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Kommunikations-Chaos: Madrid wird stark betroffene Viertel doch nicht abriegeln

  • Knapp 40 Prozent aller Neuinfektionen in Spanien fallen auf die Region Madrid.
  • Ein Minister der Regionalregierung hatte daher zunächst angekündigt, besonders stark betroffene Wohnviertel ab dem Wochenende absperren zu lassen.
  • Das sei aber noch gar nicht entschieden, pfiff ein Sprecher der Regionalpräsidentin den Minister kurz darauf zurück.
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Madrid. Peinliche Abstimmungspanne im spanischen Corona-Hotspot Madrid: Der stellvertretende Regionalminister für Gesundheit, Antonio Zapatero, wurde am Mittwoch zurückgepfiffen, nachdem er wenige Stunden zuvor wegen sprunghaft steigender Corona-Fälle die Absperrung besonders betroffener Wohnviertel der Hauptstadt angekündigt hatte. Noch sei, anders als von Zapatero mitgeteilt, überhaupt nichts entschieden, berichteten Blätter wie “El País” und “El Mundo” unter Berufung auf Sprecher von Regionalpräsidentin Isabel Díaz Ayuso.

“Auch am Donnerstag oder am Freitag wird es noch keine Entscheidung” über eine eventuelle Verschärfung der Einschränkungen geben, hieß es. Man erwäge noch verschiedene Strategien. “El Pais” schrieb von einem “Kommunikationsdesaster”. Es besteht die Sorge, dass Menschen nun aus den von der Pandemie am stärksten betroffenen Arbeitervierteln im Süden der Stadt fliehen werden.

Zapatero hatte am Vormittag vor Journalisten versichert, es werde ab dem Wochenende Absperrungen bestimmter Wohnviertel Madrids sowie weitere Maßnahmen für “Beschränkungen der Bewegungsfreiheit und für Versammlungen” geben. “Man muss so schnell wie möglich handeln”, hatte er betont. Die Bürger seien zu nachlässig geworden.

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Knapp 40 Prozent aller Neuinfektionen in der Region Madrid

Spanien ist das in Westeuropa am härtesten von der Pandemie getroffene Land. Erst am Vortag waren die Marken von 600.000 Infektionen und 30.000 Todesopfern überschritten worden. Die größten Sorgen bereitet die Lage in Madrid. Auf die Region um die Hauptstadt entfielen am Dienstag mit 1207 positiven Testergebnissen binnen 24 Stunden knapp 40 Prozent aller neuen Fälle.

Die Zahl der Neuinfektionen während sieben Tagen pro 100.000 Einwohner lag in der Hauptstadt nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums vom Dienstag bei knapp 339. Zum Vergleich: In Deutschland sind es derzeit elf.

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Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach diesen Angaben bei etwa 1,2. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel mehr als einen weiteren Menschen ansteckt. Bereits ein Fünftel der Krankenhausbetten in der Region ist mit Corona-Patienten belegt.

RND/dpa

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