie von jenen, die den Schrecken noch erlebt haben und deren Stimmen weniger werden.“

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Knobloch: Judenhass ist längst wieder salonfähig

In ihrer Rede richtete Charlotte Knobloch auch mahnende Worte an Teile der AfD-Fraktion.

Steinmeier bekräftigte: „Ich will Ihnen versichern: Wir werden nicht zurückweichen. Wir werden weiter gegen Antisemitismus, Rassismus und Menschenfeindlichkeit kämpfen. Das Gedenken an die Opfer der Shoah übersetzt sich für die Zukunft in ein ‘Niemals wieder’. Darin liegt unsere Verantwortung, die bleibt.“

Der Bundestag gedenkt am Mittwoch der NS-Opfer. Am 27. Januar 1945 wurde das NS-Vernichtungslager Auschwitz von der Roten Armee befreit. Im Jahr 1996 hatte der damalige Bundespräsident Roman Herzog (1934-2017) den 27. Januar zum nationalen Gedenktag erklärt.

RND/epd

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