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Spionage-Prozess: Ex-Mitarbeiter des Bundespresseamts kündigt Geständnis an

  • Ein ehemaliger Mitarbeiter des Bundespresseamtes soll für einen ägyptischen Geheimdienst spioniert haben.
  • Der 66-Jährige will nun vor Gericht ein Geständnis abgeben.
  • Der Mann soll seit 2010 dem ägyptischen Nachrichtendienst General Intelligence Service bei der Informationsbeschaffung geholfen haben.
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Berlin. Ein ehemaliger Mitarbeiter des Bundespresseamtes soll über Jahre hinweg für einen ägyptischen Geheimdienst spioniert haben. Der Mann will nun vor dem Berliner Kammergericht aussagen. Der Verteidiger hat zu Prozessbeginn am Dienstag angekündigt, der 66-Jährige werde voraussichtlich am zweiten Verhandlungstag am Mittwoch eine geständige Erklärung abgeben. Dem Mann wird geheimdienstliche Agententätigkeit zur Last gelegt.

Laut Bundesanwaltschaft arbeitete der mutmaßliche Spion - ein deutscher Staatsangehöriger ägyptischer Herkunft - seit 1999 beim Besucherdienst des Presse- und Informationsamtes der Bundesregierung. Spätestens seit Juli 2010 soll er Mitarbeiter des ägyptischen Nachrichtendienstes General Intelligence Service (GIS) bei der Informationsbeschaffung unterstützt haben. Nach den Erkenntnissen der Ermittler hatte der Mann aber keinen Zugang zu geheimen Regierungsinformationen.

Der Angeklagte soll unter anderem für verschiedene in der ägyptischen Botschaft tätige Mitarbeiter des GIS eine allgemeine Medienbeobachtung zur deutschen Innen- und Außenpolitik und zu Nachrichten mit Ägyptenbezug geliefert haben. Zudem soll er erfolglos versucht haben, einen im Sprachendienst des Deutschen Bundestages tätigen Übersetzer als Quelle zu gewinnen. Der Mann sei allerdings „durch die arrangierten Zusammenkünfte mit Angehörigen der ägyptischen Botschaft argwöhnisch geworden und lehnte weitere Treffen ab“.

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Kommunikation soll konspirativ abgewickelt worden sein

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Der verdächtige Ex-Mitarbeiter des Bundespresseamtes soll in den letzten drei Jahren seiner Tätigkeit einen ständigen Kontakt zu einem als Botschaftsrat an der Botschaft der Arabischen Republik Ägypten in Berlin akkreditierten Mann unterhalten haben, bei dem es sich um einen GIS-Mitarbeiter gehandelt haben soll. Die Kommunikation sei zum Teil konspirativ abgewickelt worden.

Ein Ermittler sagte als erster Zeuge, finanzielle Zuwendungen aus dem Bereich der ägyptischen Botschaft seien bei dem Angeklagten nicht festgestellt worden. Laut Bundesanwaltschaft soll sich der heutige Rentner eine bevorzugte Behandlung durch die ägyptischen Behörden für sich und seine Familienangehörigen versprochen haben.

RND/dpa

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