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Statistisches Bundesamt: Ostdeutsche arbeiten mehr und verdienen weniger

  • Ostdeutsche arbeiten fast acht Tage mehr pro Jahr als Westdeutsche.
  • Zugleich bekommen sie im Schnitt aber über 6000 Euro weniger Gehalt.
  • Linksfraktionschef Dietmar Bartsch fordert deshalb, den Mindestlohn auf zwölf Euro anzuheben.
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Berlin. Arbeitnehmer in Ostdeutschland müssen im Schnitt fast acht Tage im Jahr länger arbeiten als Arbeitnehmer im Westen und erhalten im Schnitt über 6000 Euro weniger Gehalt. Das geht nach Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) aus Zahlen für 2019 hervor, die die Linksfraktion im Bundestag beim Statistischen Bundesamt erfragt hat.

Ostdeutsche Arbeitnehmer haben 2019 demnach 1389 Stunden gearbeitet, westdeutsche Arbeitnehmer 1327 Stunden. Der Jahresbruttolohn lag in den ostdeutschen Bundesländern bei 31.161 Euro und in den alten Ländern (mit Berlin) im Schnitt bei 37.457 Euro. Das sind in den neuen Bundesländern rund 17 Prozent weniger trotz Mehrarbeit.

Linksfraktionschef Dietmar Bartsch kritisierte das Gefälle als “Schlag ins Gesicht ostdeutscher Arbeitnehmer”. “Das hat mit Leistungsgerechtigkeit nichts zu tun”, sagte er dem RND. “Im Alter droht deshalb vielen Ostdeutschen eine Armutsrente.” Die Zahlen zeigten, dass die Angleichung zwischen Ost und West im 30. Jahr der deutschen Einheit stagniere, so Bartsch weiter. Hauptgrund sei der Niedriglohnsektor, der im Osten deutlich größer sei.

Der Linken-Politiker betonte, Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sei nun gefordert, noch in dieser Legislaturperiode einen Mindestlohn von zwölf Euro einzuführen. Auch sollten die ostdeutschen Ministerpräsidenten gemeinsam mehr Druck auf die Bundesregierung für eine bessere Bezahlung ihrer Arbeitnehmer machen. “30 Jahre Deutsche Einheit sollte auch einen Schub für gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Deutschland bringen”, mahnte Bartsch.

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