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Spahn zu Astrazeneca: Spätere Nachimpfung mit anderem Wirkstoff möglich

  • Bei einer Online-Diskussion mit Bürgern hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Nachimpfungen für jene in Aussicht gestellt, die mit dem Astrazeneca-Impfstoff immunisiert wurden.
  • Das sei „problemlos möglich“, wenn am Jahresende noch Impfstoff verfügbar sei.
  • Laut Spahn ist Deutschland jetzt in einer „echt schwierigen Phase“ der Pandemie.
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Berlin. Nach einer Immunisierung mit dem Astrazeneca-Impfstoff ist laut Jens Spahn zu einem späteren Zeitpunkt eine Nachimpfung mit einem anderen Wirkstoff denkbar. Das sei „problemlos möglich“, falls etwa am Ende des Jahres alle Impfwilligen geimpft seien und noch Impfstoff verfügbar sei, sagte der CDU-Politiker am Samstag bei einer Fragerunde mit Bürgern.

Verwendung mehrer Impfstoffe

Die Frage nach einer Nachimpfung mit einem anderen Mittel steht im Raum, weil der Wirkstoff von Astrazeneca eine geringere Wirksamkeit hat als die anderen beiden in der EU zugelassenen Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer.

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Vor einigen Tagen hatte bereits Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, eine spätere Nachimpfung vorgeschlagen. „Man kann die Immunität, die man mit dem Astrazeneca-Impfstoff ausgelöst hat, ohne Probleme mit einem mRNA-Impfstoff später noch einmal verstärken.“

Spahn sagte bei der Diskussion zudem, Deutschland sei momentan in einer „echt schwierigen Phase“ der Corona-Pandemie. Alle seien nach zwölf Monaten müde. „Ein Kind, das zehn Jahre alt ist, hat jetzt ein Zehntel seines Lebens in der Pandemie verbracht.“ Es sei die Erwartung da, dass es mit gesunkenen Zahlen auch wieder ein Stück rausgehe aus den Beschränkungen. Spahn erwähnte zugleich die Mutationen. Es gebe zurzeit viele Themen. Zuversicht gebe aber das Impfen.

Wird Kita- und Grundschulpersonal doch früher geimpft?

Auch verdichten sich die Anzeichen, dass Kita- und Grundschulbeschäftigte in der Impfreihenfolge nach vorne rücken könnten. Bundesgesundheitsminister Spahn sagte, es sei gesellschaftlich sehr wichtig, dass Kitas und Grundschulen wieder öffnen könnten. Weil dort aber Abstand nicht möglich sei, wolle man die Beschäftigten zügig in die Gruppe zwei nehmen und früher ein Impfangebot möglich machen.

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Immunologen und Ärzte werben für Astrazeneca-Impfstoff
1:00 min
Nach großer Skepsis an der Wirksamkeit des Astrazeneca-Impfstoffes werben Experten für die Vergabe des Impfstoffes: "Jede Impfung sei besser als keine Impfung".  © dpa

Bei der Impfreihenfolge in Deutschland wurden drei große Gruppen festgelegt: Gruppe eins mit „Höchster Priorität“, Gruppe zwei: „Hohe Priorität“, und Gruppe drei: „Erhöhte Priorität“. Kita- und Grundschulbeschäftigte stehen nach der aktuellen Impfverordnung in Gruppe drei und wären damit voraussichtlich erst im Sommer dran. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder hatten das Gesundheitsministerium bei ihrer jüngsten Beratung gebeten, zu prüfen, ob Lehrkräfte und Erzieherinnen und Erzieher.

Vertreter mehrerer Bundesländer haben sich inzwischen dafür ausgesprochen. Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) teilte am Samstag mit, eine entsprechende Änderung der Bundesimpfverordnung sei in Arbeit. Eine Grundsatzentscheidung solle am Montag aller Voraussicht nach auch in der Gesundheitsministerkonferenz fallen. Auch Spahn hatte bereits am Freitag gesagt, es zeichne sich ein „relativ großer Konsens“ in dieser Frage ab.

RND/dpa

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