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Steinmeier: “Heimische Couch kann das Kino nicht ersetzen”

  • Der Bundespräsident hat sich als “alter Kinogänger” geoutet.
  • Nach der Corona-Krise dürfen Kinos wieder öffnen - mit eingeschränktem Platzangebot und Schutzmaßnahmen.
  • Doch die Branche ist nicht nur von den Folgen der Pandemie bedroht.
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Berlin. Streaming-Angebote können nach den Worten von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier auf Dauer nicht mit dem Kinoerlebnis konkurrieren. "Vielleicht ist doch vielen im Land klar geworden, dass die heimatliche Couch das Kino nicht ersetzen kann", sagte Steinmeier am Dienstag nach einem Gespräch mit Vertretern der Filmbranche in Berlin über die Folgen der Corona-Pandemie.

Zum Kinobesuch gehörten das Gemeinschaftserlebnis, die Vorliebe, die man an einem Abend mit anderen teilt, sowie das Eintauchen in andere Realitäten, die sich anders als zuhause weder vor- noch rückspulen ließen, sagte der Bundespräsident.

Kinos in Berlin öffnen ab Anfang Juli

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Er selbst sei ein “alter Kinogänger” und freue sich, dass Anfang Juli, wenn auch eingeschränkt, die Lichtspielhäuser wieder öffnen dürfen. Allerdings müssten die Kinos bis auf weiteres mit einem eingeschränkten Platzangebot wirtschaften. Auch die Filmproduktion habe Mühe, ihre Arbeitsmöglichkeiten wiederzufinden. Man hoffe jetzt, das Gefühl des Stillstands zu überwinden. Die Einschränkungen hätten die Kulturwelt existenziell getroffen. Die Hilfe von einer Milliarde Euro aus dem letzten Konjunkturpaket habe gezeigt, dass die Politik die bedrohliche Lage erkannt habe.

Zuvor hatte der Bundespräsident mit dem Filmregisseur Andreas Dresen ("Gundermann") und dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Kino – Gilde deutscher Filmkunsttheater, Christian Bräuer, im Berliner Kino International gesprochen.

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Kino-Feeling: Pariser Lichtspielhaus zeigt Filme an einer Hauswand
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Derek Woolfenden organisiert in Paris Kinovorführungen, bei der die Filme an eine Hauswand projiziert werden.  © Reuters

Streaming-Dienste stellen Branche vor Herausforderungen

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Dresen sagte, es sei noch offen, wie es für die Filmproduktionen in den kommenden Monaten weitergehen könne. Der Film sei ein nationales Kulturgut, das genauso wie Opern oder Theater unterstützt werden müsse. Als Beispiel nannte er den Filmausfallfonds in Österreich, mit dem Produktionsunterbrechungen finanziert werden.

Kinogilde-Chef Bräuer sagte, die Streaming-Dienste mit ihren Serien-Angeboten seien eine Herausforderung für die Erzählformen des Kinos. Mit solchen neuen Sehgewohnheiten des Publikums werde sich die Branche nach dem Ende der Corona-Einschränkungen verstärkt befassen müssen.

RND/dpa

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