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  • Spahn will mehr Daten von Corona-Patienten - Kliniken warnen vor „erheblichem Mehraufwand“

Kliniken warnen vor „erheblichem Mehraufwand“ bei neuer Meldepflicht

  • Gesundheitsminister Spahn will, dass die Kliniken künftig mehr Daten von Covid-Patientinnen und Patienten sammeln.
  • Die Daten sollen helfen, das Infektionsgeschehen noch besser zu verstehen.
  • Die Deutsche Krankenhausgesellschaft warnt allerdings vor „erheblichem Mehraufwand“ und „Doppelstrukturen“.
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Berlin. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hat davor gewarnt, dass die Pläne von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zur Erhebung von mehr Daten bei Covid-Patientinnen und Patienten zu einem „erheblichen Mehraufwand“ und Doppelstrukturen führen können. „Eine solche neue Datenerhebung muss gut vorbereitet und mit den Beteiligten abgestimmt werden, damit sie auch etwas bringt“, sagte der Hauptgeschäftsführer der Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Er verwies darauf, dass es bislang keine digitalen Meldewege gibt. „Es ist für die Kliniken kein Problem, Fakten wie Alter und Impfstatus bei den Patienten abzufragen. Doch nach jetzigem Stand kann das nicht aus den automatischen Datenprozessen gezogen werden“, erläuterte Gaß. „Das bedeutet dann doch einen erheblichen Mehraufwand.“ Er mahnte auch, dass bereits heute nach dem Infektionsschutzgesetz Covid-Erkrankungen gemeldet werden müssten. „Es muss also dafür gesorgt werden, dass mit der weiteren Datenerhebung keine Doppelstrukturen entstehen.“

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Umfassendere Daten zu Covid-Patienten

Nach den Plänen des Gesundheitsministers sollen Kliniken künftig umfassendere Daten zu Covid-Patienten melden als bisher. „Neben den bereits sehr genau zu meldenden Daten zur Belegung der Intensivstationen braucht es noch bessere Informationen zu allen in den Kliniken behandelten Covid-Fällen. So kann das Infektionsgeschehen besser überblickt werden“, hieß es vom Bundesgesundheitsministerium. Dazu will Spahn eine neue Meldeverordnung auf den Weg bringen, wie die „Bild am Sonntag“ berichtet hatte.

Die Verordnung sieht zum einen vor, dass künftig alle Krankenhausaufnahmen wegen Covid grundsätzlich gemeldet werden müssen. Über die Zahl der Intensivpatienten hinaus wird damit deutlich, wie viele Patienten wegen Corona in Deutschland ins Krankenhaus müssen. Zudem sollen die Kliniken Alter, Art der Behandlung und Impfstatus der Corona-Patienten melden.

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„Da die gefährdeten Risikogruppen bereits geimpft sind, bedeutet eine hohe Inzidenz nicht automatisch eine ebenso hohe Belastung bei den Intensivbetten“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) der Zeitung. Deshalb benötige man nun detailliertere Informationen. „Wir wollen wissen, wer erkrankt und wie gut er geschützt ist. Nur so können wir zeitnah abschätzen, wie hoch die Belastung für das Gesundheitssystem wird und wie gut die Impfungen wirken.“

(mit dpa-Material)

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