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Spannungen in der Ostukraine: Selenskyj will mit Putin telefonieren - Kreml ignoriert Anfrage

  • Vor knapp zwei Wochen sind in der Ostukraine vier Soldaten getötet worden.
  • Seitdem wartet der ukrainische Präsident auf ein Gespräch mit seinem russischen Kollegen.
  • Der lässt indessen weiter Truppen ins Grenzgebiet verlegen.
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Kiew. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den Kreml vor zwei Wochen um ein Telefongespräch mit Wladimir Putin zu den wachsenden Spannungen gebeten, aber noch keine Antwort erhalten. „Wir hoffen sehr, dass das nicht die Verweigerung eines Dialogs ist“, sagte Selenskyjs Sprecherin Julija Mendel am Montag der Nachrichtenagentur AP. Die Bitte sei am 26. März erfolgt, nachdem vier ukrainische Soldaten bei einem Mörserbeschuss im Osten des Landes getötet worden seien.

Der Sprecher des russischen Präsidenten, Dmitri Peskow, sagte am Montag, er habe keine Anfrage Selenskyjs „in den vergangenen Tagen“ gesehen und auch keine Kenntnis darüber, ob eine solche Anfrage eingegangen sei.

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Die Mitteilung aus Kiew über eine offenbar vom Kreml ignorierte Bitte Selenskyjs kommt inmitten erheblicher Spannungen im Osten der Ukraine, wo russische Separatisten seit der 2014 erfolgten russischen Annexion der Halbinsel Krim auf eine Abspaltung hinarbeiten. Russische Truppen sind kürzlich entlang der Grenze zur Ukraine erheblich verstärkt worden, was auch bei der Nato mit Sorge beobachtet wurde.

Truppenbewegungen dauern an

In dem Konflikt sind bisher mehr als 14.000 Menschen ums Leben gekommen. In den Konfliktgebieten ist in den vergangenen Wochen oft gegen eine Waffenstillstandsvereinbarung verstoßen worden. Sowohl die ukrainischen Streitkräfte als auch die prorussischen Rebellen haben Verluste gemeldet. Nach ukrainischen Militärangaben wurden seit Beginn des Jahres 28 ukrainische Soldaten in der Region getötet, der letzte tödliche Zwischenfall ereignete sich vergangene Woche mit einem Toten.

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Selenskyjs Sprecherin Mendels sagte, Russland habe inzwischen 41.000 Soldaten an der Grenze zur Ostukraine und 42.000 weitere auf der Krim zusammengezogen. Die Truppenbewegungen in diese Gebiete dauerten an, fügte sie hinzu.

Der Kreml hat dazu barsch erklärt, Russland könne Truppen auf seinem Territorium wo immer es wolle stationieren und dem ukrainischen Militär zugleicht „provokative Aktionen“ vorgehalten, die die Sicherheit Russlands bedrohten.

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Mendel sagte, Selenskyj wolle demnächst zu einem Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron nach Paris reisen, um die Lage zu erörtern.

RND/AP

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