Steinmeier besorgt über Umfragehoch der AfD

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Gespräch mit Bürgern in Eckernförde
Quelle: Frank Peter
Berlin/Eckernförde. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich besorgt über das Umfragehoch der AfD geäußert. „Diese Umfrage-Situation verfolge ich mit Sorgen“, sagte er am Mittwoch dem Sender Welt-TV. Er wisse natürlich, dass Umfragen nicht Wahlergebnisse seien. „Trotzdem, glaube ich, ist das ein Zeitpunkt, an dem wir genau hinschauen müssen, was sich in der Bevölkerung möglicherweise verändert“, sagte Steinmeier, der im Rahmen seiner Reihe „Ortszeit Deutschland“ in Eckernförde war. „Es bleibt nichts anderes, als dass die Parteien sich bemühen müssen, auch die Parteien in der gegenwärtigen Koalition, Glaubwürdigkeit dort, wo sie verloren gegangen ist, wieder zurückzugewinnen.“
Die AfD erlebt derzeit im Bund und den Ländern einen Umfrage-Höhenflug mit Werten von 17 bis 20 Prozent. Nach dem am Dienstag veröffentlichten RTL/ntv-„Trendbarometer“ rückte die Partei, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft wird, hinter der Union auf Platz zwei vor.
Ukraine-Krieg, Migration und Klimawandel
Steinmeier übte in dem Interview Kritik an der Politik der AfD. Sie spiegele den Menschen trotz Ukraine-Krieg, Migration und Klimawandel vor, „dass sich eigentlich nichts ändern muss, dass wir auf einer Insel leben“. Diesem Versprechen wollten allerdings „offensichtlich im Augenblick viele folgen“.
Die Reihe „Ortszeit Deutschland“ hatte Steinmeier im vergangenen Jahr zu Beginn seiner zweiten Amtszeit gestartet. Der Präsident nimmt sich dabei jeweils Zeit für ausführliche und auch informelle Gespräche mit Bürgern und Kommunalpolitikern, um die Stimmung im Land besser kennenzulernen.
RND/dpa













