Scholz will Impfmobile in Brennpunkten: „Impfen darf nicht zur sozialen Frage werden“

Olaf Scholz bei seiner Corona-Impfung mit dem Impfstoff von Astrazeneca.

Olaf Scholz bei seiner Corona-Impfung mit dem Impfstoff von Astrazeneca.

Berlin. SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat vor einer sozialen Spaltung der Gesellschaft beim Impfen gewarnt und Kommunen sowie Länder zum Gegensteuern aufgefordert.

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„Das Impfen darf nicht zu einer sozialen Frage werden. Schon der Lockdown hat die unteren Einkommensklassen deutlich härter getroffen als Besserverdiener. Wer mit Kindern in einer engen Wohnung lebt, für den sind die Einschnitte schmerzhafter als für Privilegierte in Villenvororten“, sagte Scholz dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

„Wir müssen sehr darauf achten, dass sich die soziale Spaltung jetzt nicht auch beim Impfen fortsetzt. Nicht das Vorhandensein von Ärzten im Freundes- oder Bekanntenkreis darf über die Vergabe von Impfterminen entscheiden, sondern einzig und allein die Priorität“, so der Kanzlerkandidat der SPD.

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„Es ist gut, dass wir eine verbindliche Reihenfolge haben, und solange der Impfstoff knapp ist, sollten wir sie auch beibehalten“, sagte Scholz. „Mir ist es lieber, wir halten etwas länger an der Impfpriorisierung fest, als wenn wir einen Verteilungskampf um Impfstoff riskieren, bei dem sich am Ende die Wohlhabenderen mit ihren Netzwerken und Kontakten durchsetzen“, fügte er hinzu.

Scholz wies darauf hin, dass zur dritten Impfgruppe auch Menschen mit vielen beruflichen Risikokontakten wie Polizeibeamte, Feuerwehrleute, Verkaufspersonal in Lebensmittelgeschäften oder Beschäftigte des öffentlichen Nahverkehrs gehörten.

„Kommunen und Länder sollten Strategien entwickeln, um in Brennpunkten schneller und niedrigschwelliger zu impfen. Es braucht nicht nur mehrsprachige Briefe, sondern auch Impfmobile auf den Marktplätzen“, forderte er. „Niemand hat etwas davon, wenn die noblen Vororte durchgeimpft sind, aber die Pandemie in den sozialen Brennpunkten weiter grassiert.“

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