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Spahn spricht über Versäumnisse – und warnt vor künftigen Gefahren

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warnt vor weiteren Pandemien und räumt Versäumnisse in der Corona-Krise ein.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) warnt vor weiteren Pandemien und räumt Versäumnisse in der Corona-Krise ein.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) fordert eine Zukunftsstrategie für gesundheitliche Großlagen. Denn es reiche nicht, Pläne zu haben: “Wir müssen sie auch regelmäßig üben – so wie beim Brandschutz. Das fängt schon damit an, dass das Robert-Koch-Institut und die Gesundheitsämter vor Ort die Zusammenarbeit künftig so verstetigen, dass im Ernstfall sofort alles reibungslos klappt”, erklärt der Minister gegenüber dem “Spiegel”.

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Dafür müssten Spahn zufolge neue Strukturen und Mechanismen geschaffen werden – ähnlich wie bei Finanz- oder Sicherheitsrisiken. Der Gesundheitsminister mahnt an, sich auf verschiedene Szenarien vorzubereiten. “Experten warnen zunehmend auch vor Bakterien. Wenn die Resistenzen gegen Medikamenten zunehmen, sind diese Szenarien mindestens so erschreckend wie die zu neuen Viren”, so der Minister gegenüber dem Magazin.

Spahn: “Bioterrorismus ist eine reelle Gefahr”

Spahn warnt zudem vor weiteren Pandemien, die seiner Meinung nach in Zukunft häufiger auftreten könnten. “Auch der Bioterrorismus ist eine reelle Gefahr”, so Spahn. Zugleich räumt der Minister Versäumnisse in der Pandemiebekämpfung ein, weist aber eine persönliche Verantwortung gegenüber dem “Spiegel” zurück.

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“Hätten wir schon früher beginnen sollen, Schutzmasken zu kaufen? Ja, natürlich”, erklärt Spahn. Er hätte sich vor der Corona-Krise nicht bewusst gegen den Kauf von Schutzmasken entschieden. Daran habe aber auch niemand gedacht: “Es ist im Januar oder vor einem Jahr auch niemand zu mir gekommen und hat gesagt, wir sollten jetzt Schutzmasken kaufen.” Auf den Vorwurf, er habe zu Beginn der Krise zu “Gelassenheit” aufgerufen, entgegnet Spahn: “Dem Wort Gelassenheit hatte ich ein Adjektiv vorangestellt: aufmerksame ­Gelassenheit. Heute würde ich eher Besonnenheit benutzen, aber ich habe vom ersten Tag an ­gesagt, dass ich dieses Virus sehr ernst nehme.”

Spahn mahnt zur Vorsicht: Corona-App ist kein Allheilmittel

Die Entwicklung der Pandemie in Deutschland sieht Spahn überwiegend positiv. Dabei stellt er vor allem die Corona-Warn-App in den Vordergrund. Die sei inzwischen über 14 Millionen Mal auf Handys geladen worden. Allerdings warnt der Minister davor, die neue Anwendung zu überschätzen. “Die App ist ein Werkzeug von vielen, um neue Ausbrüche einzudämmen. Sie ist kein Allheilmittel. Wir müssen trotzdem weiter aufeinander achtgeben, Abstand halten, Alltagsmaske tragen, Hygiene­regeln einhalten.” Laut dem Minister seien bisher rund 300 Infektionen in der App gemeldet worden.

Die App kann auf Apple- und Android-Smartphones installiert werden und soll die Nachverfolgung möglicher Infektionsketten in der Corona-Pandemie erleichtern. Auf älteren Geräten funktioniert sie aber nicht.

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RND/ka


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