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  • SPD-Kanzlerkandidatur: Wer wird Kanzlerkandidat, welche Sozialdemokraten stehen zur Auswahl?

Parteichefs wollen nicht: Wer wird SPD-Kanzlerkandidat?

  • Die SPD-Chefs Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans wollen die Partei nicht in die nächste Bundestagswahl führen.
  • Aber wer soll es stattdessen machen?
  • Die heißesten Kandidaten im Überblick.
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Berlin. Die SPD diskutiert wieder die K-Frage. Die Parteivorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans haben klargestellt, dass sie die Spitzenkandidatur bei der nächsten Bundestagswahl nicht anstreben. Dem Portal t-online.de sagte Esken: “Wir sind angetreten, um die SPD als erkennbar und glaubwürdig sozialdemokratische, gestaltende Kraft in diesem Land sichtbar und stark zu machen. Diese Aufgabe ist groß genug, und ich habe keine darüber hinausgehenden Ambitionen.”

Walter-Borjans fügte hinzu: “Ich strebe die Kanzlerkandidatur derzeit nicht an.” Kategorisch und für alle Zeiten dürfe man nichts ausschließen. “Aber ich bin ebenso wie Saskia Esken nicht Parteichef geworden, um in weitere Ämter zu kommen.”

Nach der Absage stellt sich die Frage: Wer macht es dann? Altkanzler Gerhard Schröder hat bereits fünf Namen ins Spiel gebracht: Olaf Scholz, Hubertus Heil, Franziska Giffey, Rolf Mützenich und Lars Klingbeil. Aber auch andere Genossen kommen in Frage. Wer Chancen hat und wer nicht - ein Überblick:

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Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern

Die Kandidaten-Auswahl, die Schröder getroffen hat, ist interessant - vor allem, weil er einige Namen wegließ. Zum Beispiel den von Manuela Schwesig. Zwar kommt Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin derzeit eher nicht als Kandidatin infrage, weil sie mit einer Krebserkrankung kämpft und 2021 eine Landtagswahl bestehen muss. Sie gilt aber nach wie vor als Führungsreserve der SPD. Und bei der Entscheidungsfindung wird Schwesig mit Sicherheit ein Wörtchen mitreden wollen.

Manuela Schwesig, Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern, beim "RND Berliner Salon". © Quelle: Janine Schmitz/Photothek

Stephan Weil, Ministerpräsident des Landes Niedersachsen

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Ebenfalls nicht auf Schröder tauchte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil auf. Manch einer in der SPD hält Weil für den aussichtsreichsten Kanzlerkandidaten, auch wenn der Niedersachse selbst nie Ambitionen für einen Wechsel nach Berlin erkennen lassen hat. Im Gegenteil: Bei der Suche nach einem neuen SPD-Vorsitzenden hat Weil Monate lang gezögert, und dann seine Nicht-Kandidatur erklärt.

Weil selbst hat seine Partei aufgerufen, grundsätzlich einen Kanzlerkandidaten zu nominieren: “Die SPD ist eine Volkspartei, die den Anspruch haben muss, politische Führung zu übernehmen”, sagt der Niedersachse. “Das heißt, dass man nicht nur ein entsprechendes Programm und eine sehr siegeswillige Partei hat, sondern dafür auch ein personelles Angebot.”

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Manch einer in der SPD hält Stephan Weil für den aussichtsreichsten Kanzlerkandidaten. © Quelle: Friso Gentsch/dpa

Olaf Scholz, Finanzminister

Dass Finanzminister Olaf Scholz das Zeug zum Kanzlerkandidaten hätte, bestreitet kaum jemand. Allerdings ist Scholz im vergangenen Jahr bei der Wahl um den SPD-Parteivorsitz durchgefallen. Ihn zu nominieren, wäre für das im Kampf um den Vorsitz siegreiche Duo Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans eine schwere Niederlage. Auch Juso-Chef Kühnert soll strikt gegen Scholz sein. Ihn durchzusetzen würde in der SPD sehr schwer. Altkanzler Schröder hingegen zählte Scholz zum Favoritenkreis. Der Minister selbst sagte dazu dem RND: “Gerhard Schröder hat schon früher bei Personalfragen gerne Fünfer-Listen aufgestellt. Es ist schön, wenn er sich dabei treu bleibt.”

Scholz ist im vergangenen Jahr bei der Wahl um den SPD-Parteivorsitz durchgefallen. © Quelle: imago images/photothek

Franziska Giffey, Familienministerin

Gerhard Schröder schätzt Familienministerin Franziska Giffey als kanzlertauglich ein. Die allerdings liebäugelt inzwischen offen mit dem Amt der Regierenden Bürgermeisterin Berlins. Auf dem Landesparteitag der Berliner SPD im Mai kandidiert die früherer Neuköllner Bürgermeisterin für den Vorsitz. Angesprochen auf die Aussage Schröders sagte Giffey dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): “Das steht doch jetzt gar nicht zur Debatte.”

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Auf dem Landesparteitag der Berliner SPD im Mai kandidiert die früherer Neuköllner Bürgermeisterin für den Vorsitz: Franziska Giffey. © Quelle: imago images/Future Image

Rolf Mützenich, Fraktionschef

Als Fraktionschef gehört Außenpolitiker Rolf Mützenich schon qua Amt zum Kreis der Kandidaten. Aber kaum jemand, der den Kölner Bundestagsabgeordneten kennt, glaubt daran, dass Mützenich Ambitionen auf eine Kanzlerschaft hegen könnte.

Als Fraktionschef gehört der von Schröder ebenfalls genannte Außenpolitiker Rolf Mützenich schon qua Amt zum Kreis der Kandidaten. © Quelle: Christoph Soeder/dpa

Hubertus Heil, Arbeitsminister

Arbeitsminister Hubertus Heil wäre wohl ehrgeizig genug und hat sich in seinem Amt viel Respekt innerhalb der SPD erworben. Allerdings hat Heil ein ähnliches Problem wie Scholz: Er wäre dem nun tonangebenden linken Parteiflügel nur schwer vermittelbar. SPD-Chefin Saskia Esken wollte seinen Einzug ins Parteipräsidium unbedingt verhindern, Juso-Chef Kühnert ließ es auf eine Kampfabstimmung zwischen ihm und Heil um den Posten eines Vizevorsitzenden ankommen. Die wurde zwar am Ende verhindert, aber als politische Freunde gelten die beiden trotzdem nicht.

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Hubertus wäre dem nun tonangebenden linken Parteiflügel nur schwer vermittelbar. © Quelle: imago images/IPON

Lars Klingbeil, Generalsekretär

Bleibt Lars Klingbeil. Der Generalsekretär hat den großen Vorteil, dass er in alle Richtungen anschlussfähig ist. Weder linke noch rechte Sozialdemokraten haben mit dem Mann aus dem Heidekreis ein Problem. Kühnert und Klingbeil sollen regelrecht befreundet sein, und auch zu Schröder hat Genosse Lars einen heißen Draht, seit er in jungen Jahren in dessen Wahlkreisbüro arbeitete.

Oder doch Schröder-Favorit Lars Klingbeil? Der Generalsekretär hat den großen Vorteil, dass er in alle Richtung anschlussfähig ist.

Deshalb war wenig überraschend, dass Schröder Klingbeil jüngst audrücklich lobte. Ein “tüchtiger Generalsekretär” sei er. “Jede Parteiführung muss doch froh sein, wenn sie einen profilierten Generalsekretär hat. Es ist viel Arbeit, eine Volkspartei zu managen, man braucht jemanden, der das kann”, sagte Schröder. "Lars Klingbeil kann es.”

Formell bezog sich die Aussage auf das Amt des Generalsekretärs, aber natürlich meinte Schröder in Wahrheit etwas anderes. Fast wortgleich hatte Altkanzler Helmut Schmidt 2011 seiner Partei die Wahl Peer Steinbrück als Kanzlerkandidat empfohlen. “Er kann es”, sagte Schmidt damals dem Spiegel.

Schröders Favorit heißt Klingbeil. Ob die Unterstützung des Altkanzlers innerhalb der SPD allerdings eine Hilfe ist, oder eher schadet, steht auf einem anderen Blatt.















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