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Spahn bei Maischberger: „Wir müssen jetzt die Kontakte reduzieren“

  • Am Mittwochabend war Gesundheitsminister Jens Spahn zu Gast bei Moderatorin Sandra Maischberger.
  • Neben der ansteckenderen Virusmutation aus Großbritannien äußerte er sich verhalten zum kommenden CDU-Parteitag.
  • Darüber hinaus machte Politikwissenschaftler Christian Hacke mit Blick auf die USA klar: „Der Sturm auf das Kapitol war erst der Anfang.“
Luisa Wellenbrock
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Berlin. Gesundheitsminister Jens Spahn hat am Mittwochabend in der TV-Talkrunde von Sandra Maischberger über die ansteckendere Virusmutation aus Großbritannien, den Lockdown und die Impfsituation in Deutschland und der Welt gesprochen.

Neben Spahn waren auch der Kabarettist Urban Priol, die „Spiegel“-Hauptstadtbüro Leiterin Melanie Amann, der stellvertretende „Welt“-Chefredakteur Robin Alexander, der Politikwissenschaftler Christian Hacke und die demokratische US-Kongressabgeordnete Robin Kelly zu Gast. Mit einer Stunde Verspätung startete das straffe Programm. Neben den Corona-Themen wurden auch der CDU-Parteitag, das Amtsenthebungsverfahren gegen Donald Trump und der Sturm auf das Kapitol diskutiert.

Trotz des bundesweiten Lockdowns steigen die Corona-Infektions- und Todeszahlen in Deutschland weiter an. Gleichzeitig breitet sich nun auch hierzulande die ansteckendere Virusmutation aus Großbritannien aus. Dazu sagt Spahn: „Es ist tatsächlich so, dass in zu vielen Ländern in Europa nicht ausreichend sequenziert wird, da gehört auch Deutschland dazu.” Ein Fakt, der sich in der kommenden Zeit jedoch ändern solle. Gemeint ist damit die Untersuchung des Erbgutes des Virus.

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Der Gesundheitsminister macht jedoch auch deutlich, wenn sich die ansteckendere Virusmutation noch mehr verbreiten würde, kämen noch härtere Zeiten auf Deutschland zu. Er appellierte an die Bürger: „Wir müssen jetzt die Kontakte reduzieren, jetzt kommt es darauf an.“

Gesundheitsminister relativiert eigene Aussagen im Bundestag

Als Maischberger auf die Debatte um die schleppend gestarteten Impfungen eingeht, versteht sich Jens Spahn darauf, jede Frage aufzubrechen, ganz genau zu schauen und nichts der Spekulation zu überlassen. „So habe ich das nicht gesagt” und „Das waren jetzt ihre Worte” waren gern genutzte Sätze der Sendung. Auch seine Aussage über die Impfungen bis zum Sommer relativierte der Politiker: „Das hängt alles an den kommenden Zulassungen der Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson.”

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Doch nicht nur Sandra Maischberger kritisiert den Gesundheitsminister, auch die Leiterin des „Spiegel”-Hauptstadtbüros sieht Spahn in der „politischen Verantwortung”, sie leitete nach dem Auftritt des Ministers mit den Worten „Ich will mich nicht im Dunst der Nebelkerzen aufhalten, die er da entworfen hat” einen „Faktencheck” ein. Nach und entgegen der Aussage Spahns wollte Amann festhalten: „Wir impfen viel später als andere Länder, wir impfen viel weniger als andere Länder, wir haben zu wenig Impfstoff – oder zu wenig bestellt, und die Situation in den Pflegeheimen ist katastrophal.”

Auch der stellvertretende „Welt”-Chefredakteur Robin Alexander warf dem Minister zwei schwerwiegende Fehler aus der Vergangenheit vor: „Erst hatten wir keine Masken und jetzt keinen Impfstoff.”

CDU-Parteivorsitz: Keiner kann einen Favoriten nennen

Neben der großen Impf-Aufregung nahmen die Gäste jedoch auch das kommende Wochenende ins Auge. Am kommenden Samstag wählt die CDU ihren neuen Parteivorsitzenden. Ins Rennen gehen Friedrich Merz, Armin Laschet und Norbert Röttgen. Kabarettist Urban Priol, der als Söder-Experte mit einem Stück eingespielt wurde, sagt, er sei von keinem der drei Kandidaten für den CDU-Parteivorsitz überzeugt.

Spahn bleibt in seinem Gespräch mit der Moderatorin elegant und stellt sich weiterhin hinter Armin Laschet.

Sturm auf das Capitol soll erst der Anfang gewesen sein

Die Runde wirft auch einen Blick über den Tellerrand Richtung Amerika. Nach der Erstürmung des Kapitols durch Anhänger von Donald Trump haben die Demokraten ein zweites Amtsenthebungsverfahren gegen den US-Präsidenten eingeleitet. Wie gefährlich können Trump und seine Anhänger noch werden?

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US-Vizepräsident Mike Pence betonte, der Fokus müsse jetzt auf einer geordneten Übergabe der Amtsgeschäfte an den Demokraten Joe Biden liegen.  © Reuters

„Der Sturm auf das Kapitol war erst der Anfang”, glaubt Politikwissenschaftler Christian Hacke. Er halte das Amtsenthebungsverfahren für einen „richtigen und wichtigen Schritt”. Das aufgezeichnete Gespräch mit der demokratischen US-Kongressabgeordneten Robin Kelly zeigte noch einmal deutlich, wie angsteinflößend der Sturm für die Kongressmitglieder vor Ort gewesen sein muss. „Wir wussten nicht, was draußen passiert, auf einmal hörten wir Schüsse”, schilderte Kelly die Situation. Bei einem sind sich die Gäste einig: Amerika steht vor einem Showdown.

Ungewissheit bis zum Schluss

Zum Schluss kann aus der Sendung zumindest erkannt werden, dass Gesundheitsminister Jens Spahn mittlerweile weniger versprechen, dafür mehr Aufklärung betreiben will – gelungen ist ihm das in der Sendung jedoch nicht.

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