SPD-Vize Kühnert bekräftigt Kritik an Impfstoffbeschaffung

  • SPD-Vize Kevin Kühnert hat erneut Unverständnis über die Impfstoffbeschaffung der EU geäußert.
  • In einem solchen „‚Whatever it takes‘-Moment“ müssten alle Kräfte mobilisiert werden.
  • „Impfstoff-Nationalismus“ sei für ihn zudem ein Anwärter auf das Unwort des Jahres.
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Berlin. SPD-Bundesvize Kevin Kühnert hat seine Kritik an der Impfstoffbeschaffung bekräftigt. Man müsse fragen, warum die Europäische Kommission nicht mehr finanzielle Mittel in die Hand genommen habe, um ausreichend Impfstoff gegen das Coronavirus zu beschaffen, sagte Kühnert am Freitag beim digitalen Bundeskongress der Jusos. „Das ist ein klassischer ‚Whatever it takes‘- Moment“, sagte Kühnert. Ein Moment, in dem man alle Kräfte mobilisieren müsse, um die Pandemie zu überwinden.

Berechtigte Fragen nach der Impfstoff-Beschaffung seien in dieser Woche beiseite gewischt worden, sagte Kühnert. „Impfstoff-Nationalismus“ habe aus seiner Sicht das Potenzial, Unwort des Jahres zu werden. „Als habe außer der AfD irgendjemand ernsthaft gefordert, in einer raffgierigen Art und Weise sich in Deutschland alle möglichen Impfstoffe unter die Nägel zu reißen.“

Kühnert lobt SPD-Länder

Heutige Versuche, die Impfstoff-Kapazitäten zu erhöhen, hätte man laut Kühnert vermeiden können, wenn man die Bestellungen mit mehr „Wumms“ angegangen wäre. „Deshalb bin ich den SPD-geführten Bundesländern sehr dankbar, dass sie einen sehr sachlichen und sehr präzisen Fragenkatalog an den Bundesgesundheitsminister übergeben haben, aus dem in keiner Weise schon eine Schuldzuweisung hervorgeht“, sagte Kühnert.

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Deutschland erwartet durch die Vereinbarungen mit der EU und mit Biontech 90 Millionen Impfstoff-Dosen.  © Reuters

Er hielt beim Bundeskongress sein letztes Grußwort als Juso-Vorsitzender. Das Amt übernahm am Freitag die 28-jährige Lehrerin Jessica Rosenthal. Sie sei mit 77,8 Prozent der Delegiertenstimmen zur Vorsitzenden gewählt worden, gab die SPD-Jugendorganisation bekannt.

RND/dpa

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