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Städtetag fordert: Geld aus Aufholprogramm für Kinder und Jugendliche muss schnell fließen

  • Im Bundeskabinett soll am Mittwoch ein Aufholprogramm für Kinder und Jugendliche auf den Weg gebracht werden.
  • Mit Geld unter anderem für Nachhilfe sollen die Folgen der Corona-Pandemie abgemildert werden.
  • Der Deutsche Städtetag verlangt, jetzt müsse es schnell gehen.
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Berlin. Der Deutsche Städtetag hat gefordert, die geplanten 2 Milliarden Euro aus dem Corona-Aufholprogramm des Bundes für Kinder und Jugendliche müssten so schnell wie möglich fließen – und die Länder sollten den Betrag kräftig aufstocken.

„Wir müssen Kindern und Jugendlichen unmittelbar helfen, damit sie soziale und psychische Folgen durch die Lockdowns bewältigen können“, sagte Markus Lewe, Vizepräsident des Deutschen Städtetages und Oberbürgermeister der Stadt Münster, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

„Auch die Aufholjagd nach verpasstem Lernstoff muss jetzt starten.“ Es sei deshalb gut, dass der Bund mit 2 Milliarden Euro konkrete Unterstützung leisten wolle, so Lewe.

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Der Vizepräsident des Städtetags mahnte: „Wir dürfen keine Zeit und Kraft verplempern mit komplizierten Antragsverfahren. Die Mittel müssen unbürokratisch und schnell fließen, vor allem für mehr Personal.“

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Das Aufholprogramm soll am Mittwoch vom Bundeskabinett auf den Weg gebracht werden. Eine Milliarde Euro sind für Nachhilfe gedacht, eine weitere Milliarde Euro dienen der Unterstützung von Schulsozialarbeit, Freizeitangeboten, Ferienfahrten und Vereinen vor Ort. „Die Länder sollten dazu das Bundesgeld durch eigene Mittel spürbar ergänzen“, forderte Lewe.

Integrationsstaatsministerin Annette Widmann-Mauz (CDU) drang darauf, bei den Förderangeboten auch Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund in den Fokus zu nehmen. „Wichtig ist, sicherzustellen, dass mit den Förderangeboten auch Kinder und Jugendliche mit Einwanderungs- und Fluchtgeschichte erreicht werden, die einen Anteil von annähernd 40 Prozent der unter 15-Jährigen ausmachen“, sagte sie dem RND.

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„Familien mit Einwanderungs- und Fluchtgeschichte sind von den Auswirkungen der Corona-Pandemie besonders betroffen“, so Widmann-Mauz. „Viele arbeiten in Berufen, in denen Homeoffice nicht möglich ist, etwa in der Pflege oder im Einzelhandel.“ Andere Bereiche, in denen viele von ihnen arbeiteten, seien stärker von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit betroffen, wie das Gastgewerbe.

„Homeschooling und die Betreuung zu Hause stellen viele Familien mit Einwanderungsgeschichte vor große Schwierigkeiten, insbesondere wenn Deutschkenntnisse und Netzwerke in die Nachbarschaft fehlen“, sagte die Integrationsstaatsministerin. Nötig seien deshalb Angebote zur frühkindlichen Sprachförderung, genauso wie die Unterstützung von Kindern und Familien mit Einwanderungsgeschichte etwa durch Freizeit- und Begegnungsangebote.

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