Steinmeier warnt Fridays for Future: “Apokalypse lähmt”

  • Seit Monaten läuft eine Debatte darum, ob Demokratien handlungsfähig genug sind, um nötige Maßnahmen gegen den Klimawandel umzusetzen.
  • Bundespräsident Steinmeier warnt nun Fridays for Future davor, die Demokratie zu verunglimpfen.
  • Er kenne keine andere politische Ordnung, die bessere Möglichkeiten zur Selbstkorrektur biete.
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Berlin. Sind die Prozesse in Demokratien zu träge, um mit den Herausforderungen der Gegenwart umgehen zu können? Seit Monaten wird insbesondere mit Blick auf den Kampf gegen den Klimawandel eine Debatte darum geführt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich dazu jetzt in einem Interview mit dem "Tagesspiegel" in aller Deutlichkeit geäußert. An die Adresse von Fridays for Future gerichtet, sagte er: „Wer meint, dass irgendeine autoritäre Ordnung besser mit den Herausforderungen der Gegenwart umgehen kann, der irrt“, sagte er der Zeitung.

Er warnt davor, die Demokratie schlechtzureden. Er sage das nicht als Großvater mit den weißen Haaren, sondern aus innerer Überzeugung. "Ich kenne keine andere politische Ordnung weltweit, die die Möglichkeit zur Umkehr, die Möglichkeit zur Selbstkorrektur so in sich trägt wie die Demokratie.“

Man komme nicht weiter, wenn man jede Woche apokalyptische Bedrohungen beschreibe. "Apokalypse lähmt." Die Möglichkeiten der Demokratie würden dadurch schlecht geredet.

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Doch Steinmeier hat auch Lob übrig

Doch der Bundespräsident zeigte sich auch angetan von der Fridays-for-Future-Bewegung. „Es hat wahrscheinlich keine gesellschaftliche Bewegung der vergangenen 20 Jahre so viel Aufmerksamkeit und Debatte erreicht wie Fridays for Future“, sagte er. Das sei ein großer Verdienst engagierter junger Leute und helfe, notwendige Maßnahmen auch tatsächlich anzuschieben.

RND/cz