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Steinmeier: “Es gibt keine Erlösung von unserer Geschichte”

  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die Bürger zur Verteidigung der Demokratie aufgerufen.
  • „Damals wurden wir befreit. Heute müssen wir uns selbst befreien“, sagte er bei der zentralen Gedenkveranstaltung zum Ende des Zweiten Weltkriegs und nannte etwa neuen Nationalismus und Hass.
  • Einen “Schlussstrich” lehnte er strikt ab.
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Berlin. 75 Jahre nach der Befreiung Deutschlands von der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft durch die Alliierten hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die Bürger zur Verteidigung der Demokratie aufgerufen.

“Damals wurden wir befreit. Heute müssen wir uns selbst befreien”, sagte er am Freitag in Berlin und nannte neuen Nationalismus, Hass, Hetze sowie “Fremdenfeindlichkeit und Demokratieverachtung”.

Deutsche Verantwortung für Zusammenhalt Europas

Bei der zentralen Gedenkveranstaltung zum Ende des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai 1945 wies Steinmeier zudem mahnend auf die deutsche Verantwortung für den Zusammenhalt Europas als Konsequenz aus der Geschichte hin - auch jetzt in der Corona-Krise.

Video
RND-Videoschalte: „Heute müssen wir uns selbst befreien“
11:24 min
Die RND-Korrespondenten Jan Sternberg und Marina Kormbaki sprechen über Frank-Walter Steinmeiers Rede zum 75. Jahrestag des Kriegsendes.

Mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht endete am 8. Mai 1945 der von Hitler-Deutschland entfesselte Zweite Weltkrieg in Europa. Er kostete hier und in Asien, je nach Schätzung, zwischen 55 und mehr als 60 Millionen Menschen das Leben. Darunter waren auch etwa sechs Millionen europäische Juden, die die Nationalsozialisten in ihrem Rassenwahn ermordeten.

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“Es gibt kein Ende des Erinnerns”

Steinmeier sagte, zur Befreiung von außen sei nach 1945 die “innere Befreiung” durch die schmerzhafte Aufarbeitung des Geschehenen gekommen. “Diese Jahrzehnte des Ringens mit unserer Geschichte waren Jahrzehnte, in denen die Demokratie in Deutschland reifen konnte.”

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Einen “Schlussstrich” lehnte er strikt ab: “Es gibt kein Ende des Erinnerns. Es gibt keine Erlösung von unserer Geschichte.” Wer einen Schlussstrich fordere, “entwertet auch all das Gute, das wir seither errungen haben - der verleugnet sogar den Wesenskern unserer Demokratie”.

RND/dpa


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