Klingbeil zur SPD-Linie im Ukraine-Konflikt: „Da sind wir völlig klar“

SPD-Chef Lars Klingbeil.

SPD-Chef Lars Klingbeil.

Berlin. SPD-Chef Lars Klingbeil hat die Haltung seiner Partei und von Bundeskanzler Olaf Scholz im Ukraine-Konflikt erneut verteidigt. „Da sind wir völlig klar“, sagte Klingbeil am Montag im ARD-„Morgenmagazin“. „Die Eskalation geht von Russland aus. Wir sind völlig klar, dass alle Optionen auf dem Tisch liegen. Aber wir sind eben auch klar darin, dass es jetzt darum geht, Frieden zu organisieren.“

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige

Die von der SPD geführte Bundesregierung ist wegen ihres Agierens in der Ukraine-Krise international immer stärker in die Kritik geraten. Deutschland wird vorgeworfen, Russland in der Krise nicht stark genug unter Druck zu setzen. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte lange gezögert, bevor er die umstrittene Gaspipeline Nord Stream 2 als Sanktionsinstrument für den Fall eines russischen Einmarsches in die Ukraine auf den Tisch legte - und das auch nur verklausuliert.

„Also ich mein', wenn der Kanzler sich hinstellt und sagt, alle Optionen liegen auf dem Tisch, sollte von Russland die territoriale Integrität der Ukraine angegriffen werden, dann ist das klar und unmissverständlich“, sagte Klingbeil. Er warnte aber auch: „Ich möchte nicht, dass wir jetzt durch Drohung, durch Taten in eine Situation hereingeraten, in der dann auf einmal vielleicht ungewollt eine Kriegssituation mitten in Europa entsteht.“ Es gehe jetzt darum, möglichst viele Gespräche zu führen und diplomatische Wege zu suchen, um einen Krieg in der Mitte Europas zu verhindern.

Weiterlesen nach der Anzeige
Weiterlesen nach der Anzeige
Ukraine-Konflikt: Einblicke in das Leben an der Grenze zu Russland
ARCHIV - 18.01.2022, Ukraine, Krim: Ein Konvoi gepanzerter russischer Fahrzeuge bewegt sich am Dienstag, den 18. Januar 2022, über eine Autobahn auf der Krim. Russland hat schätzungsweise 100.000 Truppen mit Panzern und anderen schweren Waffen in der Nähe der Ukraine zusammengezogen, was nach Ansicht des Westens der Auftakt zu einer Invasion sein könnte. Die Staats- und Regierungschefs der USA und ihrer europäischen Verbündeten haben Russland gemeinsam zu sichtbaren Schritten der Deeskalation im Ukraine-Konflikt aufgefordert. Foto: Uncredited/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

An der Grenze zwischen der Ukraine und Russland stehen Truppen beider Seiten bereit für den Ernstfall.

Auf eine Frage zu SPD-Altkanzler Gerhard Schröder, der der Ukraine „Säbelrasseln“ vorgeworfen hatte und dafür scharf kritisiert wurde, sagte der Parteichef: „Ja äußern können sich viele, aber entscheiden tun wir als aktuelle SPD-Führung gemeinsam mit Bundeskanzler Olaf Scholz.“

Auf Einladung Klingbeils kommen an diesem Montag führende Politiker der Partei zu vertraulichen Beratungen über die Ukraine-Krise zusammen.

RND/dpa

Mehr aus Politik

 
 
 
 
 
Anzeige
Anzeige

Top Themen

Krieg in Israel
 
Deutschland

Letzte Meldungen

 
 
 
 
 
 
 
 
 

Spiele entdecken