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  • Spahn reagiert auf „Alles dicht machen“ – und bietet Schauspielern Gespräch an

Spahn will Gespräch mit Initiatoren von #allesdichtmachen suchen

  • 53 deutschsprachige Schauspieler haben mit der Aktion #allesdichtmachen die aktuelle Pandemiesituation in Deutschland satirisch kommentiert.
  • Dafür mussten sie bereits viel Kritik von Kollegen einstecken.
  • Gesundheitsminister Jens Spahn bietet den Initiatoren der Aktion nun ein Gespräch an.
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Berlin. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat mit einem Gesprächsangebot auf die Künstleraktion #allesdichtmachen reagiert. „Dass es Kritik an den Maßnahmen gibt, das finde ich völlig normal.“ In einer freiheitlichen Demokratie sei das sogar wünschenswert. Mit Blick auf die Verabschiedung der Corona-Notbremse im Bundestag sei es „notwendig, dass wir das, was wir tun, auch rechtfertigen, erläutern, herleiten und abwägen“.

Das habe im Parlament und in den Debatten vorher auch stattgefunden. Entscheidend sei, dass man im Gespräch miteinander bleibe. „Ich kann mir gut vorstellen, da auch mit den Initiatoren das Gespräch zu führen“, sagte Spahn während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Vizepräsidenten des RKI, Lars Schaade, und Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, am Freitag in Berlin.

Spahn: Haben uns die Pandemie „alle nicht ausgesucht“

Spahn habe nach eigener Aussage bis jetzt wahrgenommen, dass vor allem die fehlende Kritik an dem Gesetz mit der Aktion in den Fokus gerückt werden sollte. Spahn selbst aber stellt klar, dass überall, wo er sei, „kontroverse Diskussionen stattfinden. Und das ist auch gut so.“ Auch Meinungsäußerungen aus der Wissenschaft werden diskutiert und abgewogen.

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Spahn versteht den Unmut der Künstler, dass sie seit Monaten ihren Beruf nicht ausüben könnten. „Man ist ja Schauspieler geworden, weil man es lebt und gerne macht.“ Gleichzeitig sei die Pandemie aber auch etwas, „was wir uns alle nicht ausgesucht haben“.

Video
#allesdichtmachen: 50 Schauspieler mit umstrittener Aktion gegen Corona-Maßnahmen
1:41 min
Die Kunst- und Kulturszene leidet: Nun geben Schauspieler mit ironisch-satirischen Clips persönliche Statements zur deutschen Corona-Politik ab.  © dpa
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Die von der Pandemie gebeutelte Kulturszene startete in der Nacht zu Freitag (23. April) unter dem Hashtag #allesdichtmachen eine Serie von Videoclips, die sich satirisch mit der Corona-Politik der Bundesregierung auseinandersetzt. Von Kolleginnen und Kollegen, die nicht beteiligt waren, gab es dafür vornehmlich ablehnende Statements, während sich Rechte, AfD und die „Querdenker“-Szene positiv bis euphorisch zu der Aktion äußerten. Auch der teilnehmende Schauspieler und Sänger Jan Josef Liefers (56) wehrte sich alsbald via Twitter gegen die Vereinnahmung durch diese Kreise.

RND/fw mit Material der dpa

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