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  • Spahn in PK zu Corona-Lage: Gesundheitsminister bittet geduldig auf Impftermin zu warten

„Nicht alle auf einmal die Ärzte bedrängen“: Spahn bittet darum, geduldig auf Impftermin zu warten

  • In ganz Deutschland sinken die Infektionszahlen, das Impftempo steigt, die Bundesländer lockern unterschiedlich.
  • Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und RKI-Chef Lothar Wieler haben heute in einer Pressekonferenz über die aktuellen Entwicklungen informiert.
  • „Die dritte Welle ist gebrochen, aber nicht vorbei“, sagte Spahn in der Bundespressekonferenz.
Leonie Rottmann
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Berlin. Die Corona-Infektionszahlen sinken bundesweit. Gleichzeitig steigt das Impftempo und die Bundesländer fangen an zu lockern. Aber wie ist die aktuelle Lage in Deutschland?

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und RKI-Chef Lothar Wieler haben heute in einer Pressekonferenz über die jüngsten Entwicklungen informiert.

„Wir sind auf einem guten Weg“, so Spahn am Freitag. Nach Stand von Freitagmorgen seien fast 11 Millionen Menschen doppelt geimpft. Bei den über 60-Jährigen seien mittlerweile über 70 Prozent mindestens einmal geimpft. Das weitere Impftempo hänge jetzt an den Lieferungen der Impfstoffe. „Wunder sind nicht zu erwarten. Wunder können wir auch nicht versprechen.“

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Pragmatisch und geduldig

Pragmatisch und geduldig sein – das müsse weiterhin der Weg sein, so Spahn: „Wir werden immer flexibler.“ Ab dem 7. Juni werden die Betriebe beim Impfen eingebunden. Zudem sollen sozial Schwache und Stadtteile mit geringen Impfquoten stärker in den Fokus rücken.

Aber nicht jeder könne sofort drankommen. „Ich kann nur bitten: Bitte nicht alle auf einmal die Ärzte und Praxen bedrängen“, sagte Spahn. „Wenn Sie sauer sein wollen, dann seien Sie im Zweifel sauer auf mich. Aber nicht auf die Mitarbeiter in den Praxen.“

Zu impfen und aufeinander achtzugeben sei wichtig gewesen, um die Pandemie zu bekämpfen. „Die dritte Welle ist nun gebrochen“, sagte Spahn weiter.

Vorbei sei die Pandemie aber noch nicht: „Genießen Sie die Feiertage, aber bleiben Sie vorsichtig“, mahnte Spahn. Alle geltenden Regeln wie Abstand halten und Masken tragen gelten weiterhin. „Infektionszahlen runter, Impfzahlen hoch – dann haben wir Aussicht auf einen guten Sommer.“

Auch RKI-Chef Lothar Wieler mahnt weiter zur Vorsicht und zur Einhaltung der Regeln: „Ohne die Maßnahmen würde sich das Virus rasch wieder ausbreiten.“ Aber auch Wieler blickt vorsichtig optimistisch auf den Sommer „Die Pandemie ist noch nicht vorbei. Aber wenn wir weiter zusammenhalten, dann ringen wir gemeinsam dieses Virus nieder.“

Die Ankündigung, dass Niedersachsen der Maskenpflicht im Handel bei niedriger Inzidenz aufheben will, sieht Wieler skeptisch. Es sei nachgewiesen, wie wirksam Masken sind. „Ich werde meine Maske noch lange tragen.“

Auch Spahn betont, wie nützlich die Masken sind. „Es ist zwar eine nervige, aber doch händelbare und in den Alltag übergegangene Maßnahme.“ Generell hat der Gesundheitsminister das Gefühl, dass zu schnell gelockert wird. „Ich habe den Eindruck, dass wochenweise Lockerungen gemacht werden.“

Vereinbart zwischen Bund und Ländern sei aber, dass nach einer Lockerung zunächst einige Wochen mit weiteren Lockerungen gewartet wird und nicht jeden Tag oder jede Woche weitere Einschränkungen aufgehoben werden, denn zunächst müsse beobachtet werden, welche Auswirkungen die gelockerten Maßnahmen auf die Infektionszahlen haben.

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Spahn: „Aktuelle Zahlen machen uns zuversichtlich“
1:49 min
10,9 Millionen Menschen in Deutschland hätten mittlerweile einen vollständigen Corona-Impfschutz, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.  © Reuters
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Weniger Tests an Feier- und Brückentagen

Am Freitagmorgen hat das Robert Koch-Institut 8769 neue Infektionen mit dem Coronavirus binnen eines Tages gemeldet. Die bundesweite Inzidenz ist dadurch leicht auf 67,3 gesunken.

Vor einer Woche hatte der Wert noch bei 11.336 Ansteckungen gelegen. Das kann laut RKI allerdings auch an den Feier- und Brückentagen liegen, an denen weniger getestet wird.

Die sinkenden Corona-Infektionszahlen lassen den Ruf nach weiteren Öffnungsschritten lauter werden. Schleswig-Holstein zum Beispiel steht für Touristen ab Montag wieder komplett offen, Niedersachsen hat einen Stufenplan beschlossen, Bayern lockert nur bei passender Inzidenz.

Von einem koordinierten Vorgehen sind die Länder genau wie zunächst bei ansteigender Kurve allerdings weit entfernt.

Aufhebung der Priorisierung im Juni

Am Montag hatte Spahn bereits angekündigt, die Impfpriorisierung ab 7. Juni bundesweit aufzuheben. Darauf habe man sich in einer Runde mit den Gesundheitsministern der Länder geeinigt. Außerdem sollen ab diesem Datum Betriebs- und Privatärzte routinemäßig mit in die Impfkampagne einbezogen werden.

In den drei Wochen bis zu diesem Datum seien noch mindestens 15 Millionen Erst- und Zweitimpfungen vorgesehen. So sollen bis Ende Mai 40 Prozent der Menschen in Deutschland mindestens einmal gegen Corona geimpft sein.

Die Priorisierung sei auch moralisch geboten gewesen, so Spahn: „Das war keine Bürokratie, das hat Menschenleben gerettet.“

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