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Spahn über neue Freiheiten: Vollständig Geimpfte könnten „wie jemand behandelt werden, der negativ getestet wurde“

  • Das RKI hat offenbar neue Erkenntnisse darüber, wie ansteckend geimpfte Menschen sind.
  • Auf dieser Basis will Gesundheitsminister Jens Spahn nun darüber sprechen, wie sie alte Freiheiten zurückbekommen könnten.
  • Die Regeln sollen demnach in den nächsten Wochen in Kraft treten.
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Wer vollständig gegen das Coronavirus geimpft ist, kann nach den Worten von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in den nächsten Wochen bestimmte Freiheiten zurückbekommen.  © dpa
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Berlin. Wann bekommen Geimpfte trotz Corona-Pandemie gewohnte Freiheiten zurück? Geht es nach Gesundheitsminister Jens Spahn, dürfen Menschen, die vollständig gegen das Virus geimpft sind, bald auf Lockerungen hoffen: „Wer vollständig geimpft wurde, kann also in Zukunft wie jemand behandelt werden, der negativ getestet wurde“, sagte der CDU-Politiker der „Bild am Sonntag“.

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Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 12.196 Corona-Neuinfektionen gemeldet.  © dpa

Anlass für die Aussage ist ein Bericht des Robert-Koch-Instituts (RKI), der der Zeitung nach eigenen Angaben vorliegt: Darin heißt es, dass die Virusübertragung von Menschen spätestens ab dem 15. Tag nach der zweiten Impfdosis geringer ist als bei Menschen, die einen negativen Antigentest haben.

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In dem RKI-Bericht an Spahns Ministerium, der der Deutschen Presse-Agentur ebenso wie dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt, heißt es: „Nach gegenwärtigem Kenntnisstand ist das Risiko einer Virusübertragung durch Personen, die vollständig geimpft wurden, spätestens zum Zeitpunkt ab dem 15. Tag nach Gabe der zweiten Impfdosis geringer als bei Vorliegen eines negativen Antigen-Schnelltests bei symptomlosen infizierten Personen.“ Das Risiko einer Virusübertragung erscheine „nach gegenwärtigem Kenntnisstand in dem Maß reduziert, dass Geimpfte bei der Epidemiologie der Erkrankung wahrscheinlich keine wesentliche Rolle mehr spielen“.

Das Risiko könne durch weitere Vorgaben wie Selbstisolierung bei Symptomen sowie das weitere Einhalten der sogenannten AHA+L-Regeln (Abstand, Hygiene, Alltagsmaske plus Lüften) zusätzlich reduziert werden, heißt es in dem von RKI-Chef Lothar Wieler unterzeichneten Schreiben weiter.

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Vollständig Geimpfte sollen von Quarantäne befreit werden

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Heißt: Vollständig Geimpfte können das Virus laut der RKI-Erkenntnisse gut zwei Wochen nach der zweiten Impfung kaum noch weitergeben. Laut der „Bild am Sonntag“ haben das Bundesgesundheitsministerium und die Länder diesen RKI-Bericht erhalten.

Aus Sicht von Spahn sind die RKI-Aussagen wichtig für die folgende Strategie: „Wer geimpft ist, kann ohne weiteren Test ins Geschäft oder zum Friseur“, sagte er der „Bild am Sonntag“. Zudem müssten vollständig Geimpfte auch nicht mehr in Quarantäne.

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Spahn: „Unser wichtigster Baustein ist Biontech“
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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn betonte am Donnerstag, dass Arztpraxen zunächst den Biontech-Impfstoff erhalten werden.  © Reuters

Spahn will darüber nun mit den Ländern sprechen und entsprechende Konzepte erarbeiten. Ziel sei es, die Regeln „in den nächsten Wochen“ umzusetzen.

Zehn Millionen Menschen in Deutschland sind mindestens einmal geimpft

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Nach Spahns Angaben von Samstag sind mehr als 12 Prozent der Deutschen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. Das seien mehr als zehn Millionen Bürgerinnen und Bürger, twitterte er am Samstag. 4,3 Millionen Menschen haben demnach bereits die zweite Impfung erhalten.

Allein am Freitag wurden nach Angaben des Robert-Koch-Instituts und des Gesundheitsministeriums rund 217.000 Dosen geimpft. Bisher wurden Spahn zufolge knapp 10,7 Millionen Dosen des Pfizer/Biontech-Impfstoffs verabreicht, 0,7 Millionen Dosen von Moderna und 2,9 Millionen Dosen Astrazeneca.

pach/dpa/RND

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